Die Auferstehung Jesu Christi ist für das Neue Testament (im Folgenden: NT) die entscheidende Wende vom ewigen Tod zum ewigen Leben. Gott habe Jesus Christus am „dritten Tag“ nach seinem Tod am Kreuz von den Toten „auferweckt“: Von der Realität dieses Geschehens waren alle Urchristen überzeugt und stellten es daher in den Mittelpunkt ihres Glaubensbekenntnisses, ihrer Verkündigung und Mission.
Dieses Ereignis wird im wichtigsten Fest des Christentums jedes Jahr zu Ostern gefeiert und neu verkündet. Welche Erfahrung dahintersteht und welche Bedeutung diese für Menschen heute haben kann, wird historisch, theologisch, philosophisch und pädagogisch unter Christen wie Nichtchristen heftig und kontrovers diskutiert.
Auferstehung im NT
Ostertexte
Das ganze NT geht von der Auferstehung Jesu Christi aus, in der das Heil und die Zukunft aller Sterblichen und des
Kosmos eingeschlossen sei. Die wichtigsten zusammenhängenden Texte, die sich im engeren Sinne auf die Osterereignisse beziehen, sind:
- 1 Kor 15,3-11: die Liste der Osterzeugen aus der Jerusalemer Urgemeinde
- 1 Kor 15,12-58: die daran anschließende Auferstehungstheologie des Paulus von Tarsus
- Mk 15,42-16,8: die Erzählung von der Grablegung Jesu und Entdeckung des leeren Grabes durch die Frauen
- Mt 27,57-28,20 und Lk 23,50-24,53: die synoptischen Varianten dieser Geschichte, verbunden mit Jüngervisionen und Missionsauftrag
- Apg 1,1-11: die Himmelfahrt als Erscheinung des Auferstandenen, verbunden mit seinem Missionsauftrag
- Joh 19,38-21,25: die johanneische Verbindung und Erweiterung von Grab- und Erscheinungstradition
- Petrusevangelium 8,28 - 11,49: ein apokrypher Text, den manche Forscher, z.B. Gerd Theißen, für die älteste Verbindung von Grab- und Erscheinungstradition halten.
Die Auferstehungstexte werden in die zwei Hauptgattungen Formel- und Erzähltradition eingeteilt. Letztere wird in Erscheinungs- und Graberzählungen unterteilt. Zur Formeltradition gehören fest geprägte frühe Glaubens- und Bekenntnissätze
- Gott hat Jesus von den Toten erweckt: Röm 10,9; 1 Kor 6,14; 1 Kor 15,15
- Gott, der Jesus von den Toten erweckt hat: Röm 4,24; 8,11; 2 Kor 4,14; Gal 1,1; Kol 2,12
- Jesus ist gestorben und auferstanden: 1 Thess 4,14; 1 Kor 15,3f; 2 Kor 5,15
- der Menschensohn wird getötet werden und nach drei Tagen auferstehen: Mk 8,31; 9,31; 10,33f
- Den hat Gott auferweckt...: Apg 2,24
- Den hat Gott auferweckt von den Toten...: Apg 3,15
- ...den Gott von den Toten auferweckt hat: Apg 4,10
- der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt...: Apg 5,30
- Den hat Gott auferweckt am dritten Tage...: Apg 10,40
- Berichte von Erscheinungen des Auferstandenen findet man in den Evangelien und der Apostelgeschichte:
- Mt 28,9-10: Jesus erscheint drei Frauen unterwegs nach Galiläa und beauftragt sie, die Jünger dorthin zu senden
- Mt 28,16-20: Jesus erscheint den Elf (ohne Judas Iskariot) in Galiläa und beauftragt sie zur weltweiten Mission, Taufe und Lehre zum Halten seiner Gebote
- Lk 24,13-35: Jesus erscheint zwei Jüngern bei Emmaus auf dem Weg nach Galiläa
- Lk 24,36-49: Jesus erscheint allen elf Aposteln in Jerusalem, überwindet ihren Unglauben durch Betasten, Sehen der Wundmale an Händen und Füßen und Essen, erklärt seine Passion mit der Schrift und beauftragt sie zur weltweiten Mission
- Joh 20,11-18: Jesus erscheint Maria Magdalena vor dem leeren Grab
- Joh 20,19-23: Jesus erscheint den elf Jüngern in Jerusalem, überwindet ihren Unglauben durch Zeigen der Wundmale an Händen und Seite (Speerstich), beauftragt sie zur Gemeindegründung, verleiht ihnen den Heiligen Geist und gibt ihnen die Vollmacht, Sünden zu erlassen
- Mk 16,9-20: Aufzählung der Erscheinungen vor Maria Magdalena, den zwei Emmaus-Jüngern und den Elf
- Apg 9,1-9: Jesus erscheint dem Christenverfolger Paulus auf dem Weg nach Damaskus (als Fremdbericht)
- Apg 22,6-11 und Apg 26,12-18: Paulus berichtet von dieser Begegnung (als Eigenberichte).
