Die sogenannte Augsburger Märtyrersynode fand vom 20. bis 24. August 1527 statt. Ziel dieser Zusammenkunft, die aus rund 60 Abgesandten verschiedener Täufergruppen bestand, war es, in den zentralen täuferischen Lehrauffassungen zwischen den Schweizer und Süddeutschen Täufern zu einer Übereinstimmung zu kommen und wenigstens eine Konvergenzerklärung zu verabschieden. Die Bezeichnung Märtyrersynode rührt aus der Tatsache, dass die Teilnehmer der Zusammenkunft nur kurze Zeit später in ihren jeweiligen Wirkungsgebieten den Märtyrertod erlitten.
Dass Augsburg als Ort der Täufersynode gewählt wurde, hing zum einen mit seiner zentralen Lage zusammen. Die Gebiete des jungen Täufertums beschränkten sich zu diesem Zeitpunkt auf die Schweiz, den Elsass sowie auf Mähren und Tirol. Bedeutsam war sicherlich auch, dass es in Augsburg selbst eine zahlenmäßig starke Täufergemeinde gab, die sich 1527 noch relativ frei versammeln und aufgrund ihrer Größe für die rund 60 Teilnehmer einen geeigneten Versammlungsraum sowie Quartiere bieten konnte.
Die größte Gruppe unter ihnen bildeten die Anhänger Hans Huts:
Die zweitgrößte Gruppe bildeten die Mitglieder der Augsburger Täufergemeinde:
Die Schweizer Täufer waren mit drei Abgesandten vertreten:
Ebenfalls drei Synodale gehörten zum Kreis um Hans Denck:
Augsburger Treffpunkte der Täufersynode waren das Haus des Webers Gall Fischer, das Haus des Nestlers Konrad Huber sowie das Haus des Metzgers Matheis Finder. Zwei der drei Zusammenkünfte standen unter der gemeinsamen Leitung von Hans Hut und Hans Denck.
Der Eid und das Tragen von Waffen stand - so die Protokolle dieser Verhöre - wurden zu Anfang der Synode behandelt. Hans Hut widersprach in diesem Zusammenhang den Schweizer Täufern und befürwortete sowohl die Eidesleistung als auch den Kriegsdienst. Auch die Forderung der Schweizer, eine einheitliche Kleiderordnung für die Täufer festzulegen, stieß auf den Widerstand Hans Huts.
Mit großer Mehrheit verworfen wurde Hans Huts Prophetie, dass dreieinhalb Jahre nach dem Bauernkrieg, nämlich 1528, das Gericht Gottes kommen würde, die Sünde gestraft und die Obrigkeit ausgerottet werden sollte. Zwar stimmt man grundsätzlich mit ihm überein, dass die Wiederkunft Jesu Christi unmittelbar bevorstünde, lehnte aber eine Berechnung und Angabe des Zeitpunktes mit Hinweis auf die einschlägigen Bibelstellen ab. Nach langen Verhandlungen kam es zu einem Kompromiss in dieser Frage. Hut nahm zwar seine prophetischen Aussagen nicht zurück, versprach jedoch, fürderhin sie nicht öffentlich zu lehren sondern sie nur noch denen mitzuteilen, die privat dieses selbst herzlich begehrten.
Am Ende der Märtyrersynode stand die Übereinkunft, von Augsburg aus Missionare auszusenden, um in der Erwartung der nahen Wiederkunft Jesu möglichst viele der Auserwählten zu sammeln. Die täuferischen Sendboten wurden einzeln und zu zweit in folgende genau umrissene Gebiete gesandt:
Diesem groß angelegten Missionsplan blieb jedoch der Erfolg versagt. Die meisten der ausgesandeten Sendboten erlitten kurz nach dem Eintreffen in ihren zugewiesenen Wirkungsgebieten den Märtyrertod und machten damit die Augsburger Täuferzusammenkunft zur sogenannten Augsburger Märtyrersynode.
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"Augsburger Märtyrersynode".
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