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Auge-scharf.jpg | Menschliches Auge.jpg | Closeup of an blue-green human eye.jpeg Die Augenfarbe wird durch Pigmente in der Eigenschicht (Stroma) der Regenbogenhaut (lat. Iris) bestimmt. Diese Färbung betrifft allendings nicht die übrigen Anteile des Auges, korrekt müsste es also eher „Regenbogenhautfarbe“ heißen.

Grad der Pigmentierung


Der Grundton bei Menschen ist im Allgemeinen blau, hier ist das Stroma der Iris weitestgehend unpigmentiert und die Färbung kommt durch die dünne Pigmentschicht (Epithelium pigmentosum) auf der Hinterseite der Iris zustande. Dies zeigt sich besonders bei Babys, die meist blaue Augen haben, da bei ihnen der Farbstoff Melanin, der für die Färbung der Pigmente verantwortlich ist, kaum vorhanden ist. Die eigentliche Augenfarbe entsteht beim Menschen erst am Ende des ersten Lebensjahres und kann sich im Laufe der Pubertät noch verändern. Blaue Augen haben auch verschiedene Katzenrassen (z. B. Perserkatzen) und einige wenige Hunderassen.

Durch Einlagerung des braunfärbenden Melanins in die Iriseigenschicht bildet sich eine charakteristische Augenfarbe, die in Abhängigkeit von der Pigmentmenge über gelb und grün bis braun, bei entsprechend hoher Menge von Melanin sogar bis hin zu schwarz, reicht. Dieses korreliert beim Menschen meist mit der Haut- und Haarfarbe. So besitzen hellhäutige und blonde Menschen eher blaue Augen, während dunkelhäutige mit dunklen Haaren eine braune Irisfärbung aufweisen. Selten kann es vorkommen, dass sich nur in einem Auge Pigmente einlagern (Iris-Heterochromie). Dann besitzt die Person unterschiedliche Augenfarben (meist grün und blau). Auch kann man beobachten, dass die Augenfarbe mit der Sonneneinstrahlung zusammen hängt. Menschen in der Arktis / Antarktis haben meist blaue Augen, da dort kaum direkte Sonneneinstrahlung herrscht. Braune Färbungen der Iris sind für viele Säugetiere typisch.

Fehlt auch das Pigment in hinteren Epithel der Iris und in der Aderhaut, so scheinen die Blutgefäße des Augenhintergrunds hindurch und die Iris wirkt rot. Dieser Pigmentmangel betrifft auch die übrige Haut und die Haare. Säugetiere mit „roten“ Augen bezeichnet man als Albinos. Diese Erscheinung kommt beim Menschen vor und ist bei einigen Kaninchenrassen und Laborratten Rassemerkmal. Gelegentlich treten Albinos auch bei sonstigen Säugetieren auf.

Gelegentlich kann es durch Verdichtung des Bindegewebes im Irisstroma zur Bildung weißer Flecken kommen. Ein solches „Birkauge“ tritt häufiger bei gefleckten Hunderassen (Dalmatiner, Deutsche Dogge) und Pferden auf. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit. Diese weißen Flecken können die ganze Iris erfassen, so dass das ganze Auge weiß erscheint (sog. „Glasauge“).

Vererbung


An der Vererbung der Augenfarbe sind mindestens drei verschiedene Gene beteiligt, deren genaue Funktionen noch nicht restlos verstanden sind. Welche Augenfarbe das Kind haben wird, hängt dabei von der Kombination der Gene ab, die von den beiden Elternteilen an das Kind weitergegeben werden.

Das von G. C. Davenport und C. B. Davenport 1907 veröffentlichte 1-Gen-Modell erklärt die Vererbung der Augenfarbe am einfachsten, beschreibt die komplexe Realität der Vererbung nur unzureichend, wie man heute weiß. Nach diesem Modell gibt es nur ein Gen, welches die Augenfarbe (braun oder blau) festlegt. Dieses Gen liegt diploid, d.h. also in zwei "Kopien" vor. In dem Davenport-Modell gibt es für jede Kopie zwei Ausprägungen (Allele), nämlich eines für blaue Augen (d.h. keine Fähigkeit zur Melanin-Produktion) und ein Allel für braune Augen (d.h. Fähigkeit der Melanin-Produktion). Hat der Vater beispielsweise zwei braune Augenfarben-Allele, die Mutter dagegen 2 blaue Augenfarben-Allele, wird das Kind je ein braunes und ein blaues Allel erhalten.