- Berichte vom Auffinden des leeren Grabes Jesu in Jerusalem findet man in:
- Mk 16,1-8: Das Grab ist offen, in ihm begegnet den Frauen ein Engel mit der Osterbotschaft. Die Frauen fliehen und sagen aus Furcht niemand etwas.
- Mt 28,1-8: Das Grab wird von einem Engel vor den Augen der Frauen geöffnet. Die Frauen erzählen die Botschaft weiter „mit Furcht und großer Freude".
- Lk 24,1-12: Das Grab ist offen; zwei Engel verkünden die Osterbotschaft mit Jesu eigenen Worten. Die Frauen geben diese weiter, aber die Jünger glauben ihnen nicht.
- Joh 20,1-10: Nur Maria Magdalena geht zum Grab, findet es offen, teilt dies Petrus und dem Lieblingsjünger Jesu mit. Diese laufen um die Wette zum Grab und finden darin die Schweißtücher Jesu.
Grundmotive
- der neue Leib (2 Kor 5)
- die Zukunft aller Toten (1 Kor 15)
- Vergebung, Versöhnung und Überwindung des Unglaubens (synoptische Ostertexte)
- die Frage nach dem Sinn des Sterbens Jesu (Emmausjünger Lk 24)
- der Ruf zur Umkehr (Petruspredigten der Apostelgeschichte)
- die Weitergabe der Reich-Gottes-Botschaft und Ethik Jesu (Missionsauftrag der Evangelien)
- die Verheißung einer vom Tod befreiten verwandelten Welt (Johannesoffenbarung).
Möglicher Ablauf der Osterereignisse
Die Erzählungen in den Evangelien über die Auferstehung Jesu Christi variieren in Einzelheiten, stimmen aber in den Hauptaussagen überein:
Jesus Christus wurde nach seinem Tod am Kreuz noch am Freitag vor dem
Sabbat im Felsengrab des
Josef von Arimathäa bestattet, das Grab wurde mit einem Stein verschlossen. Einige Frauen - unter ihnen
Maria Magdalena - wollten am frühen Sonntag die Einbalsamierung vornehmen, fanden aber den Stein vom Grab weggerollt und das Grab leer (siehe
noli me tangere), ebenso die Jünger, die sich davon überzeugen wollten. In den folgenden vierzig Tagen erlebten die Jünger unter verschiedenen Umständen Erscheinungen von Jesus, die sie als körperliche Erscheinungen erlebten (Jesus aß, ließ sich berühren, etc.) und die sie, in Verbindung mit dem leeren Grab, überzeugt verkünden ließen, Jesus sei vom Tod auferstanden.
Die historisch-kritische Diskussion
Rationalismus
Zu Beginn der historischen Erforschung des NT im
Zeitalter der Aufklärung diskutierte man über das leere Grab Jesu und versuchte, es rationalistisch zu erklären.
Für Hermann Samuel Reimarus (1694-1768) traf ein Vorwurf von Jerusalemer Juden zu, den Mt 28,11-15 als verabredete Lüge der sadduzäischen Gegner Jesu zurückweist: seine Jünger kamen nachts und stahlen ihn, während wir [die Bewacher des Grabes schliefen. Nur durch diesen Diebstahl des Leichnams Jesu, so Reimarus' Betrugshypothese, hätten seine Anhänger ihn als für die Sünden der Menschen gestorbenen, nun auferstandenen Erlöser in Jerusalem verkünden können.
