Die Apnoe (griechisch άπνοια, ápnia, „die Nicht-Atmung“, von πνοή, pnoé, „die Atmung, der Atemzug“, vergleiche Pneuma) ist der medizinische Fachbegriff für einen Atemstillstand, das heißt für den Ausfall eines oder mehrerer die äußere Atmung betreffender Organe. Hervorgerufen wird dieser Zustand zum Beispiel durch Lähmung der Atemmuskulatur (Zwerchfell, Brustmuskulatur), Würgen, Blockade der Atemwege (durch Gegenstände, Flüssigkeiten etc.), durch neurologische Erkrankungen (der pathophysiologische Aspekt wird bei diesen Formen auch genauer als Asphyxie bezeichnet), durch Traumata oder durch psychische Ursachen. Auch das bewusste "Luft-Anhalten" wird als Apnoe bezeichnet.
Atemstillstand krankheits- oder unfallbedingt, führt in kürzester Zeit zu einem gefährlichen Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie) in deren Folge es rasch zu einem weiteren Ausfall von wichtigen Vitalfunktionen kommen kann. Herzstillstand führt zu einer Sauerstoff-Unterversorgung des Gehirns. Nach nur drei Minuten kommt es zu bleibenden Hirnschäden, wenig später zum Tod, sofern keine geeigneten Maßnahmen getroffen werden. Unter speziellen Umständen (Hypothermie, Hyperbare Oxygenierung, Extrakorporale Membranoxygenierung, Apnoe-Oxygenierung) können jedoch sehr viel längere Apnoephasen ohne ernsthafte Schäden überlebt werden.
Untrainierte Personen können ihren Atem nicht länger als ein bis zwei Minuten willentlich anhalten. Der Grund dafür liegt in der sehr strikten Regulation von CO2 und Blut-pH durch das Atemzentrum. Bei einer Apnoe wird kein CO2 mehr abgeatmet; es kumuliert im Blut. Dieser starke Reiz auf das Atemzentrum kann willentlich nicht überwunden werden. Allerdings kann eine Apnoetoleranz durchaus trainiert werden. Trainierte Apnoetaucher können ihren Atem bis über acht Minuten lang anhalten.
Achtung: Die Tatsache, dass eine Hyperventilation vor Beginn einer willentlichen Apnoe es erlaubt, den Atem deutlich länger anzuhalten, führt oft zu der missverständlichen Annahme, dies sei einer nun stärkeren Sättigung des Blutes mit Sauerstoff zuzuschreiben; tatsächlich aber wird durch die Hyperventilation nur der CO2-Partialdruck gesenkt und somit der Zeitraum bis zur Stimulation des Atemzentrums verlängert. Folge dieser falschen Annahme kann sein, dass ein Taucher seinen Sauerstoffvorrat verbraucht hat, bevor er wieder Lufthunger verspürt. Die resultierende Bewusstlosigkeit kann unter Wasser sehr schnell zum Tode führen.
Unter idealen Bedingungen – das heißt wenn vor Beginn der Apnoe reiner Sauerstoff geatmet wurde, um sämtlichen Stickstoff zu entfernen, und reiner Sauerstoff insuffliert wird – könnte ein gesunder Erwachsener theoretisch eine Stunde lang ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Limitierender Faktor bleibt hier die Kumulation von Kohlendioxid.
Apnoeische Oxygenierung findet Anwendung in der Thoraxchirurgie sowie bei Manipulationen an den Luftwegen wie zum Beispiel Bronchoskopie, Intubation oder chirurgischen Eingriffen. Aufgrund der beschriebenen Einschränkungen ist die Apnoe-Oxygenierung den Verfahren der extrakorporalen Zirkulation jedoch unterlegen und wird nur in Notfällen und für kurze Vorgänge genutzt.
Spontane (bzw. augmentane) Beatmungsformen unterstützen den Patienten bei der Atmung ohne diese völlig zu übernehmen. Als Sicherheit dient die Apnoeeinstellung am Beatmungsgerät, sollte die Eigenatmung des Patienten versagen, so springt die Maschine automatisch in den Apnoemodus, beatmet also kontrolliert (bzw. mandatorisch) weiter.
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