Die Astrologie (griechisch αστρολογία - wörtlich die Sternenkunde, nicht zu verwechseln mit Astronomie - die Gesetzmäßigkeit Bewegungen der Sterne) ist die systematisch betriebene anthropozentrisch-mythologische Deutung der Stellung bestimmter Himmelskörper (insbesondere der Planeten des Sonnensystems) und wird auch der Esoterik zugerechnet; aus wissenschaftlicher Sicht wird die Astrologie je nach Herangehensweise zu den Para- oder Pseudowissenschaften gezählt. Sie versucht unter anderem, aus dem Zusammenhang von Geburtsort, Geburtszeitpunkt und Stellung der Himmelskörper, je nach astrologischer Schule, das charakterliche Wesen und/oder das Schicksal eines Menschen abzuleiten. Die Meinungen über Astrologie sind unter Astrologen geteilt. Sie reichen von dem Anspruch, Prognosen zukünftiger Ereignisse objektiv nachprüfbar erstellen zu können, bis hin zur einer rein charakterlichen, "erklärenden" Astrologie, die die Prognostik vehement ablehnt.
Astrologen glauben, die Stellung der Planeten, Monde, Sonnen und Sonnensysteme zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen würden die Charaktereigenschaften eines Menschen bestimmen oder zumindest beeinflussen.
In vielen Kulturen lässt sich feststellen, dass astronomische Erscheinungen eine Faszination auf den Menschen ausübten und auch heute noch ausüben. In diesem Artikel wird vor allem die babylonische, d. h. westliche Astrologie beschrieben; andere Systeme unterscheiden sich davon.
Die Betrachtungsweise der Astrologie ist topozentrisch, d.h. auf den Standpunkt des Betrachers auf der Erdoberfläche bezogen, da die Elemente eines Horoskops sich auf einen irdischen Ort und Zeitpunkt beziehen. Da sich die meisten am Himmel sichtbare Elemente jedem Beobachter nahezu gleich darstellen, orientiert sich die Astrologie an einer scheinbaren Objektivität. Da in der Astrologie der Neuzeit die Ableitung astrologischer Aussagen nur auf symbolischer Ebene erfolgt, die mit den bekannten physikalischen Prinzipien unvereinbar ist, erkennt die Astrologie die physikalische-naturwissenschaftliche Methodik nicht als für sie relevant an. Anatomical Man.jpg du Duc de Berry]]
Die Grundlage für das abendländische Horoskop bildet der Tierkreis. Er setzt sich aus zwölf Segmenten zusammen, von denen jedes einem Tierkreiszeichen entspricht. Diese Zeichen sind zwölf Bilder, die für bestimmte Charaktereigenschaften des Menschen stehen. Die Astrologie orientiert sich an der Himmelsansicht der Gestirne im Tierkreis. Eine Ausnahme ist die Hamburger Schule, die erdachte Konstrukte wie wirkliche Gestirne behandelt. Nicht die geozentrische Sicht vom Erdmittelpunkt, sondern die topozentrische von der Erdoberfläche ist ausschlaggebend für die Deutung. Da diese Sicht objektiv ist, kann zumindest die Berechnung des Horoskops, die der Deutung vorausgeht, nachvollzogen werden. Die Frage der Astrologie im weiteren ist also nicht, wie das Weltall objektiv aussieht, welche Gesetze den Lauf der Gestirne bestimmen oder was sich im Inneren eines Sterns tut; diese Fragen behandelt die Astronomie.
Eine Infragestellung der Astrologie aufgrund von objektiven astronomischen Gesichtspunkten geht am Wesen der Astrologie vorbei. Die Frage ist vielmehr ob und welche Schlüsse man aus der Himmelsansicht für Wesen und Werdegang eines Menschen oder des Ereignisses, das zu diesem Zeitpunkt stattfand, ziehen kann. Die Lehre selbst ist allerdings angreifbar: Es fehlt eine die Realität vollständig umfassende und in ihren Elementen sicher voneinander abgrenzbare Symbolik. Je nach Gutdünken der deutenden Astrologen werden Prämissen oft individuell zugrunde gelegt, zum Beispiel der so genannte "Orbis". Eine Deutung, die sich allein aus den Daten des Horoskops und einheitlich erhobenen Bezugsdaten des zu deutenden Objekts ergibt, ist derzeit nicht darstellbar. Auch wenn die Zuordnung der Begriffe, zum Beispiel in der Reihe "Vitalität, Herz, Wirtschaft, Sonne, Gold" die eigentlich dahinter stehende Symbolik ahnen lässt, so fehlt fast vollständig ein grundlegendes Konzept, das die Deutung vereinheitlichen und den Astrologen ein echtes Werkzeug jenseits von Intuition und sechstem Sinn geben würde. Abhandlungen über die Archetypen, das kollektive Unbewusste und die Synchronizität haben Anstöße für die Astrologie erbracht. In jüngster Zeit lieferte eine Hypothese von Rupert Sheldrake über sogenannte morphogenetische Felder Material für neue Astrologien. Einer der modernsten Versuche ist die Münchner Rhythmenlehre von Wolfgang Döbereiner, in der in Ansätzen eine nachvollziehbare Systematik erarbeitet wird, ebenso wie die Lehre von Heinz Fidelsberger, der die Tierkreiszeichen symbolisch abgrenzbar und als "Evolution" vom Ersten bis zum Zwölften erkennbar machen will.