Heinrich Eberhard Gottlob Paulus (1761-1851) dagegen nahm an, Jesus sei bei seiner Bestattung in einem Felsengrab nur scheinbar tot gewesen und später vorübergehend ins Leben zurückgekehrt. Diese Scheintodhypothese wurde im 19. Jahrhundert u.a. von Friedrich Schleiermacher erwogen und wird heute gern von Esoterikern und modernen Gnostikern vertreten. Auch Franz Alt vertrat sie in seinem Buch Jesus - der erste neue Mann (1989).
Ein anonymer Aufsatzautor vertrat 1799 die Umbestattungsthese, die Heinrich Holtzmann und Joseph Klausner später aufgriffen. Joseph von Arimathia habe Jesu Leichnam ohne Kenntnis der Jünger in ein anderes Grab verlegt, so dass Maria von Magdala zu Recht trauerte (Joh 20,13): Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
Diese Erklärungsversuche gehen gemeinsam davon aus, dass Jesu Grab tatsächlich leer war, deuten dies aber ohne Auferstehungswunder. Sie begründen den Auferstehungsglauben also entgegen den Eigenaussagen der Texte aus einer absichtlichen oder irrtümlichen Fehldeutung des leeren Grabes.
Subjektive Visionshypothese
Mit
David Friedrich Strauß (1808-1874) verlagerte sich das historische Interesse auf die Erscheinungen Jesu: Sie, nicht die „Legende" vom leeren Grab, hätten den Osterglauben der Jünger hervorgerufen. Deren Berichte von Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus seien Ausdruck tatsächlicher innerer Erlebnisse.
Diese „Visionen“ seien eine psychologische Reaktion auf den Widerspruch zwischen Messiasglauben der Jünger und Jesu Kreuzestod gewesen: Sie hätten dieses Scheitern bewältigt, indem sie den Tod als schriftgemäßes, von Gott gewolltes Heilsereignis nach Jes 53 und Psalm 22 deuteten und Jesus mit einem kreativen „frommen Enthusiasmus“ zu Gott erhöht hätten. Später hätten sie ihre Visionen mythologisch und apologetisch ausgestaltet: Motive, wonach Jesus als göttliches Wesen durch verschlossene Türen kam und ging und die Jünger mit ihm aßen und tranken, hätten nachträglich die Realität des Erlebten betonen sollen.
Diese Sicht des Osterglaubens als innerpsychischer Vorgang ohne äußeren Anstoß bestimmte die liberale Theologie im 19. Jahrhundert weithin. C. Holsten (1825-1897) führte sie auch für das Bekehrungserlebnis des Paulus (Apg 9/22/26) aus. Vorausgesetzt wurde dabei ein tatsächlicher Messiasanspruch Jesu, so dass sein Kreuzestod zur Glaubenskrise der Jünger wurde.
Diese Annahme stellte William Wrede (1859-1906) in Frage (Das Messiasgeheimnis 1901): Jesus sei nicht als Messias aufgetreten, sondern erst aufgrund der Ostererscheinungen wie in Röm 1,3f als messianischer Sohn Gottes verehrt worden. Damit kehrte sich die Betrachtung um: Im 20. Jahrhundert wurde der Auferstehungsglaube nicht als Folge des vorösterlichen Messiasglaubens, sondern als Grund des nachösterlichen Messiasglaubens der Jünger erklärt. Damit war erneut offen, was den Anstoß zu beiden gab.
