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Die Atmungskette oder Atmungskettenphosphorylierung findet bei höher entwickelten Lebewesen (Eukaryoten) in den Mitochondrien statt. Sie besteht aus den Enzym-Komplexen I-V und den Elektronenüberträgern Ubichinon (Coenzym Q) und Cytochrom c, die in die innere Mitochondrienmembran eingelagert sind.
Netto läuft dabei die exergonische Knallgasreaktion (Oxidation von Wasserstoff zu Wasser) ab. Tatsächlich werden die durch NADH+H+, FMNH2 und FADH2 angelieferten Reduktionsäquivalente mit Hilfe einer Reihe von Redoxvorgängen, die an der inneren Mitochondrienmembran ablaufen, dazu genutzt, aus einem ADP-Molekül und einem freien Phosphat die universelle Energiewährung ATP zu erzeugen. Diese Reduktionsäquivalente (Oxoniumionen und Elektronen) entstammen dem Citratzyklus, dem Abbau der Fettsäuren und der Glycolyse.
Dabei spielt nach der chemiosmotischen Theorie auch ein Protonengradient und für die Gesamtausbeute der zuerst von Peter Mitchell postulierte Q-Zyklus die entscheidende Rolle.
Funktionen der Komplexe der Atmungskette
Ein
Mitochondrium enthält neben seiner äußeren noch eine innere
Membran. Den Raum zwischen diesen beiden Membranen nennt man
Intermembranraum (perimitochondrialer Raum).
Vier der fünf Komplexe der Atmungskette durchspannen jeweils die innere Mitochondrienmembran vollständig, Komplex II hingegen "endet blind". Es wird ein
Protonengradient zwischen dem Intermembranraum und dem Inneren (
Matrix) des Mitochondriums erzeugt, der dann in Komplex V zur
Synthese von ATP genutzt wird.
Komplex I
NADH : Ubichinon - Oxidoreduktase.
Dieser sehr große Enzymkomplex (940 k
Da) reduziert mittels Reduktionsäquivalenten vor allem aus dem
Citratcyclus (
NADH+H+)
Ubichinon zum Ubihydrochinon.
Im Enzymkomplex werden
flavinhaltige
Nukleotide (
FMN) sowie Eisen-Schwefel-Zentren als
Prosthetische Gruppen benötigt.
Pro oxidiertem NADH+H
+ werden netto vier Protonen in den Intermembranraum transportiert.
Komplex II
Succinat : Ubichinon - Oxidoreduktase.
Dieser Enzymkomplex entspricht einem Enzym des Citratcyclus, der
Succinat-Dehydrogenase. Bei der Succinat-Dehydrogenase-Reaktion im Citratcyclus wird FAD zu FADH
2 reduziert. Dieses Reduktionsäquivalent liegt als
prosthetische Gruppe im Enzym vor. Es überträgt seine Elektronen im Komplex II auf Ubichinon, das zu Ubihydrochinon reduziert wird. Auch Komplex II enthält Eisen-Schwefel-Zentren, wie Komplex I; allerdings werden keine Protonen in den Intermembranraum gepumpt, es entsteht "lediglich" Ubihydrochinon.
Komplex III
Ubihydrochinon : Cytochrom c - Oxidoreduktase oder
Cytochrom c Reduktase.
Im Komplex III wird Coenzym Q oxidiert und Cytochrom c reduziert. Dabei werden Protonen vom Matrixraum in den Intermembranraum transportiert. Der Mechanismus der Kopplung von Eletronentransfer und Protonentransport im Komplex III wird als
Q-Zyklus bezeichnet.
Komplex IV
Cytochrom c : O2 - Oxidoreduktase oder
Cytochrom c Oxidase.
Im Komplex IV wird Cytochrom c oxidiert und Sauerstoff zu Wasser reduziert. Die dabei freigesetzte Energie wird genutzt um Protonen vom Matrixraum in den Intermembranraum zu
pumpen.
Das Enzym ist für nahezu sämtlichen Sauerstoffverbrauch aller atmenden Organismen verantwortlich.
Komplex V
FoF1-ATP-Synthase.
Der Komplex V, der schließlich ATP erzeugt, besteht aus zwei Teilen: Der F
1-Teil ragt in die Matrix des Mitochondriums hinein, während der F
o-Teil einen Protonen-Kanal durch die innere Mitochondrienmembran bildet.
Mit Hilfe der voran-geschalteten vier Komplexe der Atmungskette wurde ein
Protonengradient aufgebaut. Nach den Gesetzen der
Thermodynamik besteht somit eine Triebkraft der Protonen im Intermembranraum zur Matrix des Mitochondriums hin. Den passenden Kanal stellt die F
o-Untereinheit dar. Vergleichbar mit einer Turbine - und tatsächlich konnte eine Rotation des F
o-Teils nachgewiesen werden (!) - wird durch den Protonenfluß Energie erzeugt, die zur Synthese von ATP durch die F
1-Untereinheit verwendet wird. (siehe
Mechanismus der ATP-Synthase)
Strittig ist noch die Frage, wie viele Protonen für die Synthese eines ATP Moleküls aus ADP und organischem Phosphat benötigt werden. Nach Löffler, Petrides: mindestens drei, wobei bei der Bilanzierung ein weiteres Proton (also insgesamt mindestens vier) auftaucht, das für den Transport von ADP in den Matrixraum benötigt wurde.
Siehe auch
Weblinks
Literatur
- Löffler, Petrides: Biochemie des Menschen, 7. Aufl., Springer
Biochemie | Stoffwechsel
Electron transport chain | Cadena de transporte de electrones | Elektroninsiirtoketju | Chaîne respiratoire | Catena di trasporto degli elettroni | 電子伝達系 | Oxydativ Phosphoryléierung | Łańcuch oddechowy | Elektrontransportkedjan | 電子傳遞鏈