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haAwoda (hebräisch: העבודה, deutsch: „Arbeit“) ist eine israelische Partei. Ihr vollständiger Name lautet Mifleget haAwoda haJisra’elit (מפלגת העבודה הישראלית, dt.: Israelische Arbeitspartei). Sie ist eine zionistische Partei der linken Mitte. Sie wurde 1968 unter anderem als Nachfolgepartei der Mapai gegründet. Die Awoda ist Mitglied der Sozialistischen Internationale.

Geschichte


Linksparteien Israel bis 1948.JPG Mapai (מפא"י)
vollständiger Name: Mifleget Poalei Eretz Israel (dt.: Partei der Arbeiter des Landes Israel) (1930–1968)

Die Mapai wurde in den 1930er Jahren als moderatere Splittergruppe der zionistisch-sozialistischen russischen Partei Poalei Tzion gegründet. In den frühen 1920er Jahren hatte die zionistische Arbeiterbewegung die Histadrut (Allgemeine Hebräische Gewerkschaft) gegründet, welche die hebräische Siedlungswirtschaft und Infrastruktur dominierte und später die Mapai zur herrschenden Kraft in der Bewegung des Zionismus machte. Sie ist ebenfalls für die Gründung von haSchomer und Hagana verantwortlich, der ersten beiden bewaffneten jüdischen Gruppen, deren Aufgabe darin bestand, die Bevölkerung und den Besitz der jüdischen Siedlungen gegen Angriffe und Raub zu verteidigen.

In den frühen 1930er Jahren kam der Arbeiterführer David Ben-Gurion an die Macht und führte die Mapai für zwei Jahrzehnte, bevor er sich nach Sede Boker zurückzog, um „die Negev-Wüste zum Blühen“ zu bringen. Unter Ben-Gurions Leitung wurde die Mapai die führende Partei im Parlament. Ben-Gurion leitete später den Unabhängigkeitskampf, nachdem er die Unabhängigkeit Israels erklärt hatte und zum ersten israelischen Premierminister gewählt worden war.

Awoda (העבודה) (seit 1968)

Im Jahr 1968 vereinigte sich die Mapai mit Rafi und Achdut haAwoda/Poalei Tzion zur Israelischen Arbeitspartei.

Bis 1984 trat die Awoda bei den Knessetwahlen als Maarach (המערך), dt.: Vereinigung) an. Der Maarach war sowohl ein Wahl- als auch ein Fraktionsbündnis, dem insbesondere die Mapam-Partei als Juniorpartner angehörte. Schon zuvor, zwischen 1965 und 68, existierte solch eine Listenverbindung als „kleiner Maarach“.

Bis 1977 gehörten alle Premierminister der Mapai beziehungsweise der Awoda an. Größter Gegenspieler der Awoda war Menachem Begins rechtskonservative Partei Cherut (heute Likud). Im Jahr 1977, nach dem Rücktritt Jitzchak Rabins, verlor die Awoda die Wahlen gegen Begin.

1984 Jahren bildete die Arbeitspartei mit dem Likud eine Große Koalition (Regierung der nationalen Einheit), worauf Mapam den Maarach kündigte. Die Große Koalition zerbrach 1988 nach einem politischen Zwist zwischen Peres und dem Führer der Schas-Partei, Arie Deri.

1992 gewann die Arbeitspartei die Wahlen und Jitzchak Rabin wurde zum Ministerpräsident gewählt. Während der Wahlperiode unterzeichnete er einen Friedensvertrag mit Jordanien und wirkte am Osloer Friedensprozess mit. Das Aufflackern des Terrors nach dem Oslo-Prozess führte schließlich zu der Ermordung Rabins durch den Rechtsextremisten Jigal Amir. Schimon Peres übernahm zunächst kommissarisch die Regierungsgeschäfte bis Mai 1996, als er die Wahlen gegen den Likud-Politiker Benjamin Netanjahu verlor. Als Hauptursache für die verlorene Wahl galt eine Welle von Selbstmordattentaten durch die palästinensische Terrorgruppe Hamas.

Ehud Barak konnte 1999 für die Awoda, die unter dem Namen Jisra'el Achat (ישראל אחת, dt.: Israel jetzt) ein Wahlbündnis mit den Kleinparteien Gescher und Meimad eingagangen war, nach dem Scheitern der Regierung Netanjahu die Direktwahlen für das Amt des Ministerpräsidenten gewinnen. Nach dem Ausbruch der al-Aqsa-Intifada verlor er 2001 eine Vertrauensabstimmung und auch die Ministerpräsidentenwahlen gegen Ariel Scharon. Bei den Wahlen zur nächsten Knesset 2003 verlor sie unter Amram Mitzna gegen Scharons Likud die Position der stärksten Partei und ging in die Opposition.