Der Neutestamentler Gerd Lüdemann (Die Auferstehung Jesu 1994) vertritt gegenwärtig eine Neuauflage der subjektiven Visionshypothese: Die Geschichte vom leeren Grab sei eine späte apologetische Legende. Nur Petrus und Paulus sei Jesus ursprünglich „erschienen": nicht real, sondern nur in ihrer Seele. Alle übrigen Jüngervisionen seien abhängig von der Überlieferung dieser Primärvisionen entstanden und nur durch Massensuggestion - wie die Vision der 500 (1 Kor 15,6) - erklärbar. Die Erstvisionen versucht er psychologisch zu erklären: Jesu plötzlicher Tod habe den Trauerprozess bei Petrus blockiert. Um seine Schuldgefühle gegenüber dem von ihm verratenen Toten zu bewältigen, sei seine Vision entstanden. Der Verfolger Paulus sei durch Jesus unbewusst fasziniert gewesen, dies sei irgendwann in ihm durchgeschlagen.
Kerygmatheologie
In der von etwa 1920 bis 1960 in Deutschland führenden „Kerygmatheologie" trat die historische Frage nach der Entstehung der Ostertexte zurück. Zugleich wurden Jesu Ostererscheinungen als unerklärbarer Anstoß zur neutestamentlichen Traditionsbildung aufgefasst aus zwei Hauptgründen:
1. Die neue exegetische Methode der Formgeschichte ergab, dass schon die frühesten kleinen Texteinheiten von meist wenigen Versen („Perikopen") von Verkündigungsabsichten für und durch urchristliche Gemeinden geformt waren und kaum zuverlässige Aussagen über die historischen Tatsachen erlauben. Keiner der messianischen Hoheitstitel ließ sich sicher auf den historischen Jesus zurückführen. Damit wurde immer wahrscheinlicher, dass der Osterglaube der einzige Anstoß zur Evangelienverschriftung war, der alle vorösterlichen Traditionen umschmolz und den aktuellen Gemeindebedürfnissen unterwarf. Was den objektiven Anstoß zum Osterglauben selber gab, blieb unerklärbar.
2. Jesus und seine Jünger erwarteten das Reich Gottes: eine neue, verwandelte Welt, die bald die alte, von Sünde und Tod beherrschte Welt ablösen würde. Daher konnten seine Anhänger seine Auferstehung nur als Beginn der neuen Welt deuten, die eine neue Seinsweise für die Gläubigen schon in dieser Welt schuf und ermöglicht. Der angemessene Zugang zu diesem Ereignis sei, so die Theologen, daher nicht die historische Rückfrage, sondern nur der durch die Verkündigung gestiftete Glaube, der auf jeden Rückhalt an weltlichen Tatsachen verzichte. Das singuläre Auferstehungswunder lasse sich nicht im Rahmen dieser vergehenden Welt erklären und verifizieren, es könne nur schlicht geglaubt werden. Zum Wissen werde es erst bei der Ankunft der neuen Welt, die mit ihm verheißen sei.
Für Rudolf Bultmann war Christus „ins Kerygma auferstanden“: Die im mündlichen Wort der kirchlichen Predigt verkündete Auferstehungsbotschaft wird für ihn so selber zu einem „eschatologischen Ereignis", das die Hörer vor eine aktuelle, endgültige Entscheidung über ihr Selbstverständnis stelle. Nicht, wer Jesus sein wollte und was er tatsächlich gesagt und getan habe, sei für den Glauben noch wichtig, sondern dass er gekommen sei.
Objektive Visionshypothese
In der Nachkriegszeit begann eine neue Suche nach den historischen Gründen für die Osterverkündigung des NT. Der Kirchenhistoriker
Hans Freiherr von Campenhausen (
Der Ablauf der Osterereignisse und das leere Grab 1952) vertrat, die Entdeckung des leeren Grabes Jesu sei der Anstoß für den Auferweckungsglauben gewesen. Petrus habe die Jünger daraufhin in Jerusalem gesammelt und nach Galiläa geführt, wo Jesus ihnen erschienen sei. Die spätere Überlieferung habe diese Abfolge dem
Engel im Grab als Ankündigung in den Mund gelegt.
Hans Graß (Ostergeschehen und Osterberichte 1956) vertrat den umgekehrten Ablauf: Nur die unerwarteten Erscheinungen Jesu könnten den Osterglauben und die Gründung der Urgemeinde erklären. Die Geschichte von der Grabfindung dagegen sei eine späte apologetische Legende, die die Auferstehungsbotschaft in Jerusalem nachträglich bestätigen sollte. Jesus sei wahrscheinlich als Verbrecher mit den anderen hingerichteten Zeloten an unbekanntem Ort verscharrt worden.
