Augusto Roa Bastos (* 13. Juni 1917 in Asunción, † 26. April 2005 in Asunción) wird als der größte Romanautor Paraguays und neben Gabriel García Márquez und Mario Vargas Llosa als einer der wichtigsten Schriftsteller Südamerikas bezeichnet.
Roa Bastos begann als Bankangestellter Theaterstücke zu schreiben. Als Journalist von "El País", der Tageszeitung aus Asunción, unternahm er erste Reisen nach Europa, insbesondere nach England. 1944 wurde er Mitglied der Gruppe "Vy'a Raity" (Das Liebesnest in Guaraní), gemeinsam mit Josefina Pla und Hérib Campos Cervera entscheidend für die dichterische und künstlerische Erneuerung in den 1940er Jahren. Durch die Zeitung El País nahm er während des Bürgerkrieges nach und nach für die Unterdrückten Partei; 1945 verbrachte er auf Einladung des British Council ein Jahr in England. Von dort ging er nach Frankreich und schickte seine Interviews, u.a. mit General De Gaulle und Chroniken über das Ende des Zweiten Weltkriegs von Paris. Von dort ging er zum Alliierten Kriegsverbrechertribunal nach Nürnberg, von wo er als Zeitungsjournalist berichtete.
Roa Bastos lebte zwischen 1947 und 1976 in Buenos Aires in Argentinien im Exil. Als sich 1976 die Militärdiktatur in Argentinien etablierte, folgte er einer Einladung der Universität Toulouse nach Frankreich, wo er bis 1989 als Professor für lateinamerikanische Literatur und Guaraní lehrte. 1982 wurde ihm auf Anordnung des Diktators Alfredo Stroessner anlässlich eines Besuchs in Paraguay die Staatsbürgerschaft aberkannt, die er erst nach dem Sturz Stroessners wieder zurück erhielt. Nach dem Sturz des Diktators entschloss er sich zur Rückkehr in sein Vaterland.
Neben Gabriel García Márquez gilt Roa Bastos als wichtigster Vertreter des "magischen Realismus". Er wurde bekannt durch den 1974 veröffentlichten Roman "Yo, el Supremo" (Ich, der Allmächtige), wahrscheinlich der bedeutendste Roman Lateinamerikas, der sich mit Diktatur und Selbstherrlichkeit beschäftigt, bei dem er sich von der Figur von Paraguays erstem Diktator José Gaspar Rodríguez de Francia inspirieren ließ, der im 19. Jahrhundert das Land 26 Jahre beherrschte. Bereits 1960 veröffentlichte er "Hijo de Hombre" (Menschensohn). Er publizierte zahllose andere Romane, realistische Erzählungen und ausdrucksstarke Lyrik.
1989 erhielt Roa Bastos den Premio Cervantes (Cervantespreis), den wichtigsten Literaturpreis der spanischsprachigen Welt.
Nach einem Sturz in seiner Wohnung hatte man eine Notoperation am Gehirn unternommen. Er verstarb nach Mitteilung seines Arztes in Asunción am 26. April 2005 an Herzversagen.
Mann | Paraguayer | Autor | Literatur (Spanisch) | Literatur (20. Jh.) | Roman, Epik | Geboren 1917 | Gestorben 2005
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