Bis heute gibt es allerdings weder eine einheitliche Methodik noch einen klaren theoretischen Unterbau, mit dem brauchbare Deutungen für jeden Interessierten möglich und machbar würden. So bleibt die Astrologie ein Stückwerk. Die Astrologie ist eine Parawissenschaft oder eine Pseudowissenschaft und ihre Erkenntnisse widersprechen der Naturwissenschaft. Das gilt für sämtliche folgenden Abschnitte, die sich mit der Lehre, also der Interpretation und Auslegung der Tierkreiszeichen beschäftigen.
Das Horoskop ist die auf bestimmte Informationen reduzierte Darstellung der Gestirne und anderer für bedeutsam erachteter Phänomene am Himmel für einen bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort. Die graphische Darstellung des Horoskops kann je nach astrologischer Schule, kulturellem Kontext und Epoche unterschiedlich ausfallen. Die Berechnung eines Horoskops basiert im Wesentlichen auf den grundlegenden mathematischen Methoden der Himmelsmechanik.
Die klassische, im geozentrischen Weltbild entstandene Astrologie kennt sieben "Gestirne": Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Wohl ist dieses Weltbild Grundlage gewesen, aber moderne Astrologen hängen diesem Weltbild nicht etwa nach, sondern für sie ist nur nach wie vor die Himmelsbeobachtung von einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, Grundlage der Deutung. Diese Deutung wurde von neuzeitlichen Astrologen nicht nur um Uranus, Neptun und Pluto erweitert, gelegentlich werden auch Kleinplaneten (zum Beispiel Ceres) oder bei der so genannten "Hamburger Schule" um mythische oder geometrische Konstrukte und ähnliches benutzt (zum Beispiel der "dunkler Mond" genannte zweite Brennpunkt der Umlaufelypse des Mondes, der mit den Eigenschaften der Lilith identifiziert wird).
Jeder Planet gilt als Regent eines oder mehrerer Tierkreiszeichen, dem er damit seine Eigenschaften verleiht.
Dabei gilt folgende Feingliederung der Planeten:
Hier handelt es sich um die Planeten in ihrer Rolle als Indikatoren der Archetypen. Dabei vertreten:
Die Planeten haben eine Doppeltfunktion in der Astrologie. Obwohl sie als Indikatoren die Tierkreiszeichen indizieren und damit hinter dem Konzept des Tierkreises stehen, wandern sie auch als dessen Organe durch ihn, und bilden so das Horoskop, die Stundenschau. Sie verkörpern im Radixhoroskop damit den Charakter des betrachteten Menschen, und sind damit seinen 10 Organe:
Diese vier Planeten bilden das eigentliche Wesen des Menschen.
Diese drei "inneren", sich schnell durch den Tierkreis bewegenden Planeten bilden das individuelle Bewusstsein des Menschen, und damit seine Wahrnehmung (auch von sich selbst).
Diese letzten drei Planeten, die ihre Position nur sehr langsam verändern, bilden also das kollektive Unterbewusstsein einer astrologischen Generation.
Die Symbole der Planeten sind mit antiken Göttern verbunden, deren Namen sie tragen, beziehungsweise schon vor der klassischen Antike, z. B. schon in Babylonien, wurden diesen Himmelskörpern (zum Beispiel Venus/Aphrodite/Ischtar) Sammlungen von Eigenschaften zugerechnet, die dann jeweils als ein Gott in Allegorien und Erzählungen auftraten. Bei den erst in der Neuzeit entdeckten Planeten ist unter Astrologen umstritten, ob und inwiefern die ihnen von der Astronomie zugewiesenen Götternamen in Beziehung zu ihrem Symbolwert stehen.