Im Davenport-Modell hängt die Augenfarbe, die der Mensch später hat, davon ab, welches Allel dominant und welches rezessiv ist. Dabei gilt, braune Augen sind dominant, während blaue Augen rezessiv sind. Das heißt, im obigen Beispiel hätte das Kind braune Augen. In einer weiteren Generation können aber beide Gene gleichberechtigt weitergegeben werden. Wird das obige Kind der Vater, dessen Frau ebenfalls braune Augen (mit einem blauen und einem braunen Allel) hat, so ist die Wahrscheinlichkeit immerhin 25 %, dass ein blauäugiges Kind entsteht, das zwei blaue Gene hat und keine braunen Gene weitergeben kann. Zu weiteren 75 % wird das Kind braune Augen haben. Allerdings wird die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Allele blau ist, dennoch 50 % betragen.

Das oben geschilderte Davenport-Modell ist in verschiedener Sicht unzureichend. Zum einen behandelt es nicht die weiteren Augenfarben und deren Schattierungen, zum anderen erklärt es nicht, wieso auch zwei blauäugige Eltern braunäugige Kinder besitzen können.

In der Wirklichkeit wird die Vererbung der Augenfarben braun/grün/blau durch mehr als ein Gen kontrolliert. Dabei gilt die Funktion der Gene "bey2" (Abkürzung für engl. brown eye 2) und "gey" (green eye) als gesichert. Für das Gen bey2 existieren Allele für braune und blaue Augen, für das Gen gey liegen Allele für grüne und blaue Augen vor. Dabei gilt die folgende Dominanzreihenfolge: Von oben nach unten nimmt die Dominanz ab, die Rezessivität zu.

  • braun
  • grün
  • blau

Jedes dieser Gene liegt diploid vor. Dadurch können ebenso wie beim oben geschilderten vereinfachten Davenport-Modell rezessive Gene an die Kindgeneration weitergegeben werden, auch wenn diese Gene bei der Elterngeneration nicht den Phänotyp (also die äußere Erscheinung) bestimmen.

Man geht von der Wirkung weiterer Gene aus, die die verschiedenen Schattierungen der Farben beeinflussen und die Expression (d.h. das Auslesen) der anderen beteiligten Gene steuern, da auch die oben skizzierten Gene "bey2" und "gey" nicht alle Vererbungsfälle erklären. So wird der Fall braunäugiger Kinder bei Eltern mit blauen oder grünen Augen jenseits der oben beschriebenen Gene erklärt (a) durch Mutationen in der männlichen Keimbahn, (b) durch die Wirkung weiterer (evtl. regulierender) Gene und (c) durch die Komplexität der Melaninherstellung (siehe z.B. auch Forschungen von Rick Sturm). Dieser Prozess ist besteht aus einer Verkettung chemischer Reaktionen. Zur Verdeutlichung des Schemas stelle man sich stark vereinfacht den Prozess der Melaninherstellung als Folge der Umwandlung des Stoffes "A" nach "B" und "B" zu Melanin vor. Wenn nun bei einem Elternteil der erste Prozess (Umwandlung von "A" nach "B") genetisch bedingt nicht funktioniert, allerdings die Folgereaktion "B" nach Melanin ablaufen kann und beim anderen Elternteil zwar "A" in "B" umgewandelt werden kann, aber aufgrund der vorhandenen Gene nicht "B" in Melanin umgewandelt werden kann, dann besitzt kein Elternteil braune Augen (da bei keinem Elterteil die vollständige Reaktionskette ablaufen kann). Ein Kind kann aber von einem Elternteil die Fähigkeit der Umwandlung von "A" nach "B" und von anderen Elterteil die Fähigkeit der Umwandlung von "B" zu Melanin erben, so dass es braune Augen besitzt. Dies erklärt zum einen, warum die Augenfarbe von Kindern nicht nur wegen diploider Chromosonensätze stark von der Farbe beider Elternteile abweichen kann. Zum anderen wird auch deutlich, dass die Augenfarbe von Kindern nicht notwendigerweise in der Grosselterngeneration (oder anderer Generationen) zur Ausprägung gekommen sein muss.

Verbreitung


Etwa 90 Prozent aller Menschen weltweit haben braune Augen. Der Rest verteilt sich auf Blau und Grün, wobei Grün die seltenste Augenfarbe ist. Finnland ist das Land in dem Blauäugigkeit am Häufigsten auftritt (bei 90% der Bevölkerung).

Augenfarbe als biologisches Merkmal


Die Augenfarbe und ihr Zusammenhang mit Hautton und Haarfarbe bestimmt maßgeblich mit über das Erscheinungsbild eines Menschen und ist deshalb ein Hauptelement der Farbtypenlehre. Die Augenfarbe wird als (weitgehend) unveränderliches Körpermerkmal in den Personalausweis eingetragen und ist üblicherweise Bestandteil einer genauen Personenbeschreibung.

Auge

Eye color | Color de ojos | رنگ چشم | Dath nan sùilean | Kolor oczu | Olho humano | Ögonfärg

 

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