article

Axel Cäsar Springer (* 2. Mai 1912 in Altona, Hamburg; † 22. September 1985 in Berlin) war ein Zeitungsverleger, Gründer und Inhaber der heutigen Axel Springer AG.

Biographie


Der Verlegersohn aus Altona machte nach Realschulabschluss in den Jahren 1928-32 eine Lehre als Setzer und Drucker im Betrieb seines Vaters, dem „Hammerich & Lesser Verlag”. Anschließend arbeitete er als Lehrling in den Schröderschen Papierfabriken Sieler & Vogel . Es folgte ein Volontariat in der Nachrichtenagentur Wolffsches Telegraphen Bureau und der Bergedorfer Zeitung; überdies arbeitete Springer als Chefredakteur für die Altonaer Nachrichten, die letztlich auf Verfügung der Nationalsozialisten eingestellt wurde. 1933 heiratete er die Hamburger Kaufmannstochter Martha Else Meyer. Im gleichen Jahr kam die gemeinsame Tochter Barbara zur Welt. 1939 folgte die zweite Ehe mit der Berlinerin Erna Frieda Berta Holm. Ab 1941 arbeitete Axel Springer als Verleger für belletristische Literatur im familieneigenen Verlag. 1942 wurde sein Sohn Axel Junior geboren, der später unter dem Pseudonym Sven Simon als Fotojornalist und Chefredakteur der vom Vater gegründeten Welt am Sonntag bekannt werden sollte.

Axel Springer Senior startete indes seine Karriere nach Kriegsende mit dem Erhalt der ersten Zeitungslizenzen, die von den Alliierten nach Ende des Krieges vergeben wurden. Springer verlegte zunächst die "Nordwestdeutschen Hefte", in denen Beiträge des neugegründeten Nordwestdeutschen Rundfunks gedruckt werden. Mit der Gründung der Axel Springer GmbH 1946 in Hamburg begann der kometenhafte Aufstieg seines Zeitungsimperiums. Zusammen mit dem Verleger John Jahr erhält Springer 1948 die Lizenz für die Zeitschrift Constanze, die ein weiterer Erfolg seines neugegründeten Verlages werden sollte. Im Anschluss gab er das Hamburger Abendblatt als erste von deutschen Behörden lizenzierte Zeitung heraus. 1950 wird das Hamburger Verlagshaus in der Kaiser-Wilhelm Straße errichtet. Springers Rundfunk- und Fernsehzeitschrift Hörzu sollte erstmalig eine Auflage von über 1 Million erreichen. Im Jahr 1952 konzipierte er sein mediales Erfolgsrezept: Die erste Ausgabe der Boulevardzeitung „BILD”, die seither täglich erscheint. Die BILD-Zeitung prägt bis heute stark polarisierend das Meinungsbild einer Millionenleserschaft und gilt als auflagenstärkste Zeitung Europas.

1953 heiratet Springer seine dritte Frau Rosemarie Alsen. Axel Springers schnell wachsender Medienkonzern kauft im gleichen Jahr mehrere Lizenzen von den Briten und gibt nun Zeitungen wie „Die Welt”, „Das Neue Blatt” oder, etwas später die „Welt am Sonntag” heraus. 1956 erfolgt eine Beteiligung an dem Berliner Ullstein-Verlag; im gleichen Jahr erscheint die erste Ausgabe der Bild am Sonntag. Im patriotischen Sinne eine Wiedervereinigung Deutschlands zu erreichen trifft sich der Verleger 1958 mit dem sowjetischen Staatschef Nikita Chruschtschow aber bis auf ein ausführliches Interview für die „Welt” sollte das Treffen ergebnislos bleiben.

Im Zuge des kalten Krieges setzt Springer nun vermehrt Auslandskorrespondenten ein und gründet 1959 den Springer Auslandsdienst (SAD); gleichzeitig übernimmt er die Mehrheit an der Ullstein-Gruppe mit den Tageszeitungen BZ und Berliner Morgenpost um ein Medienpodest in der geteilten Hauptstadt zu schaffen.

1961 trennte sich Springer sowohl von seiner Zeitschrift „Constanze”, die er an seinen Verlegerkollegen John Jahr verkaufte als auch von seiner Frau Rosemarie um 1962 die vierte Ehe mit Helga Alsen Ludewig-Sarre einzugehen. Aus dieser Ehe stammt Springers Sohn Raimund Nicolaus. In den Jahren 1964/65 übernimmt Springer sowohl das Boulevardblatt „Mittag”, die Zeitschriften „Bravo” und „twen”, die Sportillustrierte „kicker” sowie den Münchner Verlag Kindler & Schiermeyer. Sehr zum Missfallen Axel Springers wurde nun auch das, seinem Verlag stets kritisch gegenüberstehende Konkurenzmagazin „Der Spiegel” in seinem Haus gedruckt. 1966 gründete er die Zeitschrift „Eltern”.

Privat wie publizistisch setzt sich Springer mittlerweile stark für eine Aussöhnung mit Israel ein und unternahm mehrere Reisen in das Land. 1966 eröffnete Springer im Beisein von Bundespräsident Heinrich Lübke sein neu errichtetes Verlagshaus in Berlin-Kreuzberg in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer. Die Standortwahl des mehrstöckigen Gebäudes war eine deutliche Kampfansage des Verlegers und sein Fanal gegen ein inhumanes System, das Menschen einsperrte. 1967 wird der Hauptsitz des Verlages komplett dorthin verlegt. Dasselbe Jahr sollte indes auch zu einem der unbequemsten Jahre des Springerverlages werden: Während Springer im Ausland nach Frieden sucht, bläst ihm im eigenen Land mit der Parole „Enteignet Springer!” ein heftiger Sturm entgegen und bildete den Auftakt zu den 68er Studentenunruhen. Überdies kritisieren mittlerweile viele Intellektuelle und Schriftsteller wie z.B die Gruppe 47 den die Medien dominierenden Verleger.