Auch Willi Marxsen (Die Auferstehung Jesu als historisches und theologisches Problem 1964) nahm die Priorität der Erscheinungen an. Aber er unterschied das unerklärbare „Sehen“ der Jünger (griech. ophtae in der Liste der Osterzeugen 1 Kor 15,3-8) von der „Auferweckung“: Dies sei bereits eine Deutung, die die Jünger ihren Erscheinungen gaben. Sie sei zeitbedingt aus vorgegebenen apokalyptischen Traditionen abgeleitet und unwesentlich für den eigentlichen Osterglauben: Die Sache Jesu geht weiter.
Klaus Berger (Die Auferstehung der Propheten und die Erhöhung des Menschensohnes 1976) versuchte, diese Deutung der Seh-Erlebnisse der Jünger als historisch möglich zu erweisen: Damalige Juden hätten durchaus an eine Auferweckung Einzelner vor dem Weltende und der allgemeinen Totenauferstehung glauben können. So sei Jesus schon vor seinem Tod für den „wiedergeborenen" Johannes der Täufer gehalten worden (Mk 6,14); auch Off 11,11f rede von der Auferweckung einzelner Zeugen.
Verifizierungsversuche
Ausgehend von der Annahme, dass die Auferweckung aller Toten im Judentum damals erwartet wurde, sah auch
Ulrich Wilckens (
Auferstehung 1970) diese Erwartung als Deutungsrahmen für die Jesuserscheinungen der Jünger. Aber er betonte das Neue des urchristlichen Osterglaubens: Die Vorwegnahme (
Prolepse) dieser Auferstehung an einer einzelnen Person sei singulär im Judentum.
Wolfhart Pannenberg führt diese Auffassung in seiner Systematischen Theologie (1991) aus. Er betonte schon 1959 gegen die Bultmannschule, die historische Wissenschaft sei der einzige Weg, Gewissheit über Grundaussagen des christlichen Glaubens zu erlangen. Er hält Grabtradition und Erscheinungstraditon für gleich ursprünglich, aber unabhängig voneinander entstanden. Erst nachdem die Jünger, denen Jesus in Galiläa erschien, wieder nach Jerusalem zurückgekehrt seien, hätten sie dort vom leeren Grab erfahren, das die Frauen inzwischen gefunden hätten. So habe es ihre vorherige Jesusbegegnung bestätigt. Die Erscheinungen seien zudem in ähnlicher Form an ganz unterschiedlichen Orten zu unterschiedlicher Zeit passiert. Damit weist Pannenberg die subjektive Visionshypothese zurück: Was durch verschiedene Sachverhalte bestätigt wird, könne nicht Produkt subjektiver Phantasie sein, sondern müsse auf einer realen Erfahrung basieren. Die Jünger hätten tatsächlich den auferweckten Jesus gesehen, da ihre Glaubensaussagen sonst nicht aus jüdischem Glauben ableitbar seien.
In einem weiteren Schritt versucht Pannenberg den Geschichtsbegriff so zu erweitern, dass er notwendig auf ein Ende der Geschichte, das deren Gesamtsinn erst aufdeckt, verweist. So soll die Auferstehung Jesu als vorweggenommene Offenbarung dieses Sinns der Geschichte auch dem aufgeklärten Historiker einsichtig und annehmbar werden.
