Die Gebirgsbildung (Orogenese) wird durch tektonische Vorgänge verursacht, die durch die Verschiebung von Kontinentalplatten erzeugt werden. Auch die Art des Gesteins, sein inneres Gefüge und Wassergehalt beeinflussen den Vorgang, sowie äußere Einflüsse wie klimatische Faktoren und Erosionsprozesse. Sie bestimmen darüber, welche Form ein Gebirge (Orogen) annimmt, wie hoch es bei welcher Hebungsrate wird, und wie lange sein Aufbau bzw. seine allmähliche Einebnung dauern.
Nach Hans Stille unterteilt man die geologische Geschichte Europas in vier wesentliche Gebirgsbildungsphasen: fennosarmatische, kaledonische, variskische und alpine Phase.
Fast alle "jungen" Faltengebirge der Erde sind in den letzten 20-40 Millionen Jahren in der letzten dieser Phasen entstanden - in der sog. Epoche der "alpinen Gebirgsbildung". Neben den Alpen ist auch der Entstehung des Karpatenbogens und vieler Gebirgsketten Asiens (z.B. des Zagros-Gebirges in Persien) die Bildung einer "Geosynklinale" vorausgegangen: einer großen Einsenkung, in der sich mächtige Schichten von Tiefsee-und anderen Sedimenten ablagerten, bevor die Senkung durch großtektonische Vorgänge zu einem Hebungsgebiet wurde. Diese Gesteine wurden später umgewandelt und teilweise über hunderte km verschoben, sodass sie sich heute in einzelnen Bergketten der Alpen finden.
In der heutigen Alpenregion fand die o.e. synklinale Einsenkung vor etwa 50 Mill. Jahren statt; die damals gebildeten Meeressedimente waren bis zu einigen Kilometern dick und sind heute z.B. als sandsteinartiger und toniger Flysch zu den Voralpen aufgefaltet. Nach innen folgt Kalkgestein (nördliche und südliche Kalkalpen, während die Zentralalpen - z.B. die Hohen Tauern - aus "Kristallin" (Granit und Metamorphiten wie Gneis oder Schiefer aufgebaut sind.
Die Auffaltung der Alpen hält bis heute an (mit 1-3 mm pro Jahr), wird aber durch etwa gleichstarke Erosion wettgemacht. Nach der stärksten Hebungsphase (vor etwa 25 Mill.Jahren) war die Erosion stärker und furchte das weiträumig gehobene Gebiet an tektonischen Schwächezonen durch lange und kürzere Täler ein.
Siehe auch: Kontinentalabhang, Magmatite
Charakteristische Einzelfälle meist sehr großflächiger und bedeutender Orogenesen der Erdgeschichte sind:
| Orogenese- Zeitalter | Anfangsphase | Angaben in myaHöhepunkt oder Ende | Derzeitige Phase | Wo? Kontinent? |
|---|---|---|---|---|
| alpidisch- | Kreide, Känozoikum100 | 50 | rezent wachsend | Alpen, Himalaya, Karpaten- | Kontinent Eurasien und Subkontinent Indien
| variskisch- alleghenisch | mittleres Paläozoikum400 | 300 | Erosion | Südliche Appalachen, die pre- Rocky Mountains und Anden, Ural, Schwarzwald, Harz, Rheinisches Schiefergebirge- | Superkontinent Pangäa
| kaledonisch- | frühes Paläozoikum510 | 410 | Erosion | Nördliche Appalachen, Schottland, Norwegen- | Alte Großkontinente Gondwana und Euramerika
| cadomisch- | Proterozoikum650 | 545 | Durch Plattentektonik,Sedimentation, Vulkanismus überlagert. | Dobra Gneis (1377 mya) der Böhmischen Masse, im Waldviertel in Österreich- | Superkontinent Rodinia
| Wopmay- | frühes Proterozoikum2.000 | 1.800 | Ehemals überlagert, durch eiszeitliche Abschleifung teilweise freigelegt. | Im westlichen Kanadischen Schild, Grönland, der Nordwesten Australiens und Südafrika - | Superkontinent Kenorland
| Slave Province Orogen- | Archaikum4.030 | ? | Überlagert, in kleinsten Gebieten der Kratone durch eiszeitliche Gletscher freigelegt. | Acasta Gneis (4.030 mya) in der Sklavenprovinz in Kanada, Isua Gneis in Grönland und in den Schilden der Kontinente - | Superkontinent "Erste Erde"?
Englisch:
গিরিজনি | Orogeneze | Orogeny | Orogénesis | Orogenia | Orogénèse | Gebergtevorming | Orogeneza | Горообразование | Orogeneza | Orogenéza | Orogeneza | Orogenes
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"Gebirgsbildung".
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