Verlagsintern gab der mittlerweile esotherisch-religiösen Denkweisen zugetane Springer (laut der Biografie von Jürgs) fünf Grundsätze aus:

  1. Das Eintreten für die Wiedervereinigung Deutschlands.
  2. Die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden.
  3. Die Ablehnung jeglicher Form von politischem Totalitarismus.
  4. Die Verteidigung der sozialen Marktwirtschaft.
  5. Die Nichtanerkennung der DDR als zweiten deutschen Staat (von nun an musste der Begriff „DDR” in sämtlichen Publikationen Springers in Anführungsstrichen geschrieben werden).

Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke 1967 begannen die Demonstrationen und Proteste einer vorwiegend linksgerichteten Studentenschaft gegen die von ihnen als Springer-Presse betitelten Publikationen aus dem Springerverlag, vor allem gegen die Bild-Zeitung, die ein eher bürgerliches und wertkonservatives Welt- und Politikbild vermittelte und den Kommunismus sowie die studentische APO und ihren Führer Rudi Dutschke entschieden bekämpfte. Eine der Parolen war „BILD schoß mit”. Axel Springer wurde „Anstiftung zu Straftaten”, Zensur und Entwürdigung der Hitler-Gegner und Gegnerinnen und ihrer Rechtsposition vorgeworfen. Die Folge waren Brandanschläge auf Springers Firmenfahrzeuge. Weitere Studentenunruhen sollten nach dem Tod Benno Ohnesorgs folgen. Springers engster Mitarbeiter Peter Boenisch schaffte es gerade noch einen Ansturm von Demonstranten auf das Springergebäude in Hamburg zu verhindern.

1968 übte eine Kommision der Bundesregierung zusätzlichen Druck auf den Zeitungsmogul aus und kritisierte seine Aufweichung der Pressefreiheit in Deutschland. Als Zugeständnis verkauft Springer seine Anteile der Publikationen „Bravo”, „Das Neue Blatt”, „Eltern”, „Jasmin”, „Kicker” und „twen”. Der deutsche Verband der Zeitungsverleger BDZV würdigte dies mit einer Anerkennung. In den beiden Folgejahren trieb Springer die Fusion seiner Subunternehmen Ullstein, Hammerich & Lesser und Axel Springer & Sohn voran und wurde Alleinaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender, zudem erfolgte der Zukauf der Regionalzeitungen „Bergedorfer Zeitung” und „Lübecker Nachrichten”, was erneut Mißmut in den Augen der Medienwächter erweckte.

Bei einem, von dem "Kommando 2. Juli" (Splittergruppe der Roten Armee Fraktion) verübten Bombenanschlag auf das Hamburger Springer-Hochhaus 1972, wurden 17 Mitarbeiter verletzt. Trotz wiederholten telefonischen Warnungen, wurde der Verlag nicht geräumt. Die RAF distanzierte sich deutlich von dem Anschlag. Bei einem Brandanschlag auf Springers Chalet bei Gstaad im Jahr 1975 brannte dieses vollständig nieder. Der Täter konnte nicht ermittelt werden, bis sich der Schweizer Autor Daniel de Roulet 2006 zum Anschlag bekannte.

1980 war Axel Springer Mitbegründer einer konservativen Interessenvereinigung und der "Bürgeraktion Demokraten für Strauß", die den CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß bei der Wahl für das Bundeskanzleramt unterstützte.

Im Januar 1980 beging sein Sohn Axel Springer jr., der unter dem Namen Sven Simon als Sportfotograf sehr bekannt war, Suizid. Dieses Ereignis belastete den Vater schwer.

Springer starb 1985 in West-Berlin.

Seine Erben verpflichtete Springer, ihr Erbe bis zum Jahre 2015 nicht zu verkaufen. Heute wird sein Erbe überwiegend von seiner fünften Ehefrau Friede Springer verwaltet.

Architektonisch interessant ist unter anderem eines seiner Wohnhäuser in Hamburg im Grotiusweg 79. Als "Claremont House" (so getauft durch die heutige Eigentümerin) bekannt, geisterte dessen Verkaufsangebot in den letzten Jahren mehrmals durch die Medien. Ehemals zu diesem Besitz gehörig ist das Objekt Grotiusweg 75-77, auch bekannt als Villa Michaelsen (Entwurf Karl Schneider), welche heute das Puppenmuseum Elke Dröscher beheimatet. Ein weiteres Wohnhaus aus den 50er Jahren dient heute als Clubhaus eines Segelclubs.

Literatur


  • Axel Springer, Hans Wallenberg (Hrsg.): Von Berlin aus gesehen. Zeugnisse eines engagierten Deutschen, Busse u. Seewald : Herford 1985
  • Axel Springer, Friede Springer (Hrsg.): Axel Springer. Die Freunde dem Freund, Ullstein : Berlin 1986
  • Gerhard Naeher: Axel Springer. Mensch, Macht, Mythos, D. Straube Verlag, Erlangen 1991
  • Michael Jürgs: Der Verleger – Der Fall Axel Springer, List : Tübingen 2001
  • Claus Jacobi: Der Verleger Axel Springer. Eine Biografie aus der Nähe. Herbig, München 2005, ISBN 3-7766-2440-X

Siehe auch


Weblinks


Mann Deutscher | Verleger | Geboren 1912 | Gestorben 1985 | Axel Springer

Axel Springer | Axel Springer | Axel Springer | Axel Springer | Axel Springer | Axel Springer | Axel Springer

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Axel Springer".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld