Der Atlantische Ozean (kurz: Atlantik) ist nach dem Pazifik das zweitgrößte Weltmeer. Er entstand durch die Teilung des einst zusammenhängenden Urkontinents und trennt Europa und Afrika vom amerikanischen Kontinent. Mit seinen Nebenmeeren (u. A. Mittelmeer, Nord- und Ostsee) hat der Ozean eine Fläche von ca. 106,2 Mio. km² und bedeckt ein Fünftel der Erdoberfläche. Der Meeresboden ist durch den Mittelatlantischen Rücken, der bis zu 3000 m über dem Tiefseeboden aufragt, in eine West- und Ostatlantische Mulde getrennt. Die maximale Tiefe wird mit 9.219 m im Milwaukeetief, einem Teil des Puerto-Rico-Grabens erreicht. Der Golfstrom, der aus der Karibik kommt und quer über den Atlantik bis nach Grönland zieht, ist für das relativ milde Klima auch an den nordeuropäischen Küsten verantwortlich. Der Atlantik ist, wegen des intensiven Schiffsverkehrs auf den Nebenmeeren und des Transitverkehrs zwischen Europa und Nordamerika, das verkehrsreichste Weltmeer.
Der Name geht zurück auf die griechische Mythologie. Mit der Bezeichnung Atlantis thalassa (griech.: ; dt.: "Meer des Atlas"), die sich erstmals bei Herodot findet (Hdt. I 202,4),Herodot: Historien, gr.-dt., übers. v. Josef Feix, 2 Bde., München 2000. ISBN 3-7608-1539-1 meinten die Griechen das Meer jenseits der sogenannten Säulen des Herakles, d.h. westlich der Straße von Gibraltar.
Der Atlantik, der sich fast ausschließlich auf der Westhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika im Südosten, der Antarktis im Süden, Südamerika im Südwesten und Nordamerika im Nordwesten. Der Atlantik wird aufgrund seiner ausgeprägten Nord-Süd Ausrichtung auch in Nordatlantik und Südatlantik unterteilt.
| Art | Bezeichnung | Ausdehnung |
|---|---|---|
| Randmeer | Europäisches Nordmeer | 1.380.000 km² |
| Randmeer | Nordsee | 575.000 km² |
| Binnenmeer | Ostsee | 413.000 km² |
| Mittelmeer | Europäisches Mittelmeer | 2.596.000 km² |
| Binnenmeer | Schwarzes Meer | 424.000 km² |
| Mittelmeer | Amerikanisches Mittelmeer | 4.354.000 km² |
| Binnenmeer | Hudson Bay | 1.230.000 km² |
| Randmeer | Baffin Bay | xx km² |
| Randmeer | Labradorsee | xx km² |
Neben diesen natürlichen Schnittstellen existieren noch weitere, von Menschen geschaffene Verbindungen: Der Suezkanal, der das europäische Mittelmeer mit dem Roten Meer und der Panamakanal, der das amerikanische Mittelmeer mit dem Pazifik verbindet.
Innerhalb des Atlantiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und sehr langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs.
Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Mittelatlantische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Atlantiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Er stellt eine divergierende Plattengrenze dar. Der Ozeanboden wird immer älter, je weiter er vom Mittelozeanischen Rücken entfernt ist. Durch die ständig aus dem Mittelozeanischen Rücken hervorquellende Lava verbreitert sich der Atlantik und schiebt die Kontinente auseinander. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Puerto-Rico-Graben mit seiner 9.219 m unter NN liegenden Milwaukeetief, welche die tiefste Stelle des Atlantiks darstellt.
Man kann den Atlantik in Nord-, Zentral- und Südatlantik einteilen. Hierbei weisen die Böden des Zentralatlantiks das größte Alter auf - hier öffnete sich der Ozean zuerst.
Einige der größten Inseln der Erde liegen im Atlantischen Ozean, so beispielsweise Grönland, Island, Großbritannien, Irland und Neufundland. Inselgruppen im Atlantik sind die Kanaren, die Azoren, die Bahamas, die Antillen, die Kapverden und die Falklandinseln. Kleinere, isolierte Inseln sind Madeira, Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha.
Bis zur Entdeckung Amerikas wurden im Atlantik auch einige Inseln vermutet, die sich später als nicht existent herausstellten, so z.B. die bei Platon erwähnte Insel Atlantis.
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