Die Austastlücke (auch Austastimpuls genannt) bezeichnet in der Radio- und Fernsehtechnik die Zeit, in welcher der Elektronenstrahl einer Bildröhre dunkel geschaltet an den Ausgangspunkt zurückgeführt wird. In diesem Zeitraum wird die Bildübertragung unterbrochen ("ausgetastet"). Es gibt die horizontale Austastlücke für den Weg vom Ende der Zeile zurück zu ihrem Anfang und die vertikalen Austastlücke für den Weg vom unteren Ende des Bildes zurück nach oben.
In der vertikalen Austastlücke sind neben einigen Synchronisationsinformationen (zur Vermeidung von Laufbildern) seit den 1980er Jahren weitere digitale Daten enthalten. So nutzen die meisten Fernsehsender diesen Bereich zur Übertragung von Teletext (in Deutschland von ARD und ZDF unter dem Namen Videotext eingeführt), dem VPS-Signal, dem elektronischen Programmführer EPG und, mit der Einführung von PALplus, Informationen zum Bildformat.
Bisher wurde lediglich die vertikale Austastlücke verwendet. Inzwischen können auch links und rechts des Fernsehbildes horizontal Informationen in das Fernsehsignal eingearbeitet werden; das System wird noch getestet.
Der von Wiegand daraufhin gestartete Dienst Net On Air, der komplette Internet-Sites übertrug, die redaktionell aufbereitet wurden, kam niemals aus seiner Testphase heraus und scheiterte ebenfalls Ende der 1990er.
Ein weiteres Beispiel für die Datenübertragung in der Austastlücke war r@dio.mp3, das ab März 2000 Musik in Form von mp3 sowie Titel- und Coverinformationen anstelle von Videotext auf dem Kanal von NBC SuperChannel übertrug. Diese konnten von PCs mit einer TV-Karte dekodiert werden. Die Datenrate dieses Dienstes reichte aus, um die MP3s mit 128 kbit/s in Echtzeit zu den Empfängern zu übertragen. Viele Benutzer bauten mit zusätzlichen Plugins MP3-Sammlungen auf. Der Sendebetrieb wurde im Juni 2001 eingestellt, nachdem es mit der GEMA und der Musikindustrie zu rechtlichen Streitereien gekommen war. Kurz darauf gab es noch die Diskussion, ob das Angebot kostenpflichtig weitergeführt werden kann, jedoch verliefen alle Bemühungen der Betreiber im Sande. Weitere Information zu r@dio.mp3 findet man hier.
Ein weiterer Dienst, der die Austastlücke nutzte, war Intel Intercast, für den man eine TV-Karte im PC und das Programm "Intel Intercast Viewer" benötigte. In Deutschland nutzte z.B. das ZDF diesen Dienst zur Übertragung von Webseiten.
Viel Ärger gab es 2004(? - bitte überprüfen), als Eurosport mit einem Erotikanbieter kooperierte, der es einem, bei vorhandener TV-Karte und benötigter Software, nachts ermöglichte, Pornofilme auf den Rechner zu laden. Da Eurosport zum damaligen Zeitpunkt aber noch im Digitalpaket des ZDF vertreten war, entstand viel Wirbel (das ZDF drohte sogar mit Rauswurf Eurosports aus dem Digitalpaket) und die Kooperation wurde schon nach kurzer Zeit wieder beendet. Wiederbelebungsversuche seitens des Diensteanbieters scheiterten.
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