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Australopithecus afarensis
Lucy Mexico.jpg des Skeletts von Lucy im Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt ]]
Zeitraum
Pliozän
4,0 bis 2,9 Mio. Jahre
Fossilfundorte
Wissenschaftlicher Name
Australopithecus afarensis
Johanson & White, 1978

Australopithecus afarensis (lat.: australis - südlich, gr.: pithekos - Affe: Südaffe von Afar) ist die bekannteste Art der ausgestorbenen Gattung Australopithecus. Sie lebte vor etwa 4 bis 2,9 Millionen Jahren im Pliozän Ostafrikas. Bis 1978 wurde die Art Meganthropus africanus genannt.

Stammesgeschichtlich wird Australopithecus afarensis in die Nähe der Entwicklungslinie zur Gattung Homo gestellt und damit auch zum heutigen Menschen Homo sapiens.

„Lucy“


Bekanntestes Fossil der Art ist „Lucy“ (AL 288-1; AL = „Afar Locality“), benannt nach dem Beatles-Song „Lucy in the sky with diamonds“, der am Tage der Entdeckung im Forschercamp laufend per Tonband abgespielt wurde. Das Skelett der zierlichen, nur 105 cm großen Lucy wurde in Hadar, im Afar-Dreieck in Äthiopien im Jahr 1974 von Donald Johanson und Tom Gray gefunden. Das Skelett gehört wahrscheinlich zu einem weiblichen A. afarensis, der im Alter von etwa 25 Jahren vor ungefähr 3,2 Mio. Jahren starb. Diese Interpretation des zu den besterhaltenen Skeletten eines frühen Echten Menschen zählenden Fundes rührt von Überlegungen zum Größenverhältnis der Geschlechter (Geschlechtsdimorphismus) bei Australopithecinen her. Etwa 20 Prozent des Skeletts wurden gefunden (bleiben Hand- und Fußknochen unberücksichtigt, die etwa die Hälfte der Knochenzahl des Skeletts ausmachen, sind es 40 Prozent), darunter Oberschenkel und Schienbein, Teile des Beckens, der Wirbelsäule, des Schädels und des Armskeletts. Der Skelettbau zeigt eindeutige Anpassungen an den aufrechten Gang. Am Fund ist bemerkenswert, dass er einen Stillstand der Evolution für über 900.000 Jahre anzeigt (siehe auch Punctuated equilibrium). Diese Theorie wurde u. a. von Stephen Jay Gould in seinem Essay „Lucy on the Earth in Stasis“ vertreten.

Der aufrechte Gang


Der aufrechte Gang von A. afarensis ist durch fossile Fußspuren belegt, die Mary Leakeys Mitarbeiter in der zu Gestein gewordenen vulkanischen Asche von Laetoli in Tansania fand. Kurze Zeit nach dem Ausbruch des Vulkans Sadiman vor 3,6 Millionen Jahren gingen zwei A. afarensis über die feuchte Asche, die kurz darauf aushärtete und ihre Fährten konservierte. Laut William Sellars von der Universität in Loughbourough belegen die Spuren, dass sich Australopithecus afarensis mit einer Geschwindigkeit von 0,6 bis 1,3 m/s vollständig aufrecht fortbewegte. Die Berechnung wurde anhand der Abmessungen von Lucy und den Spuren mittels Modellsimulation durchgeführt.

Literatur


  • Yves Coppens: Lucys Knie - Die prähistorische Schöne und die Geschichte der Paläontologie, München, 2002
  • Donald Johanson, Maitland Edey: Lucy. The Beginning of Humankind. Simon and Schuster, New York, 1981. ISBN: 2-221-01200-3

Weblinks


Primaten

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