In den letzten 15 Monaten vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden hier mehr als 2000 Jugendliche und Männer aus fast 20 Nationen unter grausamen Bedingungen festgehalten. Der Augustaschacht diente vor allem als Straflager für holländische, französische, russische und slowenische Zwangsarbeiter. Die Häftlinge wurden zur Zwangsarbeit im nahe gelegenen Hüttenwerk oder zum Räumen von Bombentrümmern in Osnabrück eingesetzt.
In Ohrbeck lebten jeweils etwa 250 Insassen. Der Aufenthalt als Häftling dauerte in der als Erziehungslager genutzten Stätte meistens nur wenige Wochen. Dann wurden die Zwangsarbeiter zurück an ihren ursprünglichen Einsatzort gebracht.
Im Januar 2000 wurde im Osnabrücker Rathaus unter dem Namen „Initiative Augustaschacht“ ein Verein gegründet, der das ehemalige Pumpenhaus und das umliegende Gelände des ehemaligen Arbeitserziehungslagers zu einer Stätte der Erinnerung, Forschung, Lehre und Begegnung machen will.
Grundlage der Vereinsgründung sind Überlegungen des Historikers Dr. Volker Issmer und von Michael Gander, Geschäftsführer der Initiative Augustaschacht, zur künftigen Nutzung des Augustaschachtes, bei denen fünf Schwerpunkte im Vordergrund stehen: erinnern, forschen, lernen, begegnen, zusammenarbeiten.
Die Initiative von Privatleuten hatte das seit langem zugemauerte Industriedenkmal und Pumpwerk öffnen können. Zu Tage kamen ausgetretene Treppen, der Schlafsaal der Zwangsarbeiter, eine Reihe von Zellen, zerfallene Waschstellen, rostige Nägel in den Wänden, die von der traurigen Geschichte des Orts künden.
Die bisherige Eigentümerin, das Stahhlwerk Georgsmarienhütte GmbH, hat im Januar 2002 das Gebäude für den symbolischen Betrag von einem Euro an den Verein zur Gedenkstättenarbeit verkauft.
Die Finanzierung der Vereinsarbeit ruht auf vielen Schultern - unter anderem von Land, Stadt Osnabrück, Arbeitsamt und der Ordensgemeinschaft der Franziskaner. Mit EU-Mitteln ist auch die Euregio beteiligt.
Quellen:
Um die Düsternis des Ortes zu unterstreichen, hat der Künstler Volker Johannes Trieb an den Außenwänden meterlange, verkohlte Baumstümpfe angebracht. Außerdem wurde oberhalb des Augustaschachts ein Mahnmal aus rostigen Metallstelen errichtet.
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