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Atari 400 und 800


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Als unmittelbare Reaktion auf die Veröffentlichung des Apple-Heimcomputers entwickelte und produzierte die bis dato nur in der Videospielbranche tätige Firma Atari ihre eigene 6502-CPU-basierte Heimcomputer-Modellreihe: das Einsteigermodell Atari 400 mit Folientastatur und zunächst lediglich 8 kByte RAM (später 16 kByte RAM standardmäßig) und den für gehobenere Ansprüche gedachten, aufrüstbaren Atari 800 mit bis zu 48kByte RAM und Schreibmaschinentastatur. Im Gegensatz zum Apple wurden die Atari-Rechner mit leistungsfähigeren und leichter zu programmierenden elektronischen Spezialbausteinen (ANTIC, CTIA, POKEY) ausgestattet und sie enthielten zudem vier Anschlüsse für Joysticks im Gegensatz zu den Modellen der Konkurrenz, die erst kostenintensiv nachgerüstet werden mussten. Die Atari 400/800-Heimcomputer waren zudem die ersten Geräte, die über eine „intelligente“ Anbindung der Peripheriegeräte verfügten – durch den sog. Atari SIO-Bus, der dem heutigen USB nicht unähnlich ist.

Eine gut abgestimmte Palette an Zubehör, Spielen, Anwendungsprogrammen, Programmiersprachen, ausgezeichnete Kundenbetreuung, die Einbindung von Drittanbietern und die gezielte Platzierung der Computer in Bildungseinrichtungen trugen maßgeblich zum Erfolg dieser Baureihe vom Erstverkauf im Jahre 1979 an bei.

Peripheriegeräte von Atari:

Datenspeicherung

  • Kassettenstation Atari 410 (Übertragungsrate: 600Baud; simultaner Audio- und Datenkanal; Speicherkapazität: ca. 100kByte pro 60min-Kassette)
  • Diskettenstation Atari 810 (Diskettenformat: 5¼ Zoll; Übertragungsrate: 19.900Baud; Speicherkapazität: 90kByte pro Diskette)
  • Diskettenstation Atari 815 (nur kurzzeitig hergestellt und verkauft; Diskettenformat: 2 × 5¼ Zoll; Übertragungsrate: 19.900Baud; Speicherkapazität: 180kByte pro Diskette)

Drucker

  • Nadeldrucker Atari 820 (s/w; 5 × 7 Matrix; 40 Zeichen pro Zeile)
  • Thermodrucker Atari 822 (s/w; 5 × 7 Matrix; 40 Zeichen pro Zeile; benötigt Spezialpapier)
  • Nadeldrucker Atari 825 (s/w; 7 × 6 Matrix; 80 Zeichen pro Zeile; erfordert Atari 850 Interfacebaustein zum Betrieb)

Datenfernübertragung

  • Akustikkoppler Atari 830 (erfordert Atari 850 Interfacebaustein zum Betrieb)
  • Modem Atari 835 (Übertragungsrate: 300Baud)

Sonstige Peripherie (Auswahl)

  • Schnittstellenmodul Atari 850 (4 × RS-232 und 1 × Centronics)
  • Lichtgriffel Atari CX-70
  • Numerischer Tastenblock Atari CX-85
  • Speichererweitungsmodule CX852 (8kByte RAM) und CX853 (16kByte RAM)
  • Maltafel Atari CX77

Peripheriegeräte von Drittanbietern (Auswahl):

Datenspeicherung

  • Indus GT Diskettenlaufwerk (Übertragungsrate: 72.000Baud mit SpartaDOS X, 37.000Baud mit DOS XL; Speicherkapazität: 180kByte pro Diskette)
  • Percom Diskettenlaufwerke
  • Rana Diskettenlaufwerk
  • Amdek Diskettenlaufwerk
  • Astra Diskettenlaufwerk
  • Corvus-Festplattensystem (5MByte, 10MByte oder 20MByte; wird über zwei Joystickanschlüsse betrieben; nur für Atari 800)
  • SupraDrive Atari Hard Disk (10MByte oder 20MByte)

Drucker

  • Nadeldrucker Axiom GP-550AT von Seikosha (Atari-Schnittstelle eingebaut)
  • Thermodrucker Okidata Okimate 10 Personal Color Printer (26 Farben)

Sonstige Peripherie

  • ATR8000 (CP/M-Einheit; auch auf MS-DOS erweiterbar)
  • Multi I/O (MIO) Interface (u.a. Anschluss von SASI/SCSI-Festplatte möglich)
  • CSS Black Box Interface (u.a. Anschluss von SASI/SCSI-Festplatte möglich)

Atari XL


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Als Antwort auf die rasch wachsende Konkurrenz im Heimcomputerbereich insbesondere durch den Commodore 64 und die Spectrum-Computer brachte Atari 1982 das erste Modell der XL-Baureihe (aus dem englischen „eXtended Line“ gebildetes Akronym) auf den Markt: den Atari 1200XL. Dieses Modell wurde wegen Kompatibilitätsproblemen mit der alten Baureihe alsbald wieder vom Markt genommen und 1983 durch die Modelle 600XL (16kByte RAM) und 800XL (64kByte RAM) ersetzt.

