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Attilio Ariosti (* 5. November 1666 in Bologna; † 1729 in London) war ein italienischer Komponist.

Leben


Ariosti erhielt Violin-, Orgel- und Kompositionsunterricht. Er trat 1689 in den Minoritenorden ein, wurde 1692 Diakon und erhielt im gleichen Jahr die Organistenstelle an der Kirche S. Maria dei Servi in Bologna. Durch die Komposition von Oratorien hatte er erste Kontakte zur Welt des Theaters.

Seine erste Opern wurde 1697 in Venedig aufgeführt. Von 1697 bis 1703 war er Hofkomponist in Berlin, wo mehrere seiner zahlreichen Opern uraufgeführt wurden, danach kurzzeitig am Hof von Anjou. Zwischen 1703 und 1709 war er in den Diensten Kaiser Josephs I. der österreichische Generalagent für Italien.

Nach 1715 feierte große Erfolge in Paris und London, die erst von Georg Friedrich Händel übertrumpft wurden. 1719 arbeitete er mit Händel an neuen Kantaten für die Royal Academy of Music in London. Die Viola d'amore wurde in London sein bevorzugtes Instrument.

Seine letzten Jahre verbrachte er wieder in Bologna.

Werke


Ariosti schrieb rund 25 Opern, deren Vorbilder anfangs die Opern Jean-Baptiste Lullys und später die Opern Alessandro Scarlattis waren.

  • Ballettmusik
    • La Festa del Hymeneo, Libretto von Ortensio Mauro (Berlin 1700)

  • Oratorien
    • La Passione, Libretto von C. Arnoaldi (Modena 1693, Wien 1694)
    • Santa Rodegonda, regina di Francia, Libretto von Giambattista Taroni (Bologna 1694)
    • Le profezie di Eliseo nell'assedio di Samaria, Libretto von Giambattista Neri (Bologna 1704)
    • La madre de Maccabei (Wien 1704)
    • Nabucodonosor, Libretto von Pietro Antonio Bernardoni (Bologna 1706)

  • Instrumentalmusik
    • Divertimenti da Camera für Violine Und Violincello (verlegt in Bologna 1695)
    • 57 Sätze für Viola d'amore, die unter dem Titel Receuil de pièces pour la Viole d'Amour erschienen. Die einzig existierende Quelle ist eine Abschrift des schwedischen Komponisten Johan Helmich Roman, der von 1716-1721 in London studierte, also zu der Zeit, als sich Ariosti dort aufhielt. Die Abschrift befindet sich heute in der in der Königlichen Musikbibliothek in Stockholm.

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