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Ein Aufschießer ist ein Segelmanöver, bei dem ein in Fahrt befindliches Boot in den Wind gesteuert wird, um es zum Stillstand zu bringen.

Aufschießer


Segelman Aufschiesser 01de.jpg

Vorgang

Ein Segelboot hat keine Bremsen. Um es trotzdem an einer gewünschten Stelle (z. B. Steg, Boje) zum Stehen zu bringen, steuert der Rudergänger einen gedachten Punkt an, der etwa drei bis vier Bootslängen von der Stoppstelle entfernt genau in Lee liegt. An diesem Punkt werden die Schoten losgeworfen; der Steuermann legt Ruder und steuert direkt auf die Stoppstelle zu.

Dadurch, dass der Wind jetzt genau von vorne kommt, killen die Segel, das Boot hat keinen Vortrieb mehr und legt die oben erwähnten drei bis vier Bootslängen Auslaufstrecke auf "Kurs im Wind" zurück, bis es an der Stoppstelle stehen bleibt. Um die Auflaufstrecke bei unterschiedlichen Bedingungen richtig einzuschätzen, ist einiges an Erfahrung notwendig, da sie von mehreren Faktoren beeinflusst wird:

Faktoren für die Länge der Auslaufstrecke

  • Größe und Gewicht des Bootes: je größer und schwerer das Boot ist, desto länger ist auf Grund der größeren Massenträgheit die Auslaufstrecke.

  • Stärke des Windes und Höhe des Wellengangs: je stärker der Wind und je höher der Wellengang ist, desto kürzer ist die Auslaufstrecke. Wind und Wellen kommen von vorne und bremsen das Boot.

  • Ruderlage beim Aufschießen: je härter Ruder gelegt wird, desto mehr wird das Boot bei der Drehung abgebremst, und desto kürzer ist die Auslaufstrecke.

  • Geschwindigkeit beim Ansatz zum Aufschießer: je schneller das Boot vor der Hartruderlage ist, desto länger ist die Auslaufstrecke.

Nahezu-Aufschießer


Segelman Nahezu-Aufsch 01de.jpg Während ein Segelboot bei ruhigem Wasser relativ problemlos an einer bestimmten Stelle zum (vorübergehenden) Stillstand gebracht werden kann, ist dies bei hohem Seegang schwierig bis unmöglich. Für diesen Fall gibt es eine modifizierte Variante des Aufschießers, den Nahezu-Aufschießer. Hierbei werden das Loswerfen der Schoten und die Ruderlage nicht wie beim Aufschießer drei bis vier Bootslängen genau in Lee der Stoppstelle eingeleitet, sondern schon etwa drei Bootslängen davor. Dadurch nähert sich das Boot der Stoppstelle mit killenden Segeln auf einem Am-Wind-Kurs.

Vorteile des Nahezu-Aufschießers

  • Reicht die Fahrt des Bootes nicht aus, um bis zur Stoppstelle zur gelangen (das Boot "verhungert"), kann durch kurzes Dichtholen der Schoten wieder etwas mehr Fahrt aufgenommen und so das Ziel erreicht werden.

Literatur


  • Seemannschaft, Delius Klasing Verlag, Bielefeld. ISBN 3768805239

Segeln | Seemannschaft

 

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