Die elektronische Architektur der XL-Computer unterscheidet sich nur geringfügig von der der 400/800-Baureihe. Es kamen lediglich einige Veränderungen in der Speicherverwaltung (OS ausblendbar), ein verbesserter Grafikbaustein namens GTIA - vorher CITA - (256 mögliche Farben), die nun ab Werk eingebaute Programmiersprache BASIC und ein nach außen geführtes Parallel Bus Interface (PBI), um Erweiterungen effizienter anbinden zu können, hinzu. Zudem wurde die Anzahl gleichzeitig anschließbarer Joystick auf nur noch zwei beschränkt. Die XL-Computer und deren Peripherie weisen deutlich verschlankte und weniger verspielte Gehäuse auf.

Die Entwicklung der XL-Baureihe wurde bis 1984 weitergeführt. Während dieser Zeit entstanden eine Reihe von Konzeptstudien und Prototypen (Computer 1400XL und 1450XL, Erweiterungsmodul 1090XL, diverse Diskettenstationen auch für Disketten im 3½ Zoll-Format, CP/M-Module usw.), die sich durch Details wie integrierte elektronische Spracherzeugung oder auch für damalige Verhältnisse sehr schnelle Modems auszeichneten. Diese und weitere Entwicklungsprojekte wie der 1650XLD (mit 80186-Emulation), der 1850XLD "Lorraine" und der über einen Musiksynthesizer verfügende 900XLA brachten es aufgrund von Änderungen in Ataris Entwicklungsphilosophie nie zur Marktreife.

Peripheriegeräte von Atari

Datenspeicherung

  • Kassettenstation Atari 1010 (Übertragungsrate: 600Baud; simultaner Audio- und Datenkanal; Speicherkapazität: ca. 100kByte pro 60min-Kassette)
  • Diskettenstation Atari 1050 (Diskettenformat: 5¼ Zoll; Übertragungsrate: 19.900Baud; Speicherkapazität: bis zu 128kByte pro Diskette)

Drucker

  • Plotter Atari 1020 (4 Farben; 40- oder 80 Zeichen; benötigt Rollenpapier)
  • Nadeldrucker Atari 1025 (s/w; 5×7 Matrix)
  • Nadeldrucker Atari 1029 (s/w; 7×7 Matrix; programmierbar)
  • Typenraddrucker Atari 1027 (s/w; Schriftsatz Prestige Elite 12)

Datenfernübertragung

  • Modem Atari 1030 (Übertragungsrate: 300Baud; in Deutschland wegen fehlender Postzulassung nicht verkauft)

Sonstige Peripherie (Auswahl)

Peripherie und Zubehör von Drittanbietern (Auswahl)

  • Zubehör Computer: Turbo Freezer (zum "Einfrieren" von laufenden Programmen, damit kann z.B. von jedem Spiel zu jeder Zeit der Spielstand abgespeichert werden; außerdem ist es möglich, laufende Programme zu manipulieren, um z.B. bei Computerspielen unbegrenzte Leben zu erhalten)
  • Zubehör Diskettenstation: 1050 Turbo (Erhöhung des Datendurchsatzes und der Schreibdichte, optionales Druckerkabel, um Standard-PC-Drucker anzuschließen)
  • Zubehör Diskettenstation: Speedy 1050 (Erhöhung des Datendurchsatzes und der Schreibdichte)

Atari XE


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Im Rahmen der Einführung der ST-Baureihe erfolgte 1985 zudem eine Auffrischung der 6502-CPU-basierten Produktpalette durch die Auslieferung der XE-Modelle (aus dem englischen "eXtended line Enhanced" gebildetes Akronym), die mit einer moderneren, an der ST-Baureihe orientierten Gestaltung der Gehäuse aufwarten konnten. Die technischen Änderungen gegenüber der XL-Baureihe beschränkten sich im wesentlichen auf einen weiteren Ausbau der RAM-Minimalkonfiguration (64kByte beim 65XE und 800XE; 128kByte beim 130XE) und einigen Veränderungen zur Senkung der Produktionskosten. Die dabei vorgenommene Ersetzung des nach außen geführten Parallel-Bus durch einen schlankeren aber nicht kompatiblen Expansionsport und insbesondere der Einbau von qualitativ minderwertigen Tastaturen erschwerten den effizienten Einsatz im Heimanwenderbereich und führten zur Abwanderung einer großen Kundengruppe hin zur ST-Baureihe oder zur Konkurrenz. Dem Kostendruck zum Opfer fielen auch vielversprechende Projekte wie eine portable Version des 65XE sowie eine mit dem Synthesizer-Spezialbaustein AMY bestückte Variante desselben, weiterhin diverse Peripheriegeräte wie 3½ Zoll-Diskettenlaufwerke, Monitore und Farbdrucker.

