Der Atlantikwall ist eine 2.685 km lange befestigte Linie entlang der Küsten des Atlantiks, Ärmelkanals und der Nordsee. Sie wurde im zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern in den Ländern Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland, Dänemark und Norwegen sowie auf den britischen Kanalinseln im Zeitraum 1942 bis 1944 geplant und teilweise erbaut. Der Atlantikwall sollte diese Gebiete vor einer britischen Invasion schützen.
Bis zur Operation Overlord waren die Bauten besonders weit in Frankreich fortgeschritten, da man an der schmalsten Stelle des Ärmelkanales am ehesten eine feindliche Invasion erwartete. Hier wurden mit einem riesigen Bauaufwand durch die Organisation Todt und mit dem Einsatz tausender Zwangsarbeiter Bunkeranlagen für Geschütze schwersten Kalibers errichtet. Eine Vorstellung von den Dimensionen dieser Bauten soll die folgende, unvollständige Liste von Batteriestellungen geben:
Üblicherweise waren die Geschützbatterien mit Kanonen im Kaliber zwischen 105 mm und 155 mm bestückt, wie die nachfolgende Aufstellung zeigt:
Außerdem wurde mit dem Blockhaus von Eperlecques der größte Bunkerbau in Frankreich zu großen Teilen fertig gestellt. Dieses Bauwerk sollte als Stützpunkt für den Einsatz der V2 dienen. Insgesamt wurden 8119 Bunker gebaut, von kleinen Unterständen wie am Westwall bis hin zu den oben genannten Großstellungen. Während der Operation Overlord zeigte sich die Nutzlosigkeit des Unterfangens, die Küste eines ganzen Kontinents gegen einen Invasoren sichern zu wollen, der über Luftüberlegenheit und wirksamere Aufklärung verfügt. Kompetenzunklarheiten, wechselnde Strategien zur Verteidigung des Westwalls sowie die Annahme, die Invasion würde an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals stattfinden, erwiesen sich für die deutsche Seite als weitere Schwachstellen.
Die Stellungen des Atlantikwalles in der Normandie wurden am ersten Tag der Invasion eingenommen. Der Westwall sowie alle anderen Festungsbauten spielten danach im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs keine entscheidende Rolle mehr, obwohl sie von den Deutschen teilweise hartnäckig verteidigt wurden.
Der ungarische Künstler Gabor Ösz entwickelte sein bekanntestes Werk The Liquid Horizon als er den Atlantikwall bereiste und fotografierte. Er baute dabei die Bunker, die zur Beobachtung des Meeres gedacht waren, in eine Camera Obscura um, um sie somit auf künstlerische Weise wieder dieser Funktion zuzuführen.*
Siehe auch: Westwall, Ostwall, Fanø,
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