Augusta Bender (* 20. März 1846 in Oberschefflenz; † 16. September 1924 in Mosbach) war eine deutsche Schriftstellerin, Heimatdichterin, Lehrerin und Frauenrechtlerin.
Sie schrieb Gedichte, Kalendergeschichten, Erzählungen, Novellen, Kulturbilder und Romane und sammelte historische Texte, Volkslieder, Bauernregeln, Kinderreime und Spruchweisheiten. Ihr selbstbestimmtes, werteorientiertes und gesellschaftlich engagiertes Leben brachte ihr nicht die gebührende Anerkennung ein. Nach einem harten und bewegten Leben starb sie verkannt und verarmt.
Sie fasste die für ein Bauernmädchen ungewöhnliche Entscheidung nicht zu heiraten und ihren Lebensunterhalt selbständig zu verdienen. 1865-67 arbeitete sie als Telegrafistin bei der Post in Karlsruhe. 1867/68 folgte eine weitere Ausbildung zur Lehrerin für höhere Töchterschulen. Sie ging als Privatlehrerin und Gouvernante nach England, wurde aber krank und kehrte enttäuscht zurück. Ab 1868 lebte sie in einfachsten Verhältnissen in Heidelberg, gab Privatstunden, veröffentlichte Gedichte, war Erzieherin und Begleiterin für reisende Ausländer. 1868/69 unternahm sie eine Reise mit einer US-Diplomatenfamilie als Gouvernante nach Paris, Nizza, Genua und Rom.
1871 reiste sie in die USA, um dort als Lehrerin, mit Vorträgen und als Schriftstellerin zu Ansehen und Geld zu kommen. Erste Gedichtsammlung 1880 in New York. Auf Grund ihrer Kontakte zur Frauenbewegung und ihrer angegriffenen Gesundheit reiste sie neunmal über den Atlantik. Um 1873 hielt sie Vorträge beim Frauenkongress in Stuttgart und bei Frauentagen in Mannheim und Karlsruhe. Sie kämpfte gegen Benachteiligung und verurteilt die 'sklavenhafte Stellung der Frau'. 1873/74 lebte in Adelsheim. 1874 ging sie wiederum in die USA, wo sie bis 1897 unterbrochen von Reisen nach Deutschland lebte. In New York legte sie das amerikanische Lehrerinnenexamen ab. Eine Anstellung als Lehrerin wurde wegen Krankheit abgebrochen. Sie arbeitete als Privatlehrerin in Philadelphia und New York. Ab 1880 wandte sie sich mehr der Schriftstellerei zu. Durch den gescheiterten Versuch in Heidelberg 1880/81 eine Fremdsprachenschule für Erwachsene aufzubauen wurde sie mittellos.
1890/91 folgte ein Kuraufenthalt in Heddernheim bei Frankfurt/Main. Es erschien ihr historischer Roman "Die Reiterkäthe" bei dva in Stuttgart. 1891 trat sie für ein Jahr eine "Professorenstelle am Smith College" in Northampton/Massachusetts an. 1893/94 hielt sie eine Vortragsreihe über Richard Wagner, 1895-97 folgten weitere Vorträge und Seminare zur deutschen Literatur in New York.
Ab 1900 wohnte sie im Badischen Lehrerinnenwohnheim in Lichtental/Baden-Baden. Bei ihrer Sammlung der ‚Oberschefflenzer Volkslieder’ erhielt sie Unterstützung durch die badische Großherzogin. Dazwischen lebte sie ab 1910 für 2 Jahre in Eberbach. 1905 erschien ihr Tierschutzroman "Die Macht des Mitleids", 1910 heimatgeschichtliche Essays.
Verarmt zog sie 1922 in ihr Heimatdorf nach Oberschefflenz und nach einem halben Jahr in Siegburg lebte sie im Altersheim in Mosbach (dem heutigen Pfalzgrafenstift), wo sie am 16. September 1924 starb.
Die wesentlichen Werke von Augusta Bender sind:
Frau | Literatur (Deutsch) | Frauenrechtler | Geboren 1846 | Gestorben 1924
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