Das Kreditrisiko (auch: Kreditausfallrisiko) bezeichnet das Risiko des Verlustes, falls ein Kreditnehmer, beispielsweise durch Insolvenz, seine Pflichten im Rahmen einer Kreditvereinbarung gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllen kann. Ist der Gläubiger ein Kreditinstitut, muss eine Einzelwertberichtigung gebildet werden. Man spricht in diesem Fall von Adressenausfallrisiko (seltener Adressenrisiko oder Adressrisiko). Das Kreditrisko umfasst Abwicklungs- und Vorleistungsrisiken. Das Kreditrisiko ist die volumenmäßig bedeutendste Risikoart.
Das Kreditrisiko wird mit Hilfe von Kennzahlen in Kredit-Ratings gemessen: Je schlechter das Rating ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls. Durch risikoorientierte Bepreisung müssen Kreditnehmer mit schlechtem Rating Aufschläge auf den Kreditzins als Risikoprämie bezahlen.
Kreditrisiko wird entsprechend Grundsatz 1 und den Erweiterungen durch Basel II, speziell den Mindesteigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken reguliert.
Der erwartete Verlust (die engl. Bezeichnung ist Expected Loss(EL), auch Standardrisikokosten) berechnet sich aus dem Produkt von
Der obigen Formel liegt die Annahme stochastischer Unabhängigkeit der Risikoparameter zu Grunde. Dies ist ein Unterschied zur IRB-Formel.
Dabei ist nur das Ausfallereignis an sich unsicher.
Exposure at Default (EAD) (auch: Risikoäquivalenzbetrag) bezeichnet den erwarteten ausstehenden Foderungsbetrag im Zeitpunkt des Ausfalls. Das ist derjenige Betrag, der im Insolvenzfall potenziell ausfallgefährdet ist. Der Exposure at Default entspricht beim Kredit dem Kreditbetrag. Der EAD umfasst aktuelle Außenstände sowie voraussichtliche zukünftige Inanspruchnahme von Verpflichtungen in Form von Kreditzusagen, welche die Bank eingegangen ist.
Bei Termingeschäften muss für die Höhe des EAD's beachtet werden, dass während der Laufzeit kein Vorleistungsrisiko besteht. Statt dessen kommt es zu einem Neueindeckungsrisiko bei Ausfall, wenn bei Kauf (Verkauf) der aktuelle Kassapreis größer (kleiner) ist als der Terminpreis. Im Falle eines Optionsgeschäftes ist das Recht, also der Wert der Option, wertlos. Hier besteht ebenso ein Wiedereindeckungsrisiko.
Die Verlustquote gibt an, welcher Anteil der Forderung im Verzugsfall verloren ist. Die englische Bezeichnung ist Loss Given Default (LGD), d.h. der Verlust im Verzugsfall. Der LGD ist der Erwartungswert der Schwere des Ausfalls (severity): E*= Verlusthöhe.
Es ist die prozentuale Ausfallhöhe (bezogen auf EAD) eines Kredites zum Zeitpunkt des Ausfalls.
Ausmaß
Die Definition von Kreditausfall (Default) hat Auswirkungen auf die Höhe der Wiedereinbringungsquoten. Mit Severe Default wird eine Unternehmensinsolvenz, die Umschuldung oder der Forderungsverzicht der Kreditgeber bezeichnet. Ein Mild Default kann hingegen schon bei einem Zahlungsverzug vorliegen, beim Basler Ausschuss wird dies dann als gegeben angesehen, wenn eine wesentliche Verbindlichkeit mehr als 90 Tage überfällig ist.
Das Gegenstück zur Verlustquote ist die Wiedereinbringsquote (Recovery Rate) δ. Sie ist definiert als Anteil des Betrags der Forderung der bei Zahlungsausfall wieder eingebracht werden kann. Es gilt dass LGD=1 -δ und δ=1-LGD.
Die ökonomische Wiedereinbringungsquote (Economic Recovery Rate) eines Darlehen oder einer Anleihe ergibt sich aus den tatsächlich an die Gläubiger geflossenen Zahlungen, wohingegen die Price Recovery Rate Marktpreise von Anleihen und Krediten 30 Tage nach Eintritt der Insolvenz zugrunde legt. Die ökonomische Wiedereinbringung ist meist höher als die Price Recovery Rate, da diese größerer Unsicherheit unterliegt.
Insbesondere im Retail-Portfolio müssen alternative Vorgehensweisen zur Ermittlung des Expected Loss verwandt werden, denn dort kann den Krediten keine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit und LGD zugeordnet werden. Diese Kredite werden nach bestimmten Risikoklassen eingeteilt:
Oft sind die Risikoklassen an Vertriebs- und Organisationstruktur angebunden.
Ausfallrate= \frac{vergangene~ Kreditausfälle}{gesamtes~ Kreditvolumen}
Risikomarge= \frac{Krisenquote}{1- Krisenquote}\frac{vergangene~ Kreditausfälle}{potenzielles~ Ausfallvolumen}
Problem: Bei Kreditausfallrisiken ist die Wahrscheinlichkeit für einen hohen Rückfluss größer als die der erwarteten Rückzahlung (dem Erwartungswert der Rückzahlung. Außerdem besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit einen großen Betrag zu verlieren.
Bei Standardabweichung sind nur die Parameter PD und Varianz des LGD relevant.
wobie Distance from Default in Höhe
Vergleich corporate bond mit risikoloser Staatsanleihe.
Wertdifferenz= Kosten des Kreditausfallrisikos
daraus
berechenbar.
Credit Spread:= Renditedifferenz zwischen einer risikolosen Anleihe und einer ausfallbedrohten Anleihe.
FS_t: Termin Credit Spread
FS_t= \lamda_t LGD
lamda_t: marginale Ausfallwahrscheinlichkeit.
andere Modelle
Der Credit Spread hängt von drei Größen ab:
Das Management von Kreditrisiko gestaltet sich schwierig, da Kreditrisiken nur beschränkt handelbar sind. Zu beachten ist nicht nur das Risiko des einzelnen Kredits, sondern dessen Risikobeitrag zum gesamten Kreditportfolio.
Im Standardansatz von Basel II
Eine reine Übertragung der Ausfallrisiken hat folgende Vor- und Nachteile: + erwarteter Verlust vom Risikokäufer zu tragen - Risikokäufer erhält Risikoprämie + Absenkung der Eigenmittelunterlegung + Senkung des Insolvenzrisikos der Bank - komplexe Verträge erforderlich - Informationsasymmetrie
Es besteht ein negativer Zusammenhang zwischen Firmenrisiko und der Höhe von Sicherheiten (Bester).
Sicherheiten können Kreditnehmer von Risikoerhöhung abhalten.
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