Literatur
Überblick
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- Paul Hoffmann, Reinhard Staats: Auferstehung II. Auferstehung Jesu Christi II/1. Neues Testament II/2. Alte Kirche. In: Theologische Realenzyklopädie 4 (1979), S. 478-529 (umfassender Überblick)
- Paul Hoffmann (Hrsg.): Zur neutestamentlichen Überlieferung von der Auferstehung Jesu. Wege der Forschung 522. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1988 (Aufsatzsammlung)
- Bertold Klappert (Hrsg.): Diskussion um Kreuz und Auferstehung. Auseinandersetzung in Theologie und Gemeinde. (Überblick über die Diskussion der 1950er und 1960er Jahre mit zum Teil unveröffentlichen Aufsätzen verschiedener prominenter Theologen) Aussaat Verlag, Wuppertal 1967, ISBN 3761546610
- Gerd Theißen, Anette Merz: Der historische Jesus. Vandenhoeck & Ruprecht, 2. Auflage, Göttingen 1997, S. 415-446: Jesus als Auferstandener. ISBN 352552143X
- Fritz Viering (Hrsg.): Die Bedeutung der Auferstehungsbotschaft für den Glauben an Jesus Christus. Gütersloh 1966 (Aufsatzsammlung)
- Anton Vögtle: Biblischer Osterglaube. Hintergründe – Deutungen – Herausforderungen. Hrsg: Rudolf Hoppe, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1999
Religionshistorische Untersuchungen
- Friedrich Avemarie, Hermann Lichtenberger (Hrsg.): Auferstehung = Resurrection. The Fourth Durham-Tübingen Research Symposium, Resurrection, Transfiguration and Exaltation in Old Testament, Ancient Judaism and Early Christianity. Mohr Siebeck, WUNT 135, Tübingen 2001, ISBN 3161482735
- Reimund Bieringer, V. Koperski, B. Lataire (Hrsg.): Resurrection in the New Testament. Festschrift Jan Lambrecht. BEThL 165. Univ. Press, Leuven u.a. 2002
- Nicholas Thomas Wright: The Resurrection of the Son of God. Christian Origins and the Question of God. SPCK, London 2003 ISBN 0800626796 (817 S.)
- Stephen T. Davis, Daniel Kendall, Gerald O’Collins (Hrsg.): The Resurrection. An Interdisciplinary Symposium on the Resurrection of Jesus, Univ. Press, Oxford (1997) 1998
Systematische Diskussion
- Richard Swinburne: The Resurrection of God Incarnate Oxford University Press, 2003, ISBN 0-19-925746-9 (analytische Religionsphilosophie)
- Hans Kessler: Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Die Auferstehung Jesu Christi in biblischer, fundamentaltheologischer und systematischer Sicht. Patmos, Düsseldorf 1985. erw. Neuausg. Echter, Würzburg 2002
- Tilman Schreiber: Die soteriologische Bedeutung der Auferweckung Jesu Christi in gegenwärtiger systematischer Theologie. Lang, Frankfurt a.M. 1998
- Werner Thiede: Auferstehung der Toten – Hoffnung ohne Attraktivität? Grundstrukturen christlicher Heilserwartung und ihre verkannte religionspädagogische Relevanz. Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie 65. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1991
- Georg Essen: Historische Vernunft und Auferweckung Jesu. Theologie und Historik im Streit um den Begriff geschichtlicher Wirklichkeit. Tübinger Studien zur Theologie und Philosophie 9. Matthias-Grünewald-Verl., Mainz 1995 (Theologiegeschichte 1800-1995)
- Frans Hinkelamert: Das Reich des Lebens und das Reich des Todes: Leben und Tod in der christlichen Botschaft. In: derselbe: Die ideologischen Waffen des Todes. Zur Metaphysik des Kapitalismus. Exodus Verlag, Münster 1985, S. 163 ff
- Adriaan Geense: Auferstehung und Offenbarung. Über den Ort der Frage nach der Auferstehung Jesu Christi in der heutigen deutschen evangelischen Theologie. Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie 27. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1971 (ev. Theologie 1924-1970)
Auferstehung Jesu als historisch verifizierbares Ereignis
