Exklusion, wörtlich Ausschluss (aus dem lat. exclusio), sinngemäß auch Ausgrenzung, beschreibt in der gehobenen Umgangssprache die Tatsache, dass jemand (aus unterschiedlichen Gründen, ggf. gegen seinen Willen) von einem Vorhaben, einer Versammlung und ähnlichem ausgeschlossen (exkludiert) wird. Die Teilnehmer möchten – beispielsweise aus Reputationsgründen oder Misstrauen – unter sich (exklusiv) bleiben. Eine gewisse Abwertung bis hin zur Diskriminierung derer, die ausgeschlossen werden, geht damit einher. Der Gegenbegriff ist die Inklusion.
Die faktische Ausschließung Höchstgestellter, ‚erhabener‘ Persönlichkeiten vom allgemeinen Umgang, die deren hohe Wertschätzung betont, mag diesen oft unangenehm sein (der japanische Kaiser ‚badet nicht in der Menge‘, der Papst macht keine Kneipentour, bei Einkäufen hat die englische Königin persönlich nie Geld bei sich), wird aber nicht als „Exklusion“ betrachtet, sondern soll sie davor schützen, ins 'Gemeine' herab gezogen zu werden.
Der Begriff umfasst somit einen schärfer abgewerteten sozialen Tatbestand als die Begriffe „Single“, „Außenseiter“, „Randgruppe“ oder „Einsiedler“.
Soziale Exklusion ist der Verlust an sozialen und politischen Teilhabechancen. Sie kann für die Betroffene sogar zu einem mentalen oder physischen Überlebensproblem werden. Betrifft diese Exklusion große Gruppen (z.B. Obdachlose, Aidskranke, Langzeitarbeitslose, Slumbewohner, Einwanderer, historisch: Juden in Europa), so kann dies zu einem (sozial-, gesundheits-, ordnungs-, staats-) politischen Problem werden. Die mit Beginn der 1980er Jahre einsetzende Diskussion um „Neue Armut“, vor allem deren Rezeption in der Soziologie in Frankreich („exclusion“) und den USA („underclass“), hat den Begriff Exklusion entscheidend geprägt. In dieser Diskussion wurde besondere Aufmerksamkeit auf die Frage gerichtet, ob und aus wessen Sicht die Exkludierten noch eine ökonomisch oder sozial bedeutsame Funktion erfüllen, oder ob diese als ganzlich "Überflüssige" von kompletter Vernachlässigung bedroht sind. In diesem Fällen schlägt sich die Exklusion auch in räumlicher Ausschließung der Betroffenen (vgl. Ghetto) nieder.
Siehe auch: Marginalisierung, Prekarisierung
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