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Philipp August Böckh (* 24. November 1785 in Karlsruhe; † 3. August 1867 in Berlin) war ein deutscher klassischer Philologe und Altertumsforscher.

Leben


Philipp August Böckh.JPG August Böckh studierte seit 1803 unter Friedrich August Wolf in Halle, promovierte mit der Commentatio in Platonis qui vulgo fertur Minoem (Halle 1806), wurde 1806 durch Schleiermacher Mitglied des pädagogischen Seminars zu Berlin, 1807 außerordentlicher und 1809 ordentlicher Professor der Philologie in Heidelberg, 1811 in Berlin, daneben Direktor des philologischen, 1820 auch des pädagogischen Seminars. Seit 1830 zum Geheimen Regierungsrat ernannt, auch Mitglied der Berliner wie der meisten europäischen Akademien, starb er am 3. August 1867 in Berlin als einer der gefeiertsten Gelehrten seiner Zeit. Böckh war der erste, welcher der höhern Auffassung der Philologie Geltung verschaffte, wonach dieselbe in der umfassenden Kenntnis und Reproduktion des Altertums in seiner Gesamtheit bestehen soll.

Werke


Hauptwerke

  • Die Staatshaushaltung der Athener (Berlin 1817, 2 Bde.; engl. von Lewis, Lond. 1828; 2. Aufl. 1843; franz. von Laligand, Par. 1828)
  • Metrologische Untersuchungen über Gewichte, Münzfuße und Maße des Altertums (das. 1838; teilweise dem erstgenannten Werk in der 2. Auflage (Berl. 1851 bis 1852, 2 Bde.) eingefügt)
  • Urkunden über das Seewesen des attischen Staats (das. 1840; teilweise dem erstgenannten Werk in der 2. Auflage (Berl. 1851 bis 1852, 2 Bde.) eingefügt)
  • die Ausgabe des Pindar (Leipz. 1811 bis 1821, 4 Tle.)
  • Corpus Inscriptionum Graecarum (Berlin 1828–1877, 4 Bände und Indexband; Bd. 3 u. 4 von Johannes Franz, Ernst Curtius und Adolf Kirchhoff, Indexband von Hermann Röhl).

Kleinere Schriften

  • Graecae tragoediae principum, Aeschyli, Sophoclis, Euripidis, num ea quae supersunt et genuina omnia sint (Heidelb. 1808)
  • "Die Versmaße des Pindar" (Berl. 1809)
  • "Die Lehren des Pythagoreers Philolaos nebst den Bruchstücken" (das. 1819)
  • die Ausgabe der Sophokleischen Antigone (das. 1843, neue Ausg. 1884)
  • die aus der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft abgedruckten Untersuchungen:
    • Manetho und die Hundssternperiode (das. 1845);
    • Untersuchungen über das kosmische System des Platon (das. 1852)
    • Zur Geschichte der Mondcyklen der Hellenen (Leipz. 1855);
    • Epigraphisch-chronologische Studien (2. Beitrag zur Geschichte der Mondcyklen, das. 1856);
    • Über die vierjährigen Sonnenkreise der Alten (Berl. 1863).

Auch die Memoiren der Berliner Akademie, die Dissertationen der Philologischen Gesellschaft und andere Zeitschriften enthalten reichhaltige Aufsätze von Böckh. Daneben hat er als Professor der Beredsamkeit an der Universität, sowie als erster Sekretär der Akademie, eine Reihe ausgezeichneter Reden in lateinischer und deutscher Sprache gehalten. Diese Kleinen Schriften wurden von Ascherson, Bratuscheck und Eichholtz gesammelt herausgegeben (Leipz. 1858-74, 7 Bde.). Böckh hat auch wesentlichen Anteil an der neuen Ausgabe der Werke Friedrichs d. Gr. Aus den Originalheften seiner 1809-65 gehaltenen Vorlesungen veröffentliche Bratuscheck die "Encyklopädie und Methodologie der philologischen Wissenschaften" (Leipz. 1877). Der "Briefwechsel zwischen August B. und Karl Otfried Müller", einen 20jährigen Zeitraum umfassend, erschien Leipzig 1883. Sein Leben beschrieb Klausen in Hoffmanns "Lebensbilder berühmter Humanisten" (Leipz. 1837). Vgl. Sachse, Erinnerungen an B. (Berl. 1868); Stark (in den Verhandlungen der Würzburger Philologen-Versammlung von 1868).

Weblinks


Mann | Deutscher | Geboren 1785 | Gestorben 1867 | Altphilologe

Philipp August Böckh | August Böckh

 

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