Pietro Fabris - Ausgrabung des Isis-Tempels in Pompeji.jpg in einer Darstellung aus der zweiten Hälfte des 18. Jhd.]] Freilegung eines Hauses in Pompeji.jpg | Ausgrabung_bei_Kalkriese.jpg Unter einer Ausgrabung wird im deutschen Sprachraum die archäologische Freilegung eines vom Erdboden verdeckten Befundes verstanden, bei dem dieser Befund mit wissenschaftlicher Zuverlässigkeit dokumentiert wird. Es handelt sich also um eine kontrollierte Zerstörung des Befundes. Fast alle Ausgrabungen richten sich nach der Stratigraphie des Befundes. Es handelt sich dabei um die in einem vertikalen Schichtprofil feststellbare Abfolge von Straten. Als untere Grenze einer Ausgrabung wird versucht bei Notgrabungen die Tiefe der Baumaßnahme und bei Forschungsgrabungen der "gewachsene Felsen" zu erreichen. Die Größe der Grabungsfläche richtet sich nach Befund, zur Verfügung stehenden Mitteln und Notwendigkeit. Es gibt drei Typen von archäologischen Ausgrabungen:
Forschungsgrabung - es stehen genügend Zeit und Mittel für eine umfassende Ausgrabung zur Verfügung
Notgrabung - die Ausgrabung wird unter großem Zeitdruck durchgeführt, um weitere Baumaßnahmen nicht zu behindern
Rettungsgrabung - ein Befund ist bei Baumaßnahmen bereits beschädigt oder durch Erosion freigelegt und wird unter großem Zeitdruck dokumentiert
Die auf dem ersten freigelegten Planum markierten Befunde bekommen zunächst fortlaufende Nummern und werden auf 20cm genau in die Teilblätter eingezeichnet. Anschließend wird jeder einzelne Befund nivelliert und folgendermaßen beschrieben: Form, Ausrichtung, Größe, Lage, Zusammensetzung und vermutliche Funktion. Dies ist die sogenannte Erstansprache. (Wird innerhalb eines Befundes ein weiterer Befund entdeckt oder grenzen mehrere Befunde aneinander, so handelt es sich um einen Befundkomplex, der eine eigene Nummer und Erstansprache erhält). Danach kann der Befund ausgehoben werden: Zunächst wird eine Profilschnur über den Befund gespannt, die ihn in zwei Hälften teilt. Die eine Hälfte wird nun mit der Kelle bis auf eine neue Schicht abgetragen. Handelt es sich bei der neuen Schicht um eine eingelassene, wird ein Zwischenplanum gezeichnet, die Schicht erneut nivelliert und dann bis auf die darunter liegende abgetragen. Entlang der Profilschnur wird das Profil lotrecht abgestochen und fotografiert. Bevor nun das Profil im Maßstab 1:20 gezeichnet wird, muss die Profilschnur mit Hilfe des Nivelliergeräts waagerecht gespannt werden. So kann später auf der Zeichnung der Verlauf des Profils genau dargestellt werden. Nachdem dies erledigt ist, wird die zweite Hälfte des Befundes ausgehoben und der gesamte Befund, das sogenannte Negativplanum, fotografiert. Dieses Negativplanum wird nun wiederum nivelliert, in die Teilblätter eingetragen und seine Zusammensetzung farbig dargestellt. Zum Schluss wird wie bei der Erstansprache noch mal der gesamte Befund nach denselben Kriterien beschrieben und die tatsächliche Funktion festgestellt (Endansprache). Auch das jeweilige Planum erhält eine fortlaufende Nummer, und wird schriftlich, fotoraphisch sowie zeichnerisch dokumentiert. Normale Fundstücke (Keramikscherben, Gebrannter Lehm, Kohle) werden unter Angabe der Befundnummer eingetütet. Sonderfunde hingegen, wie Münzen, Waffen, etc. werden genau eingemessen und nivelliert. Größere Funde, wie Mauern, Öfen und dergleichen, werden fotografiert, nivelliert und auf 10cm genau auf einer eigenen Zeichnung protokolliert.
Sollte es sich um eine Abfolge von Besiedlungsschichten handeln, wird nun die gesamte Fläche bis auf das darunterliegende Planum 2 abgetragen und die Arbeit von vorn begonnen.
Archäologischer Fachbegriff | Archäologische Forschungsmethode
Excavation | Ανασκαφή (αρχαιολογία) | Fouille | Scavo stratigrafico
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