Die Tierkreiszeichen sind mit den Sternbildern gleichen Namens nicht deckungsgleich. Nach astrologischer Auffassung (genauer der systematischen Symbolik Heinz Fidelsbergers und anderer) sind auch hier die Namen der Zeichen Symbol der in ihnen enthaltenen Eigenschaften. Die Elemente der mittelalterlichen Alchemie (Erde, Feuer, Wasser, Luft) sind mit der astrologischen Lehre verwandt. Diese vier Elemente spiegeln sich auch in der Temperamentslehre des Hippokrates wider. Sie ist Ausdruck einer grundlegenden Vierheit, und in der Verbindung mit der Dreiheit, der so genannten Motorik (das Verhalten ist aktiv, passiv oder reaktiv, also handelnd, erleidend oder zuwiderhandelnd) ergeben sich die zwölf Zeichen, in denen jeweils ein Element mit einer Motorik kombiniert ist (zum Beispiel bei Löwe: passiv mit Feuer woraus sich dann etwa in der Deutung der zugehörigen Symbolik das Bild eines ruhenden Vulkans ergibt). Die zwölf Zeichen sind zudem noch in Geschlechter eingeteilt, wobei alle männlichen als instinktiv (triebhaft) gelten, alle weiblichen als emotionell (empfindend) und alle neutralen bzw. ambigenen Zeichen als intellektuell (denkend, quasi vom Geschlechtlichen losgelöst).
| Zodion | Motorik | Element | Geschlecht | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Widder | aktiv (kardinal) | kreativ (Feuerzeichen) | männlich / instinktiv | - | Stier | passiv (fix) | substantiell (Erdzeichen) | weiblich / emotionell | - | Zwillinge | reaktiv (labil) | intelligent (Luftzeichen) | männlich / instinktiv | - | Krebs | aktiv (kardinal) | fertil (Wasserzeichen) | neutral / intellektuell | - | Löwe | passiv (fix) | kreativ (Feuerzeichen) | weiblich / emotionell | - | Jungfrau | reaktiv (auch variabel oder labil) | substantiell (Erdzeichen) | neutral / intellektuell | - | Waage | aktiv (kardinal) | intelligent (Luftzeichen) | weiblich / emotionell | - | Skorpion | passiv (fix) | fertil (Wasserzeichen) | männlich / instinktiv | - | Schütze | reaktiv (labil) | kreativ (Feuerzeichen) | neutral / intellektuell | - | Steinbock | aktiv (kardinal) | substantiell (Erdzeichen) | männlich / instinktiv | - | Wassermann | passiv (fix) | intelligent (Luftzeichen) | neutral / intellektuell | - | Fische | reaktiv (labil) | fertil (Wasserzeichen) | weiblich / emotionell |
Weitere, so genannte sekundäre Charakteristika, ergeben sich aus der Kombination der primären Charakteristika. Dabei ergeben jeweils Element und Geschlecht gemeinsam die sogenannte Ambition, von denen es sechs verschiedene gibt (also teilen jeweils zwei Zeichen die gleiche Ambition); Element und Motorik wiederum ergeben die sogenannte Direktive, von denen es ebenfalls sechs verschiedene gibt. Eine Übersicht:
Je nach astrologischer Schule gibt es verschiedene Geschlechterzuordnungen: Die schlichtere besagt, dass alle Feuer- und Luftzeichen männlichen, alle Wasser- und Erdzeichen weiblichen Geschlechts sind. Diese Unterteilung macht jedoch wenig Sinn, denn:
Eine zweite Unterteilung beruht auf einer Feingliederung, die jeweils einem Feuer-, Wasserzeichen usw. jeweils ein Geschlecht zuweist, d.h. die Charakteristika werden über Kreuz kombiniert; gewissermaßen als "Pate", also Herrscher auf Planetenebene, dient jeweils einer der inneren Planeten Mars, Venus und Merkur, wobei letztere das androgyne bzw. neutrale Geschlecht verwaltet: männlich (Herrscher: Mars): Widder, Zwillinge, Skorpion, Steinbock
weiblich (Herrscher: Venus): Stier, Löwe, Waage, Fische androgyn/zwittrig (Herrscher: Merkur): Krebs, Jungfrau, Schütze, Wassermann Dabei werden mit jedem der Geschlechter (die nichts mit den physischen Geschlechtern zu tun haben), bestimmte Eigenschaften vergeben: männliche Zeichen sind instinktiv bzw. triebhaft, weibliche Zeichen sind emotionell bzw. fühlend, zwittrige Zeichen dagegen intellktuell bzw. denkend.
Die Bedeutung der Charakteristika ergibt sich bereits aus der Benennung: aktive Zeichen sind handlungsauslösend (also selbsttätig), passive Zeichen sind handlungserduldend, reaktive Zeichen sind handlungserwidernd.