Nachdem 2004 in einer Koalitionskrise die Schinui-Partei aus der Regierung ausgeschieden war, trat die Arbeitspartei erneut in eine Regierung der nationalen Einheit mit dem Likud ein, Peres wurde Vize-Ministerpräsident unter Ariel Scharon. Mit ihrem Eintritt in die Regierung wollte die Arbeitspartei Scharons Plan, israelische Siedlungen im Gazastreifen zu räumen, unterstützen. In einer Mitgliederbefragung Ende 2005, mit der der Parteichef und der Spitzenkandidat für die Knessetwahl bestimmt wurde, unterlag Schimon Peres knapp seinem Herausforderer Amir Peretz. Peretz kündigte die Koalition mit dem Likud auf. Bei den Knessetwahlen 2006 erreichte die Awoda mit 19 Sitzen den zweiten Platz hinter der Neugründung Kadima, mit der sie anschließen eine Regierungskoalition einging.

Ideologie


Die Mapai entstammte der sozialistischen Arbeiter von Zion-Bewegung und hing der zionistisch-sozialistischen Ideologie an, wie sie von Nachum Syrkin und Ber Borochov verbreitet wurde. Während der Führung durch Ben-Gurion (30er bis 50er Jahre) konzentrierte sich die Mapai hauptsächlich auf zionistische Anliegen und sah ihr vordringlichstes Ziel in der Schaffung einer nationalen Heimstätte für Juden.

Nach der Gründung Israels wirkte die Mapai am Aufbau des neuen Staates mit, unter anderem in der Gründung der israelischen Armee IDF (wobei sie jede andere bewaffnete Gruppe auflöste), der Gründung vieler Siedlungen, der Ansiedlung von mehr als 1.000.000 jüdischer Einwanderer und der Integration der Einwanderer in eine neue zionistische israelische Kultur.

Die Awoda entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten in manchen sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen zu einer Partei der Mitte. Sie galt als Vertreterin der aus Europa eingewanderten Mittel- und Oberschicht des Landes. Da die Friedens- und Sicherheitspolitik alles überlagert, werden ökonomische Fragen in Israel selten kontrovers diskutiert, der politische Focus liegt in diesem Bereich somit weniger auf politischen Ideologien. Erst mit der Wahl von Amir Peretz zum Parteiführer nehmen sozialpolitische Fragen wieder größeres Gewicht ein. Peretz ist ein orientalischer Jude, der die Dominanz der etablierten europäischen Juden an der Spitze der Awoda aufbrach.

Früher stand die Awoda für eine harte Position in Verteidigungsfragen. Unter ihrer Regierung war Israel an der Sueskrise (1956), dem Sechstagekrieg und dem Jom-Kippur-Krieg beteiligt. In der Frage des palästinensich-israelischen Konfliktes nahm die Arbeitspartei seit vielen Jahren eine gespaltene Position ein. Die so genannte „Tauben-Fraktion“ um Jossi Beilin, Amram Mitzna, Awraham Burg und Juli Tamir) unterstützte uneingeschränkt Friedensverhandlungen mit den Palästinensern und will die meisten israelischen Siedlungen räumen. Anhänger dieser Richtung kritisieren mit Nachdruck die Vorgehensweise der Israelischen Armee gegen die Palästinenser - etwa die „gezielten Tötungen“ von Führern der Terrororganisationen. Im Jahr 2003 spaltete sich eine kleine Gruppierung um Jossi Beilin und Ja'el Dajan von der Awoda ab, um später zusammen mit Meretz eine neue Linkspartei mit dem Namen Jachad (sozialdemokratisches Israel) zu bilden. Die so genannte „Pragmatiker-Fraktion“ der Arbeitspartei um Schimon Peres, Offir Pines, Chaim Ramon und Benjamin Ben-Eliezer unterstützt Verhandlungen mit den Palästinensern im Falle einer Beendigung des Terrors und des Austauschs der derzeitigen palästinensischen Führung durch eine Regierung, welche nicht mit gewalttätigen Gruppierungen in Verbindung steht. Schimon Peres und Chaim Ramon verließen 2006 die Awoda und schlossen sich Kadima an.

Parteivorsitzende der Mapai und der Awoda


(seit Gründung des Staates Israel 1984)

Siehe auch


Israelische Partei | Sozialdemokratische Partei

حزب العمل الإسرائيلي | Израелска партия на труда | Labor (Israel) | Partido Laborista Israelí | Parti travailliste (Israël) | Partido Laborista, Israel | מפלגת העבודה הישראלית | 労働党 (イスラエル) | Israëlische Partij van de Arbeid | Arbeiderpartiet (Israel) | Izraelska Partia Pracy | Partido Trabalhista (Israel) | Авода | Arbetarpartiet | 以色列工党

 

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