Ein Autoklav (gr./lat. selbstverschließend) ist ein gasdicht verschließbarer Druckbehälter. Er wird für verschiedene Anwendungen in unterschiedlichen, jeweils angepassten Ausführungen verwendet. In der Medizintechnik, Lebensmitteltechnik und Biologie versteht man unter Autoklaven zumeist einen Apparat, in dem Wasserdampf unter Überdruck auf verschiedene Objekte (Instrumente, Nährmedien) einwirkt um Sterilität zu erreichen. Auch in chemischen Laboratorien und in der Technik werden Autoklaven verwendet, wobei sie hier zur Durchführung von Reaktionen unter Hochdruck sowie für Reaktionen mit Gasen gebraucht werden. Vom Grundprinzip her stellt ein Schnellkochtopf ebenfalls einen Autoklaven dar.
Autoklaven dienen vor allem zur Dampfdruck-Sterilisierung von Nährmedien, medizinischen Instrumenten, Operationswäsche, Tupfer und Ähnlichem. Solche Autoklaven werden daher manchmal auch als Dampfdruckapparate bezeichnet.
Durch die Sterilisation können selbst Bakteriensporen (insbes. von Clostridium botulinum), die resistenten Dauerformen einiger Bakterien, abgetötet werden. Die Sterilisation ist nicht die garantierte Abtötung aller Keime, sondern die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der Keime auf dem sterilisierten Gegenstand um sechs Zehnerpotenzen (log-Stufen) reduziert wurde, d. h., dass bei einer theoretisch angenommenen Ausgangszahl von einer Million Keimen nur einer davon die Sterilisation überlebt. Die Abtötungszeit ist abhängig von der Keimbelastung d. h. je mehr Keime vorhanden sind desto länger ist die benötigte Sterilisationszeit. Die Abtötungsrate der Keime ist logarithmisch, d. h. innerhalb eines Zeitintervalls überleben nur 10 % der Keime, ist je nach Keim unterschiedlich (beispielsweise Minuten für B. stearothermophilus bei 121°C heißem gesättigten Wasserdampf) aber konstant.
Das Autoklavieren als Sterilisationsmethode wird unter feuchter Hitze durchgeführt. Die Feuchtigkeit lässt vor allem die Sporen der Bakterien quellen, dadurch sind sie weniger resistent als bei trockener Hitze. Die Prozedur gliedert sich in vier Abschnitte. Der erste Abschnitt ist die Steigzeit, hier erreicht der Autoklav selbst die eingestellte Sterilisationstemperatur. Danach beginnt die Ausgleichszeit, nach dieser Zeit erreicht auch das zu sterilisierende Gut an jedem Punkt die nötige Temperatur, dann beginnt die eigentliche Sterilisationsphase (Sterilisationszeit). Welche Dauer gewählt wird, hängt von der Sterilisationstemperatur dem Typ des Autoklaven und den zu zerstörenden Mikroorganismen ab. Für eine erfolgreiche Sterilisation muss die gesamte Innenluft (Atmosphäre) durch Dampf bei mindestens 2 atm ersetzt werden. Abschließend wird das Sterilgut durch Vakuumphasen getrocknet. Nur trockene Gegenstände gelten bei Entnahme aus dem Sterilisator als steril.
Pathogene Prionen wie die Erreger der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) können nur mit einer Sterilisation bei 134°C und einer Dauer von 18 Minuten zerstört werden.
Weiterhin werden Autoklaven in der Lebensmittel- und Tierfutterindustrie verwendet, um die entsprechenden Produkte (Suppen, Eintöpfe, Menüschalen usw.) ohne zusätzliche Kühlung lange haltbar zu machen. Eine Sterilisation ist dann notwendig, wenn das Produkt einen pH-Wert von über 4,5 aufweist. Bei niedrigeren pH-Werten (zum Beispiel Obstkonserven) ist eine Pasteurisation (<100°C) ausreichend.
Der hohe Druck im Inneren wird genutzt, um die einzelnen Laminatschichten zu verpressen. Meist wird das Bauteil gleichzeitig evakuiert, um überschüssige Luft aus dem Verbund zu entfernen. Das Kunstharz im Faserverbund-Bauteil (meist Epoxidharz) wird dann bei hoher Temperatur (100–250 °C, je nach Harz) mehrere Stunden ausgehärtet.
Wegen ihrer hohen Anschaffungskosten werden diese Autoklaven vorwiegend in der Hochtechnologie (zum Beispiel Luft- und Raumfahrt oder Motorsport) verwendet. In ihnen kommt hauptsächlich die Prepregtechnologie zur Anwendung.
Autoclave | Autoclave | Autoclave | Autoclave | オートクレーブ | Autoclaaf | Autoklav | Autoklaw | Autoclave | Автоклав | Autoklav
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Autoklav".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world