Ebenfalls zur Produktpalette der XE-Baureihe ist das durch eine externe Tastatureinheit zu einem vollwertigen XE-Computer erweiterbare Game-System (XEGS) zu zählen. Das XEGS gilt als Versuch Ataris, Nintendos NES und SEGAs Master System Marktanteile abzunehmen.

Die allgemein nachlassende Nachfrage im Bereich des 8-Bit Computersegments in den USA, schlechte Bewerbung der Produkte in Europa, fehlende leistungstarke Peripherie, schlechte Verarbeitung und mangelnde Unterstützung durch Dritthersteller insbesondere im Spielebereich führte zu im Vergleich zur 400/800- und XL-Baureihe geringen Verkaufszahlen, wobei der für den damaligen Ostblock produzierte Atari 800XE eine Ausnahme bildete. Die Produktion der XE-Baureihe wurde im Jahr 1989 eingestellt.

Peripherie von Atari

Datenspeicherung

  • Kassettenstation Atari XC11 (Übertragungsrate: 600Baud; simultaner Audio- und Datenkanal; Speicherkapazität: ca. 100kByte pro 60min-Kassette)
  • Kassettenstation XC12 (Übertragungsrate: 600Baud; simultaner Audio- und Datenkanal; Speicherkapazität: ca. 100kByte pro 60min-Kassette; Endglied der SIO-Kette)
  • Diskettenstation Atari XF551 (Diskettenformat: 5¼ Zoll; Übertragungsrate: ab 19.900Baud; Speicherkapazität: bis zu 180kByte pro Diskettenseite)

Drucker

  • Typenraddrucker Atari XDM121 (s/w; 80 Zeichen)
  • Nadeldrucker XMM801 (s/w; 80 Zeichen)

Datenfernübertragung
  • Modem Atari XM301 (Übertragungsrate: 300Baud; Endglied der SIO-Kette)

Sonstige Peripherie (Auswahl)

  • Interface Atari XEP80 80-Zeichen-Erweiterung mit Parallelport
  • Lichtpistole Atari XG-1
  • Trackball CX-80
  • Atari Mindlink (Computersteuerung per Gedanken, kam nicht über den Prototypen-Status hinaus)

Technische Daten


  • Prozessor MOS 6502A (400, 800), 6502C (1200XL, 600XL, 800XL, 65XE, 800XE, 130XE), getaktet mit 1,77 MHz (PAL), 1,79 Mhz (NTSC)
  • Arbeitsspeicher (in kByte): 8-16 (400), 16-48 (800), 16 (600XL), 64 (800XL, 65XE, 800XE), 128 KB (130XE)
  • ROM-Speicher (in kByte): 10 (400, 800), 16 (1200XL), 24 (600XL, 800XL, 65XE, 800XE, 130XE)
  • Maximale Auflösung: 320×192
  • Farbpalette: 128 Farben (400, 800), 256 Farben (1200XL, 600XL, 800XL, 65XE, 800XE, 130XE)
  • Spezialbausteine: ANTIC (Tastatur, Grafik), GTIA (Grafik), POKEY (Tonerzeugung, Interrupterzeugung, Tastatur), FREDDIE (Speicherverwaltung; hauptsächlich in XE-Modellen)
  • Tonerzeugung: vier Kanäle (mono)
  • Joystick-Anschlüsse: 4 (400, 800), 2 (1200XL, 600XL, 800XL, 65XE, 800XE, 130XE)
  • Parallel Bus Interface: (PBI) Externer Anschluss mit direkter Verbindung zur CPU (600XL, 800XL, 130XE, 800XE, 65XE)

Einige bekannte Spiele


Verfügbare Programmiersprachen (Auswahl)


Interpreter-Sprachen

Compiler-Sprachen

Assembler

  • Atari-Assembler (Atari)
  • Synassembler (Synapse Software)
  • MAC/65 (OSS)
  • Atmas II Makroassembler (Peter Finzel Productions)

Literatur (Auswahl)


  • Martin McNiff, Steven Cook: Mein Atari Computer, Lon Poole, ISBN 3-921803-18-7
  • Julian Reschke, Andreas Wiethoff: Das ATARI Profibuch, Sybex, Düsseldorf, 1985, ISBN 3-88745-605X
  • John Eckstrom et al.: DE RE ATARI, Atari, 1984, Katalog-Nr. 921804 *
  • Ian Chadwick: Mapping the Atari, COMPUTE! Publications, 1985, ISBN 0-87455-004-1 *

Weblinks


Atari | Heimcomputer

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