Audi Space Frame bezeichnet die von Audi entwickelte selbsttragende Karosserie aus Aluminium.
Technik
Durch die Verwendung des Leichtmetalls Aluminium wird ein Gewichtsvorteil gegenüber einer Stahlkarosserie erzielt. Dies führt zu einem guten
Leistungsgewicht und geringerem Verbrauch im Vergleich zu Autos mit Stahlkarosserie. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einer Aluminiumkarosserie kein Rost auftreten kann.
Audi wirbt außerdem mit hoher Sicherheit, gutem Handling durch die hohe Steifigkeit, sowie mit einer günstigen Versicherungseinstufung durch Reparaturfreundlichkeit. Letzteres ist jedoch umstritten.
Die Karosserie besteht aus einer hochfesten Aluminium-Rahmenstruktur und hochfesten selbsttragenden Aluminiumblechen.
Diese Technologie kommt heute noch beim Modell Audi A8 und kam früher beim Audi A2 zum Einsatz.
Geschichte
Die Geschichte des Audi Space Frame, einer Vollaluminium
karosserie, begann in den späten siebziger Jahren unter Leitung von
Ferdinand Piech, der zu diesem Zeitpunkt Vorstand der technischen Entwicklung der
Audi AG war. Durch das Konzept einer reinen Aluminiumkarosserie wollte Audi die Gewichtsspirale, die aufgrund der komfort- und sicherheitstechnischen Aufrüstung von Fahrzeugen immer höheres Gewicht verursachte, durchbrechen. 1985 zeigte Audi auf der
Hannover-Messe ein Bild zweier Damen, die ohne Hilfe die komplette Rohkarosserie eines
Audi 100 trugen. Diese war aus
Aluminium gefertigt und brachte erstmals Audis entsprechende Arbeiten an die Öffentlichkeit. Mit
Alcoa als Partner waren die Entwicklungen schon so weit fortgeschritten, dass ab 1988
Prototypen auf
Audi V8-Basis, die über eine ASF-Karosserie verfügten, im Dauertest liefen.
Schon im September 1991 stellte Audi auf der
IAA in Frankfurt sowie im Oktober desselben Jahres auf der Tokyo Motorshow mit dem
Spyder und der
AVUS-Studie zwei Prototypen mit aus Aluminium gefertigtem
Gitterrohrrahmen und
Karosserie vor. Im Oktober 1993 wurde schlussendlich das sogenannte "Audi Space Frame Concept Car", kurz ASF, auf der Frankfurter IAA vorgestellt. Es verfügte über einen 3,4 Liter-V8-
TDI-Motor und entsprach abgesehen von der polierten Aluminiumaußenhaut weitestgehend dem Modell
Audi A8, das im Mai 1994 mit einem 2,8 Liter-V6 mit Frontantrieb sowie einem 4,2 Liter-V8-Benziner mit
quattro-Antrieb als weltweit erstes Serienfahrzeug mit Aluminiumkarosserie auf den Markt kam.
Als zweites Vollaluminiumfahrzeug stellte Audi 1999 den Audi A2 vor, einen viertürigen Kleinwagen. Aufgrund der mangelnden Nachfrage wurde dessen Produktion im Jahre 2005 eingestellt. Offiziell ist kein Nachfolger geplant, es zeichnen sich jedoch Pläne für ein ähnliches Fahrzeug ohne ASF-Karosserie ab. Der Audi A8 ist mittlerweile seit 2001 in zweiter Generation auf dem Markt und hat sich fest als Wettbewerber der Mercedes Benz S-Klasse aus dem DaimlerChrysler-Konzern sowie der BMW Siebener-Reihe etablieren können.
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