Londonbus.jpg in London]] Doppelgelenkbus_01_KMJ.jpg Omnibus (v. lat. omnibus = "für alle"; über frz.: voiture omnibus = "Fahrzeug für alle") auch kurz als Bus oder in Deutschland amtlich als Kraftomnibus (KOM) bezeichnet. In Österreich und in der Schweiz wird er meist als Autobus bezeichnet.
Zu dieser Fahrzeuggruppe gehören große Straßenfahrzeuge, die dem Transport zahlreicher Personen dienen, z. B. im Öffentlichen Personennahverkehr.
Vor Erfindung des Automotors bezeichnete ein Omnibus eine relativ große Kutsche zum Personentransport. Die Bezeichnung "Omnibus" soll durch den Reklameschriftzug "Omnes omnibus" eines französischen Kaufmanns namens Omnes angeregt worden sein. Der Fuhrwerksbesitzer Baudry wurde dadurch 1825 zur entsprechenden Benennung seiner Fahrzeuge angeregt.
Busse haben heute fast ausnahmslos einen Heckmotor und Hinterachsantrieb. Der Motor ist dabei meist liegend und unterflur angeordnet. Bei Niederflurbussen kommen auch stehende Motoren vor; in jedem Fall ragt bei ihnen der Motor immer mehr oder weniger in den Heckbereich und fordert dort eine andere Sitzanordnung.
Generell sind Busse im Vergleich zu Lkw ähnlicher Größe wesentlich leichter, so dass bei Reisebussen häufig einfache Sechs-Gang-Schaltgetriebe ausreichen, meist mit einer Form von kraftunterstützter Schaltung und/oder automatischer Kupplung. Bei Stadtbussen werden inzwischen durchgängig Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler eingesetzt, da die Automatik ohne Zugkraftunterbrechung einen etwas besseren Fahrkomfort für die stehenden Fahrgäste bietet.
Zwar gilt für Busse in Deutschland eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, welche entweder durch mechanische oder elektrische Drosselungen (bspw. einen Abregelautomaten oder eine Schraube unter dem Fahrpedal) begrenzt wird, es können allerdings Sonderzulassungen für Überlandfahrzeuge (s. Rechtliches in Deutschland) erteilt werden.
Beim Aufbau der Karosserie gibt es zwei Konzepte:
Das Fahrwerk von Reisebussen besitzt an der Vorderachse häufig eine Einzelradaufhängung. Die Hinterachse ist in der Regel starr. Linienbusse besitzen starre Vorder- und Hinterachsen.
Es gibt Bestrebungen, die Vorteile von Bussen (wenig Infrastruktur) und die Vorteile von Straßenbahnen (Komfort, Kapazität) zu vereinigen. Dies findet sich hauptsächlich in Frankreich, wo zahlreiche verschiedene Systeme zwischen der Definition Bus und Straßenbahn fahren. Inzwischen gibt es dies auch in Deutschland.
Größere Busse, darunter alle Gelenkfahrzeuge, haben generell drei Achsen. Bei starren Fahrzeugen ist dabei einfach die Hinterachse verdoppelt, bei Gelenkfahrzeugen liegt die Mittelachse vor dem Gelenk. Die Hinterachse und oft auch das Gelenk wirken bei der Lenkung mit.
Eine spezielle Bauart stellen die auf Flughäfen eingesetzten Vorfeldbusse dar, die überwiegend Stehplätze mit nur wenigen Sitzplätzen bieten. Da sich diese nicht auf öffentlichen Straßen bewegen, unterliegen sie auch nicht der StVZO, wodurch es möglich ist, diese länger und breiter als herkömmliche Busse zu bauen.
Erste_Benzin-Omnibus_der_Welt.jpg
In den 1930er Jahren waren Sattelzugomnibusse üblich, z.B. Büssing Typ SS und Typ DS. Heute werden Sattelzugomnibusse als kubanische Eigenentwicklung in der Hauptstadt Havanna als öffentliches Nahverkehrsmittel eingesetzt. Wegen ihrer Bauform mit abgesenktem Einstiegsbereich in der Mitte des Auflegers werden sie Camello (dt. Kamel) genannt. In den Anfängen der Bustechnik wurden die Fahrzeuge mit Frontmotor als Langschnauzer gebaut (z.B. Mercedes-Benz O 3500 aus den 1950er Jahren, 6 Zylinder Motor mit 90PS) und es gab auch offene Fahrzeuge. Büssing baute in den 1960er Jahren Einheinhalbdecker.
