Das Attische ist ein Dialekt des Altgriechischen, der in Attika, der Region um Athen, gesprochen wurde. Das Attische des 5. Jahrhunderts v. Chr. gilt als klassische Form des Griechischen. Auf ihr beruht größtenteils die Gemeinsprache (Koine) der hellenistischen Zeit, aus der sich wiederum das Neugriechische entwickelte. Innerhalb der altgriechischen Dialekte ist das Attische eng mit dem ionischen Dialekt verwandt.
Bedeutung
Auf Attisch wurden die wichtigsten Schriften der klassischen Periode verfasst, unter anderem die Werke der
Philosophen
Platon und
Aristoteles, der
Geschichtsschreiber Xenophon und
Thukydides sowie der
Dramatiker Aischylos,
Sophokles und
Aristophanes. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens machte das Attische zur Grundlage zur überregionalen Gemeinsprache (Koine) der hellenistischen Periode, die durch die Eroberungen
Alexanders des Großen zur
Weltsprache aufstieg und nach und nach die übrigen griechischen Dialekte verdrängte. Ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. entstand der
Attizismus, eine Bewegung, die sich um eine „Reinigung“ des Griechischen und einen Rückgriff auf das klassische Attisch bemühte.
Das antike Vorbild wurde die Norm der griechischen Hochsprache. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde eine ans Attische angelehnte Form des
Neugriechischen (
Katharevussa) als Staatssprache an Schulen gelehrt.
Charakteristika
Griechische_Dialekte.png
Folgende Merkmale unterscheiden das Attische von den übrigen altgriechischen Dialekten:
- Ursprüngliches langes (ā) bleibt nach , , (i, r, e) erhalten, sonst wird es zu (ē).
Beispiel: attisch (histōriā) gegenüber ionisch (histōriē) sowie attisch (mētēr) gegenüber dorisch (mātēr)
- (tt) statt (ss)
Beispiel: attisch (thalatta) gegenüber ionisch (thalassa)
- Konsequente Kontraktion von Vokalen
Beispiel: attisch (genē) (genea) gegenüber ionisch
Griechische Sprache
Attic Greek | Bahasa Yunani Attik