Da sich aufgrund der Präzession der Erdachse die Tierkreiszeichen gegen die Sternbilder verschieben, sind beispielsweise die meisten im Sternzeichen Jungfrau Geborenen tatsächlich auf die Welt gekommen, als die Sonne im Sternbild Löwe stand.
Astrologen in der griechischen (westlichen) Tradition arbeiten aber nicht mit den siderischen Sternbildern, sondern mit dem tropischen Tierkreis, jener Region relativ zum Frühlingspunkt, auf der die Planeten, Sonne und Mond sich scheinbar rund um die Erde bewegen. Jedoch wird von einigen Astrologen in der Mundanastrologie die Position des Frühlingspunktes, bezogen auf die Sternbilder, doch wieder in eine Deutung einbezogen, es werden daraus so genannte Äonen postuliert, etwa das angeblich beginnende Wassermannzeitalter. In der indischen Astrologie des Jyotish werden die Sternbilder gegenüber den Tierkreiszeichen bevorzugt.
Die Astrologie bedient sich in den Ephemeriden dieser Positionsangabe (zum Beispiel 10° Löwe), die vor etwa 1700 auch in der Astronomie üblich waren. Im Tierkreis sind die Tierkreiszeichen, auch Sternzeichen genannt, jeweils 30° groß und es wird nur die Position der Gestirne, dazu zählen Planeten, Sonne, Mond und helle Sterne topozentrisch (bezogen auf einen Ort auf der Erde) betrachtet. Die Ephemeriden, die zur Himmelsbeobachtung verwendet werden, enthalten für alle diese Objekte die genauen Orte im Tierkreis sowie ihre Höhe zum (gedachten) Horizont. So ist Sonne 10° Löwe eine genaue Angabe, die für das Auffinden am Himmel, zusammen mit der Höhenangabe und der Sternzeit, ausreicht.
Der genaue Zeitpunkt des Horoskops sowie der geographische Ort, für den es gerechnet wird, bestimmen die Position der Felder. Derjenige Punkt auf dem Tierkreis, der gerade über den Horizont steigt, der Aszendent, wird dabei zum Beginn des ersten Hauses. Es folgen drei Felder bis zum Punkt der unteren Kulmination des Tierkreises, das heißt dem tiefsten Punkt unter dem Horizont, dann drei Felder bis zum gerade untergehenden Punkt des Tierkreises (Deszendent), drei Felder zur oberen Kulmination, und schließlich drei Felder zurück zum Aszendenten. Dadurch sind die Häuser im Allgemeinen auf der Ekliptik unterschiedlich groß.
Bildlich kann man sich die Häuser wie eine in 12 gleiche Stücke nach der üblichen Art aufgeschnittene Orangenschale vorstellen, wobei Stengelansatz und Blütenrest der Orange genau am Nord- und Südpunkt des Horizonts liegen, eine Schnittlinie von Norden nach Süden den Himmel entlangläuft und unter der Erde wieder zurück nach Norden, eine am Horizont entlang, und auf jeder Seite noch je zwei Schnitte dazwischen liegen. Allerdings wird der Abstand der Planeten zur Ekliptik meist bei der Häuserzuordnung nicht berücksichtigt.
Je nach astrologischer Schule werden die Häusersysteme nach Verfahren berechnet, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Das obengenannte ist das System des Campanus. Andere Systeme sind die von Regiomontanus, Placidus oder Koch, um nur einige zu nennen. Beim äqualen System, das auch oft eingesetzt wird, werden die Häuser vom Aszendenten ausgehend in 30°-Abschnitten dargestellt, so dass die Häuser gleich groß sind. Bei den vorgenannten Systemen sind die Häuser unterschiedlich groß. Die Deutung der Häuser führt daher je nach System oft zu Aussagen, die nicht miteinander übereinstimmen. Ebenso wie es nicht nur die westliche Astrologie gibt, sondern auch die indische, die chinesische und andere, existieren auch verschiedene Häusersysteme. Der Ansatz, der heutzutage pragmatisch meistens gewählt wird, ist, Aszendent, Descendent, MC (= Medium Coeli; die Himmelsmitte; i.e. der obere Kulminationspunkt der Ekliptik) und IC (=Imum Coeli, die Himmeltiefe, i.e. der untere Kulminationspunkt der Ekliptik) danach zu betrachten, in welchem Tierkreiszeichen sie sich befinden. Die Häuser selbst sind zwar deutbar, aber ebenso vieldeutig wie die Systeme.
Haben zum Beispiel zwei Planeten einen Winkelabstand von 90 Grad, spricht man von einem Quadrat. Dadurch ergibt sich theoretisch eine unendliche Anzahl von Aspekten, praktisch werden jedoch kaum andere als 0, 30, 45, 60, 90, 120, 135, 150, und 180 Grad benutzt. Unbestritten in allen astrologischen Systemen ist die Bedeutung der Konjunktion (0°), Sextil (60°), Quadrat (90°), Trigon (120°) und die Opposition (180°).
