August Reichensperger (* 22. März 1808 in Koblenz; † 16. Juli 1895 in Köln) war deutscher Jurist und Politiker sowie Förderer des Kölner Doms.
Seit 1840 engagierte sich Reichensperger für den Weiterbau des Kölner Doms, so war er Gründungsmitglied des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln.
Im Jahr 1848 war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und 1850 des Erfurter Unionsparlaments. In beiden Fällen bekämpfte er die preußischen Hegemoniebestrebungen uns stimmte jeweils gegen das preußische Erbkaisertum und die Unionspläne. Einen Sitz im preußischen Abgeordnetenhaus hatte Reichensperger von 1850 bis 1863 inne und war einer der führenden Personen der katholischen Fraktion. Am 6. September 1858 war er Präsident des Katholikentages in Köln. Von 1867 bis 1884 war er Mitglied des Norddeutschen und des Deutschen Reichstags und trat der neu gegründeten Fraktion der Zentrumspartei bei. Neben Ludwig Windthorst, Hermann von Mallinckrodt und seinem Bruder Peter war er einer der führenden Persönlichkeiten des politischen Katholizismus in Deutschland.
Im Jahr 1895 wurde Reichensperger Ehrenbürger der Stadt Köln, zuvor war er schon im Jahr 1889 Ehrenbürger von Oppenheim und im Jahr 1892 Ehrenbürger von Koblenz geworden.
Nach seinem Tod benannte die Stadt Köln 1897 den Platz im Schnittpunkt der Merlo- und der Weißenburgstraße mit der Riehler Straße in Reichenspergerplatz um. Hier wurde 1907 das Justizgebäude für das Oberlandesgericht Köln eingeweiht. Auch die dortige U-Bahn-Haltestelle trägt seinen Namen.
Reichensperger ist auf dem Friedhof Melaten beerdigt.
Mann | Deutscher | Zentrum-Mitglied | Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung | Ehrenbürger | Geboren 1808 | Gestorben 1895
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