Als Außenhandelstheorien bezeichnet man diejenigen wirtschaftstheoretischen Werke, die erklären, wieso Handel zwischen Staaten stattfindet bzw. die erklären, welche Auswirkungen dieser Handel auf die beteiligten Akteure hat. Die Außenhandelstheorie ist ein Teilgebiet der Außenwirtschaft. In den letzten 500 Jahren hat sich eine große Anzahl von Außenhandelstheorien entwickelt.
Merkantilismus
Die älteste Position zur Abwägung zwischen Freihandel und
Protektionismus stammt von den
Merkantilisten (auch
Kameralisten). Sie maßen den Reichtum eines Staates an der
Edelmetallmenge in seinen Grenzen und sahen
Schutzzölle als Weg zur Anhäufung. Dagegen vertraten sie Ausfuhrbeschränkungen für
Rohstoffe sowie, aus Sicherheitsinteressen, für technologische Spitzenprodukte.
Adam Smith
Adam Smith maß den Reichtum eines Staates am Wert der Arbeit seiner Bürger (
Arbeitswerttheorie). In diesem Sinne sah er Freihandel positiv als Möglichkeit,
absolute Kostenvorteile zu nutzen. Daneben sah er einen weiteren Vorteil darin,
Monopole aufzubrechen, da ein internationaler
Markt nicht so leicht konzentriert werden könne.
David Ricardo
David Ricardo entwickelte die Theorie der
komparativen Kostenvorteile, nach der zwischenstaatlicher Handel auch dann vorteilhaft ist, wenn ein Staat sämtliche Güter weniger effizient produziert als der andere.
Heckscher und Ohlin
Heckscher und Ohlin brachten als weiteres Argument ein, dass auch bei gleicher Technologie mehrerer Länder Freihandel Vorteile biete, wenn die relativen
Faktorausstattungen unterschiedlich wären.
Jüngere Außenhandelstheorie
In der jüngeren Außenhandelstheorie rückt ins Blickfeld, dass internationale Spezialisierung
Skaleneffekte freisetzen kann.
Daneben befasst sich die jüngere Außenhandelstheorie mit Wachstumsunterschieden und unterschiedlichen Lerneffekten durch unterschiedliche Spezialisierung (Clustertheorie).
Weblinks
Außenwirtschaft | Wirtschaftstheorie