Die Aspekte bestimmen laut der astrologischen Lehre die Beziehung der Planeten zueinander, zum Beispiel gelten Sextil und Trigon als harmonisch, Quadrat und Opposition aber als spannungsgeladen.
Allerdings erstreckt sich nach astrologischer Auffassung die Wirksamkeit der Aspekte nicht nur auf die exakten Abstände, sondern um diese herum auf einen so genannten Orbis, der je nach astrologischer Schule unterschiedlich groß sein kann.
Ursprünglich herrschte die Vorstellung vor, die Gestirne repräsentierten himmlisch eine oder mehrere irdische Herrschergestalten. In Babylonien wurde zunächst ausschließlich Staatsastrologie betrieben, also das Schicksal des Gemeinwesens mit den Sternen verknüpft. Erst in der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. gewann – mit der Mantik einhergehend und der allgemeinen Individualisierung in hellenistischen Bereich- der Glaube Gestalt, das Schicksal des Einzelnen sei mit Hilfe des Horoskops ablesbar.
In Mesopotamien finden sich die frühesten Wurzeln der Astrologie.
Beginnend mit astronomischen Beobachtungen im 3. Jahrtausend v. Chr. schufen die Sumerer im 2. Jahrtausend v. Chr. mit den Zikkurat Stufentempel in Ur oder Uruk, deren Stockwerke die "sieben Gestirne" Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars, Jupiter und Saturn symbolisierten und den Priestern die Verbindung zu den Göttern ermöglichen sollten. Sternbilder wurden benannt, der Himmel wurde in drei Bereiche unterteilt, ein siderischer Mond-Tierkreis war bekannt. Sie glaubten, die Bewegung der Gestirne vollziehe sich durch göttlichen Einfluss. Die Bezeichnung "Chaldäer" für Babylonier wurde zum Synonym für "Astrologe".
In Ägypten etablierte sich ab 2778 v. Chr. der exakteste antike Kalender. Im Aufgang des Sirius erkannte man den Zusammenhang mit dem bevorstehenden Nilhochwasser. Viele Prognosen für die Politik suchte man aus der Stellung dieses Sternes abzuleiten. Die auf den vier Himmelsrichtungen basierenden Pyramiden sollten als Rampe für die Seele des Pharao beim himmlischen Aufstieg dienen, der nach seinem Tod als heller Stern am Himmelsnordpol beobachtbar sei. Unter babylonischem Einfluss wurde der zwölfteilige Tierkreiszeichen (Zodiak) geschaffen.
In Europa, so wird vermutet, spielt das Heiligtum von Stonehenge (um 2200 v. Chr.) die wichtigste Rolle als oberirdisches astrologisches Zentrum. Die kürzlich entdeckte Himmelsscheibe von Nebra (etwa 1600 v. Chr.), die älteste Sternenkarte Europas, harrt mit deutlichen kalendarischen und mythologischen Darstellungen ihrer endgültigen Entschlüsselung.
Im Hellenismus werden astrologia (der verbreitetere und ältere Begriff) und astronomia nicht klar voneinander geschieden. Die erste begriffliche Trennung erfolgte durch Simplikios. Die Griechen übernahmen die babylonischen Planetennamen, richteten sich aber nach der Sonne. Nach Widerständen durch die römischen Kaiser findet die Astrologie Einfluss und Aufnahme in Alchemie, Gnosis, Manichäismus, und Christentum (etwa im christianisierten Tierkreis der Valentinianer, Zeno von Verona, Priscillianisten oder christliche Horoskope und Monatsprognosen in der Orthodoxie).
Das frühe Christentum bleibt gegenüber der Astrologie in einem widersprüchlichen Verhältnis, da nach Auffassung vieler Kirchenlehrer die Vorherbestimmung des Schicksals dem freien Willen als unbedingte Voraussetzung (conditio sine qua non) des christlichen Glaubens widerspricht, andererseits die Geburt Christi astrologisch angekündigt wurde, sie also von Gott scheinbar gebilligt wird.
Wird die Tätigkeit der "Weisen aus dem Morgenland" (Matthäus 2) ursprünglich als Kunst angesehen, so sind sie nach Hieronymus docti a daemonibus (von Dämonen belehrt). Erst Beda Venerabilis beschreibt sie als angesehene Heilige drei Könige. Tertullian warnt vor der Astrologie. Konstantin der Große bekennt sich dazu. Die Kirche des Mittelalters sieht zu einigen Zeiten in den astralen Mächten sogar den Todfeind des Glaubens.