In den 1950er Jahren waren in Deutschland vereinzelt Schienen-Straßen-Omnibusse üblich, die als Zweiwegefahrzeuge sowohl auf der Straße als auch auf Schienenstrecken verkehren konnten. Borkum PH 002.jpg im Einsatz]]
1827 wurde der Dampfomnibus in England erfunden.
Der erste Linienverkehr mit einem kraftstoffbetriebenen Bus fand am 18. März 1895 zwischen Siegen und Netphen statt und wurde von der Netphener Omnibusgesellschaft durchgeführt. Für den Betrieb der Linie wurde ein Gefährt mit dem Namen "Landauer" eingesetzt, welches tatsächlich mehr Ähnlichkeit mit der gleichnamigen Kutsche als mit einem modernen Bus hatte. Dieser erste Omnibus der Welt wurde ab 1895, also noch ein Jahr vor dem ersten Lastkraftwagen, in Handarbeit im Familienbetrieb des Automobil-Pioniers Carl Benz gebaut und verfügte über acht Sitze und einen Motor mit 5 PS. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 15 km/h, so dass er die Strecke zwischen Siegen und Netphen in einer Stunde und 20 Minuten bewältigte. Die Fahrt kostete die für damalige Verhältnisse hohe Summe von 70 Pfennig. Aufgrund der geringen Belastbarkeit der ersten Benz-Busse musste der Omnibusbetrieb im Siegerland jedoch noch vor dem Ablauf des Jahres schon wieder eingestellt werden. Trotz dieses Rückschlags entstanden, durch ständige Verbesserung der Fahrzeugtechnik, in den Folgejahren weltweit immer neue Linienverbindungen.
Mercedes-Benz O 307 in Weinheim 100 3584.jpg In den 1960ern begann in Deutschland eine Vereinheitlichung der Bustypen durch den Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV), der in Zusammenarbeit mit einigen Verkehrsbetrieben Prototypen für Standard-Linienbusse entwickelte, die dann von mehreren Herstellern adaptiert wurden.
Der Erste Prototyp , als VÖV I bezeichnet, führte ab 1968 zur Produktion beispielsweise des Daimler-Benz O 305, MAN SL 200, Magirus-Deutz SH 140, Ikarus 190 und Büssing 110SL.
Der VÖV II-Bus, als Nachfolger des VÖV I, hatte als Ziel der Entwicklung einen niedrigeren Fahrzeugboden und dadurch eine niedrigere Einstiegshöhe. Aus den zwischen 1976 und 1978 erprobten Prototypen S 80 entwickelten sich beispielsweise der Neoplan N416, der Mercedes Benz O 405 und der MAN SL 202.
MVV OEG AG MB O405N2.jpeg Aus dem VÖV II wurde ein Niederflur-Bus entwickelt, der die Grundlage für beispielsweise den Neoplan N4014NF, den Mercedes Benz O 405 N oder den MAN NL 202 bildete. Gerne wird dieser Bus als VÖV III bezeichnet, aber eine offizielle VÖV III-Richtlinie hat es nie gegeben.
In den letzten Jahren wurde das Konzept eines spurgeführten Bus wieder aufgegriffen. Dieser Bus wird durch Leiteinrichtungen auf seiner Spur gehalten. Die Entwicklungen beispielsweise des französischen CiVis, des Twisto in Caen oder der AutoTram® des Fraunhofer-Instituts sind eine Mischung von Fahrzeugen, die äußerlich den Straßenbahnen ähneln, aber auf Gummireifen fahren und mittels unterschiedlicher Systeme automatisch auf einer vorgegebenen Spur geführt werden können.
Es gibt verschiedene Formen des Omnibusverkehrs, deren Anforderungen die Bauart des Fahrzeugs bestimmen:
In dünnbesiedelten Gegenden hat der Omnibus die früher üblichen Kleinbahnen ersetzt, in vielen Städten hat er die Straßenbahn verdrängt. In den Randbereichen der Städte sind durch die Kfz-Dichte pro Haushalt und die Disposition der Bewohner sowie die oft topografisch schwierige Situation (schmale steile Straßen) Buslinien nur mehr schwer zu betreiben - je nach Umsetzung der leistungsbezogenen Verteilung der Verbundgelder (nach Sitzplatzkilometer oder Fahrgastkilometer) werden hier möglicherweise in Zukunft nur mehr modifizierte Linienverkehre wie z.B BEHA im VOR oder Sammeltaxen verkehren. camello.jpg
Für den Mietomnibusverkehr gelten auch die Bestimmungen der BOKraft.
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