- Hans Freiherr von Campenhausen: Der Ablauf der Osterereignisse und das leere Grab. Heidelberg 1966
- William Lane Craig: The Son Rises: Historical evidence for the resurrection of Jesus , Wipf & Stock Publishers, 2001, ISBN 1579104649
- William Lane Craig: 'Knowing the Truth About the Resurrection, Ann Arbor: Servant, 1988, ISBN 089283384X
- Heinzpeter Hempelmann: Die Auferstehung Jesu Christi - eine historische Tatsache? Argumente für den Osterglauben. 3., erw. Aufl. Brockhaus, Wuppertal u.a. 2003 ISBN 3-417-29504-1 (allgemeinverständlich, will überzeugen)
- Hans-Joachim Eckstein, Michael Welker (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Auferstehung. Neukirchener, Neukirchen-Vluyn 2002
- Walter Künneth: Theologie der Auferstehung, München 1951
- Walter Künneth: Auferstehung Christi, II, Dogmatisch (Artikel Auferstehung in RGG, 3. Auflage, Band I, Spalte 700f)
- Wolfhart Pannenberg: Die historische Problematik der Auferweckung Jesu. In: Grundzüge der Christologie. Gütersloh 1964
- Wolfhart Pannenberg: Dogmatische Thesen zur Lehre von der Offenbarung. In: Offenbarung als Geschichte. Göttingen 1961
- Ulrich Wilckens: Hoffnung gegen den Tod. Die Wirklichkeit der Auferstehung Jesu. 2. Aufl. Neuhausen-Stuttgart, Hänssler 1997 ISBN 3-7751-2735-6
Auferstehung Jesu als mythologische, legendarische und psychologische Reaktion auf Jesu Tod
- Rudolf Bultmann: Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung. In: Kerygma und Mythos. Hrsg: H.W. Bartsch, Hamburg 1960
- Gerd Lüdemann: Die Auferweckung Jesu von den Toten: Ursprung und Geschichte einer Selbsttäuschung. zu Klampen, Lüneburg 2002, ISBN 3-934920-20-9
- Hans Graß: Ostergeschehen und Osterberichte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1956. 4. Aufl. 1970
- Willi Marxsen: Die Auferstehung Jesu als historisches und als theologisches Problem, Gütersloh 1964
- Willi Marxsen: Die Auferstehung Jesu von Nazareth, Gütersloh 1968
- Willi Marxsen: Die Sache Jesu geht weiter, Gütersloh 1976
- Willi Marxsen: Jesus and Easter. Did God Raise the Historical Jesus from the Dead?, Nashville, 1990
Auferstehung als nicht historisch verifizierbare Offenbarung
- Karl Barth, Kirchliche Dogmatik Band III/2, § 47 (Auseinandersetzung mit Rudolf Bultmann), Band IV/1, § 59 (Versöhnungslehre). Zollikon, Zürich 1959
- Walter Kreck: Die Zukunft des Gekommenen. Grundprobleme der Eschatologie. München 1966
- Jürgen Moltmann: Theologie der Hoffnung. Untersuchungen zur Begründung und zu den Konsequenzen einer christlichen Eschatologie. In: Beiträge zur Evangelischen Theologie, Hrsg.: Ernst Wolf, Band 38, München 1964
- Leonard Goppelt: Das Osterkerygma heute. In: Lutherische Monatshefte, 3. Jahrgang Band 2, 1964
Siehe auch
Weblinks
- }}
- Nikodemus-TV: Ostern, wie es wirklich war
- Peter Zoeller: Zur Historizität der Auferstehung Jesus Christus
- Historizität der Auferstehung Jesu Christi
- Karl-Heinz Ohlig: Auferstehung, was bedeutet das? Teil I, Imprimatur 1/2005, Teil II, Imprimatur 2/2005, Teil III, Imprimatur 3/2005
- Bastian Basse: Theologie der Auferstehung (Vorlesungsmitschrift)
- William Lane Craig: Contemporary Scholarship and the Historical Evidence for the Resurrection of Jesus Christ (englisch)
- Pat Zukeran: Resurrection, Fact or Fiction? (englisch)
- Norman L. Geisler and Farrell Till: The Geisler-Till Debate: Did Jesus of Nazareth Bodily Rise from the Dead? (1994) (englisch)
- Edwin Yamouchi: Easter: Myth, Hallucination, or History? (englisch)
- Russ Wise: Cruci-fiction and Resuscitation: The Greatest Hoax in the History of Humanity? (englisch)
- N. T. Wright: Jesus' Resurrection and Christian Origins, Gregorianum, 2002, 83/4, 615–635 (englisch)
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