Renaissance und Humanismus brachten unter Rückbezug auf die hellenistische Form die Astrologie zu ihrer vollsten Blüte; andererseits häufte sich auch die rationalistische Kritik gegen sie. Friedrich II., die Päpste Julius II., Paul III. und Leo X. wie viele reformatorisch geprägte Personen (Albrecht Dürer) vertrauten der Astrologie. Martin Luther dagegen hielt nicht viel von den Astrologen: "Es ist ein Dreck um ihre Kunst."
Bis zur Renaissance waren Astronomen häufig zugleich gläubige Astrologen (Tycho Brahe, Johannes Kepler). Es wird immer wieder die Meinung geäußert, Kepler beispielsweise hätte Horoskope aus rein wirtschaftlichen Gründen erstellt. Es stimmt zwar einerseits, dass er prognostische Horoskope ablehnte (In seinen Worten über die Supernova 1604: Jn Politischen sachen vnd menschlichen Hendeln acht ich / dieser stern hab trefflich viel zubedeuten / zwar nit seiner Natur nach / sondern per accidens / wegen der Menschen gemüther), glaubte andererseits jedoch, dass die gantze Natur / vnd alle deren crefften "(animales facultates)" eine verborgene art haben / die "aspectus" der himlischen liechtstralen zumerckhen vnd sich nach denselben zureguliren. Die astrologischen Diskussionen der Zeit jedenfalls tat er in seinen wissenschaftlichen Werken als ohne vernünftige Basis seiend ab.
In der Folge der Erfindung des Teleskops trennen sich Astronomie und Astrologie endgültig, aber bis in die Romantik bewahrt die Astrologie ihren Einfluss in höchste Gesellschaftskreise (Johann Wolfgang von Goethes Horoskop, Schlegel und so weiter).
Nach einer Periode, die vor allem von naturwissenschaftlichem Fortschritt geprägt war, während der sich nicht nur die allgemeine Auffassung änderte, sondern auch die Astrologie fast in Vergessenheit geriet, war es besonders Evangeline Adams (1865-1932) die die Astrologie wieder in der westlichen Welt populärer machte. Sie siedelte sich 1900 in New York an und beriet als Astrologin viele Personen darunter auch Millionäre wie J.P.Morgan, den Sänger Enrico Caruso oder den englischen König Edward VII. 1914 wurde sie wegen Wahrsagerei angeklagt, jedoch frei gesprochen mit der Urteilsbegründung, sie habe die "Astrologie zur Würde einer exakten Wissenschaft erhoben".
Die heutige Astrologie ist in verschiedenste Denkrichtungen gegliedert, die teilweise zu Auseinandersetzungen untereinander führen. Bereits das Berechnen des Horoskops, an sich eine rein himmelsmechanische Aufgabe, ist strittig, da zum Beispiel die so genannte "Wirksamkeit" der Aspekte (siehe unten) unterschiedlich gewertet wird und teilweise zusätzlich zu den allgemein benutzten Planeten weitere, auch mythische, Himmelskörper und rein geometrische Konstrukte hinzugezogen werden. (Hamburger Schule)
In Amerika schufen Azteken und Mayas einen 260-Mondkalender zur Berechnung religiöser Feste. Der Himmel untergliederte sich in 13, die Unterwelt in 9 Regionen, entsprechend 13 Tages- und 9 Nachtstunden. Die Bauweise der Stadt Cuzco symbolisierte den zwölfgeteilten Tierkreis. Aus astral abgeleiteten Notwendigkeiten wurde die Praxis von Menschenopfern abgeleitet.
In China, dem astronomischen "Reich der Mitte", in dem die Sterne nie untergehen, wurde der Kaiser als Repräsentant des Himmels verehrt. Die chinesische Astrologie schuf einen 28teiligen, den kaiserlichen Palästen zugeordneten Mondkalender wie auch einen zwölfgeteilten Tierkreis. In der Chinesischen Astrologie nimmt eher der Jupiter als die Sonne eine zentrale Rolle ein, wodurch mittels Abstraktion auch die bekannten und in ganz Ostasien volkstümlichen "Jahr der Ratte", "Jahr des Hasen" etc. zustande kommen. Schon vor Christi Geburt beobachteten chinesische Astrologen den Halleyschen Kometen, ab 28 v. Chr. Sonnenflecken.
In Indien setzen die Veden im 2. Jahrtausend v. Chr. astronomische Beobachtungen in Bezug zur Religion. Astrologie zählte zur höchsten Gelehrsamkeit. Der Gedanke der menschlichen Reinkarnation in den Tierkreissymbolen fand hier seine Ausprägung. Die indische Astrologie bezieht auch viele Fixsterne in ihre Deutungen ein und bevorzugt die realen Sternbilder gegenüber den rechnerischen westlichen Tierkreiszeichen.
