August Karl Gustav Bier (* 24. November 1861 in Helsen (Bad Arolsen), Waldeck; † 12. März 1949 in Sauen, Brandenburg) war ein deutscher Chirurg.
Dort begann er auch seine Versuche zur Lokalanästhesie mit der Injektion von Kokain-Lösung direkt in den Rückenmarkskanal. Er erfand durch Experimente an seinen Assistenten und Selbstversuche die Rückenmarksanästhesie (Spinalanästhesie).
1899 folgte August Bier einem Ruf nach Greifswald und 1903 als Ordinarius einem Ruf an die Universität Bonn, an der er bis 1907 lehrte. Seine Operationen führte er im St. Johannes-Hospital durch, da die Bonner Universität noch nicht über einen eigenen Operationssaal verfügte. Danach ging er an die Chirurgische Universitätsklinik der Berliner Charité, wo er bis zu seiner Emeritierung 1932 erfolgreich wirkte. Im Ersten Weltkrieg war August Bier als Generalarzt beratender Chirurg und besuchte infolge dessen viele Lazarette. Bedingt durch diese Eindrücke erfand er die deutsche Form des Stahlhelms (M1916), die später viele Soldaten vor schweren Kopfverletzungen schützte.
Ebenfalls erfand Bier ein Schröpfglas mit Saugglocke, das als Neuerung zu alten Schröpfgläsern den Unterdruck nicht mehr durch eine Erwärmung der Glocke und eine anschließende Abkühlung erzeugt, sondern den Unterdruck mit einer Saugglocke herstellt.
Nach ihm ist die August-Bier-Klinik in Bad Malente benannt, ebenso die viszeralchirurgische August-Bier-Station des Universitätsklinikums Bonn.
H. Pagel: Das bewegte Leben des August Bier. FOCUS MUL 22, Heft 2 (2005), S. 05 (Zeitschrift der Universität Lübeck)
Mann | Deutscher | Chirurg | Geheimrat | Geboren 1861 | Gestorben 1949
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