Killesbergturm2-.jpg in Stuttgart von Prof. Jörg Schlaich]] Ein Aussichtsturm (alpin auch Aussichtswarte) hat die Funktion, eine möglichst weite Fernsicht und eine instruktive Rundsicht über 360° zu ermöglichen. Auf bewaldeten Bergen muss ein solcher Turm die höchsten Bäume deutlich überragen.
Im Gegensatz von Observatorium, Flughafen-Tower und ähnlichem dient die Aussicht der Freizeit und dem Vergnügen. In der Form sind die älteren Aussichtstürme oft mittelalterlichen Warten nachempfunden. Neben massiven Steinbauten gibt es aber auch Gerüste aus Holz oder Gusseisen beziehungsweise Walzstahlprofilen.
Eine ebenfalls häufige Variante sind Aussichts-Plattformen oder Terrassen bei Gaststätten oder auf dem Dach von Bergstationen einer Seilbahn.
In Ausnahmefällen wurden auch Seilbahnstützen realisiert, die als Aussichtsturm (und Seilbahnstation) dienen, wie der Torre Jaume I in Barcelona.
Häufig werden Aussichtstürme auch als Standort von Funkdiensten im UKW-Bereich (UKW-Hörfunk, TV, öffentlicher Landfunkdienst, Mobilfunkdienst) genutzt. In manchen Fällen kann diese Nutzungsweise mindestens so wichtig sein, wie die als Aussichtsturm. Solche Türme werden meist als Fernsehturm
oder Fernmeldeturm bezeichnet.
Solche Türme sind häufig auch mit einem Turmrestaurant ausgestattet und für die Besucher steht ein Aufzug zur Verfügung.
Ebenfalls weit verbreitet, ist die Nutzung von Wassertürmen als Aussichtsturm. Wie bei Fernsehtürmen gelangt hier der Besucher meist mit einem Aufzug zur Aussichtsplattform, die aber in der Regel niedriger ist (Typische Höhe der Aussichtsplattform von Wassertürmen: 20 Meter bis 50 Meter, Typische Höhe der Aussichtsplattform von Fernsehtürmen: 80 Meter bis 200 Meter, in manchen Fällen auch höher).
Auch manche Kirchtürme besitzen Aussichtsplattformen. Allerdings steht hier nur in Ausnahmefällen ein Aufzug für die Besucher zur Verfügung.
Im Windpark Holtriem befindet sich seit 1998 eine Windenergieanlage mit einer Aussichtsplattform.
Daneben gibt es auch einige turmartige Denkmäler und sonstige Turmbauten, wie Leucht- oder Glockentürme, die über eine Aussichtsplattform verfügen, wie die Berliner Siegessäule. Auch bei diesen Bauwerken steht im Regelfall für die Besucher kein Aufzug zur Verfügung.
Aussichtsplattformen können auch auf Sportanlagen wie der Bergiselschanze angebracht sein.
In Österreich und der Schweiz wurden viele Aussichtswarten von Alpen- und Touristenvereinen errichtet, bzw. jetzt von ihnen betreut. Auf waldigen Bergen in der Umgebung von Hauptstädten waren auch Adlige und Bürgerkomitees tätig; viele Warten tragen - wegen der langen Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph - den Namen Jubiläumswarte.
Große Aussichtstürme entstanden erst Ende des 19. Jahrhunderts nach Erfindung des Aufzugs. Hier sind vor allem der Eiffelturm und der Blackpool-Tower zu nennen. In Deutschland entstand zwischen 1924 und 1926 auf dem Berliner Messegelände der Berliner Funkturm als kombinierter Sende- und Aussichtsturm.
Nach dem 2. Weltkrieg bestand - insbesondere für den Aufbau von Fernsehsendenetzen - ein großer Bedarf an hohen Türmen. Insbesondere in zahlreichen Großstädten bestand der Wunsch diese Türme mit einem Turmrestaurant und einer Aussichtsplattform zu versehen, was zum einen durch die Eintrittsgelder der Besucher den Turmbau wirtschaftlicher machen sollte und zum anderen ein Prestigeobjekt darstellte. Auch beim Bau einiger Wassertürme stellte man diese Überlegung an.
Leider sind heute einige dieser Türme geschlossen.
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