Darüber hinaus existiert bis jetzt keine physikalisch akzeptable Erklärung, wie die oben beschriebenen Komponenten des Horoskops Einfluss auf das irdische Geschehen nehmen könnten. Der gern zitierte Gezeiteneffekt durch die Gravitation ist dafür unter allen Umständen unzureichend, weit eher hätte es einen gravitativen Einfluss, ob vor dem Geburtshaus ein Baum steht oder nicht, von Bergen ganz zu schweigen. Dieser würde eine viel größere Anziehungskraft auf das neugeborene Kind ausüben, als sämtliche Sterne im Universum es aufgrund ihrer Entfernung können. Unter anderem durch den Mangel an überprüfbaren Erklärungen wird die Astrologie von den Wissenschaften als Pseudowissenschaft abgelehnt.
Einige Astrologen dagegen weisen bei solcher Kritik darauf hin, dass die Astrologie auf Analogien und Symbolen gründet, nicht auf echten Kräften. Sie orientiert sich an der Wirklichkeit und der Gegenwart auf der Erde, die (phänomenologisch) systematisiert werden. Daher werden und wurden alle neuen durch die Astronomie entdeckten Elemente einbezogen (zum Beispiel Neptun und Pluto). Die Entdeckung der neuen Elemente erfolgt nach astrologischer Auffassung dann, wenn das Bewusstsein im Menschen eine Entwicklung erreicht habe, welche die astrologischen Qualitäten eines Planeten repräsentiere. So wurde in den Jahrzehnten um die Entdeckung des Uranus die Dampfmaschine erfunden, die Industrialisierung begann und die französische Revolution leitete das Ende der Monarchien ein. Uranus soll also für Befreiung von Abhängigkeiten, plötzliche Umbrüche, neue Technik, Kapitalismus und so weiter stehen. Entsprechendes gilt für Neptun und Pluto.
So wertete ein dänisch-deutsches Forscherteam um Peter Hartmann in einer großangelegten Studie die Daten von insgesamt mehr als 15.000 Personen statistisch aus: ein Zusammenhang zwischen Geburtsdatum – und damit auch dem so genannten "Sternzeichen" (dem Tierkreiszeichen, in dem zum Zeitpunkt der Geburt die Sonne steht) – und individuellen Persönlichkeitsmerkmalen oder gar der Intelligenz konnte in keinem Fall nachgewiesen werden, ein solcher Zusammenhang existiert demnach nicht. Peter Hartmann (Universität von Aarhus) et al.: The relationship between date of birth and individual differences in personality and general intelligence: A large-scale study. In: Personality and Individual Differences, Mai 2006, Bd. 40, S. 1349-1362. (Abstract online). Die Studie widerlegt nach Auffassung der Wissenschaftler die weit verbreitete Ansicht, dass jedes Sternzeichen für typische Charakterzüge eines Menschen stehe.
Schon 1979 stellte Kelly I.W.Kelly:Astrology and Science: A critical examination. In: Psychological Reports, 1979, Bd. 44, S. 1231-1240. in einer kritischen Untersuchung fest, dass (1) die große Mehrheit der empirischen Studien, die zu dem Zweck durchgeführt wurden, die astrologische Lehre zu überprüfen, deren Behauptungen nicht bestätigen konnte und (2) „die wenigen stützenden Studien weiterer Klärung bedürfen“ („the few studies that are positive need additional clarification“). I.W.Kelly:Why astrology doesn’t work.In: Psychological Reports,1998 , Bd. 82, 527 - 546.
Gunther Sachs war es unverständlich, dass die Wissenschaft sich mit allen möglichen Themen beschäftige, aber nie das Jahrtausende alte astrologische Wissen mit modernen Methoden untersucht habe, um Wahrheit und Mythos zu trennen. Tatsächlich gibt es regelmäßig wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema, mit denen Sachs lediglich nicht vertraut war.
Er gründete das Institut zur empirischen und mathematischen Untersuchung des möglichen Wahrheitsgehaltes der Astrologie in Bezug auf das Verhalten von Menschen und deren Anlagen (IMWA) im schweizer Ort Zug. In einer statistischen Untersuchung mit über 20 Millionen Schweizer, englischen, deutschen und französischen Daten werden signifikante Zusammenhänge zwischen Sonnenzeichen und verschiedenen Verhaltensweisen festgestellt, wie etwa Neigungen zu Suizid, Hochzeit und Scheidung oder bei der Wahl des Berufs. Unterstützt wurde er dabei von Statistikern der Universität München sowie Elisabeth Noelle-Neumann vom Institut für Demoskopie in Allensbach. Die Studie erschien 1997 unter dem Titel 'Die Akte Astrologie' und stand 21 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Sie erschien 1998 in englischer sowie 2000 in französischer Sprache.
Zwei Forscher vom Bundesamt für Statistik bescheinigten 1998 in einer Expertise die Richtigkeit der Analysen von Gunter Sachs und seinem Team. Kary B. Mullis bestätigt die Ergebnisse der Auswertungen und empfiehlt das Buch auf seiner Website. Andere Experten, wie der Statistiker Herbert Basler‚ Akademischer Direktor am Institut für Angewandte Mathematik und Statistik der Universität Würzburg, fanden hingegen methodische Fehler in den beiden Studien des Buches (Sachs und Allensbach).
Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (siehe Weblinks) hinterfragt seit vielen Jahren die Astrologie mit wissenschaftlichen Methoden. Sie prüft beispielsweise die Prognosen des Vorjahres und schaut, wie viele eingetreten sind. Die Prognosen der analysierten Astrologen in Deutschland schneiden dabei schlecht ab. Allerdings wird dabei davon ausgegangen, dass Astrologie Tatsachen beschreibt, was einige Astrologen ablehnen. Sie sind der Meinung, dass Astrologie Motivationen auf hohem Abstraktionsniveau beschreibt, die sich erst durch unterbewusste Entscheidungen in Tatsachen verwandeln können. Nach Ansicht dieser Astrologen sind Prognosen nicht im Sinne der Astrologie, da sie die prinzipielle Freiheit der Verwirklichungen einschränken.
Schon durch die Selbsterfüllung kann im psychologischen Sinne die Beschäftigung mit Astrologie ein Mittel zur Selbstinspektion und Selbstreflektion darstellen, ebenso wie andere religiöse beziehungsweise esoterische Glaubensübungen dazu geeignet sind (Tarot). Die Applikation auf Dritte ist dabei zweifelhaft, wenn diesem keine Beschäftigung mit Astrologie unterstellt werden kann, etwa "wir passen nicht zusammen, du bist halt Widder". Von Nicht-Gläubigen kann dies gar als quasi-rassistisch empfunden werden, da hier eine lebensbeschränkende Klassifizierung allein nach dem Zufall von Ort und Zeit der Geburt auf Dritte gelegt wird. Die beispielhaft angegebene Form der "Küchen-Astrologie" mag von geübten Astrologen abgelehnt werden, ist jedoch praktisch sehr geläufig, wodurch sich eine soziologische Kritik an der Astrologie ableitet.
Neben der Selbstprojektion finden sich in der Psychologie weitere Zumutungen, etwa die Fremdprojektion (ähnlich dem Erlernen der Geschlechterrolle), sowie dem Bejahungsfaktor bei schwammigen Aussagen (sogenannter Barnum-Effekt), die die Selbstbestätigung über das Horoskop drastisch in Frage stellen. Für diese Effekte gibt es jeweils fundierte Studien, die deren teils starke Wirkung beschreiben. Ähnlich wie mit der physikalischen Kritik bleibt für den astrologischen Anteil hier nur ein kaum messbarer Hauch eines äußeren Einflusses übrig. Mögliche Beobachtungen sind vielmehr der Ausdruck des Erlernten als direkte Folge der Prägung der Psyche durch das astrologische Modell.
Astrologie erfüllt bei vielen Menschen ein Bedürfnis nach übernatürlichen, transzendenten oder metaphysischen Erklärungen für ihre aktuelle oder zukünftige Befindlichkeit. Die Erwartung metaphysischer Aussagen lässt per Definition jede naturwissenschaftliche Kritik belanglos sein. Dies trifft übrigens nicht nur für Astrologie, sondern für jedes Wert- oder Anschauungssystem (zum Beispiel Religionen) zu, das jenseits der bekannten physikalischen Welt weitere Determinationen oder Existenzen unterstellt.
Verbindungen von Astrologie und medizinischer Diagnostik werden von ausgebildeten Medizinern abgelehnt. In Deutschland darf man medizinische Tätigkeiten nur mit der entsprechenden amtsärztlichen Prüfung durchführen. Trotz genauem gesetzlichem Rahmen überschreiten viele Gewerbetreibende diese Grenze (bewusst oder unbewusst), ohne sich entsprechend zusätzlich zu qualifizieren.
Es gibt auch Bestrebungen, den Beruf des Astrologen in einen gesetzlichen Rahmen einzubinden. Aber auch das wird kritisch gesehen, da es keine wissenschaftlichen Kriterien gibt, welche die Grenzen zwischen Astrologie und Nicht-Astrologie abstecken könnten.
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