Astra (lateinisch für Sterne) ist der Name einer Flotte von 14 geostationären Kommunikationssatelliten.
Sie dienen vor allem dem Direktempfang von Hörfunk- und Fernsehsignalen mit einer meist 60 bis 90 cm großen Parabolantenne oder auch Satellitenschüssel. Damit sind über 1.500 analoge und digitale Kanäle für über 102 Millionen Haushalte in Europa empfangbar. Eigentümer der Satellitenflotte ist die SES Global (vormals: SES-Astra – Société Européenne des Satellites-Astra) mit Sitz in Betzdorf in Luxemburg.
Zurzeit haben größtenteils die Positionen 19,2° Ost und 28,2° Ost für den Direktempfang Bedeutung, PREMIERE hat auf Astra 3A (23.5° Ost) ausländische Programme aufgeschaltet, die gegen Gebühr abonniert werden können. Es ist damit zu rechnen, dass Astra 3 in Zukunft wichtiger wird.
Für die Astra-Satelliten auf 19,2° Ost gelten in Deutschland folgende Elevationswerte:
| Kiel | Hamburg | Rostock | Berlin | Bremen | Hannover | Düsseldorf |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 27,5 | 28,3 | 27,9 | 29,7 | 28,6 | 29,5 | 30,2 |
| Kassel | Dresden | Wiesbaden | Nürnberg | Saarbrücken | Stuttgart | München |
| 30,6 | 31,3 | 31,6 | 32,8 | 32,3 | 33,2 | 34,2 |
Einige der Satelliten sind mit besonderen von Astra entwickelten Techniken ausgestattet, so zum Beispiel mit
Von 2007 an will der Satellitenbetreiber SES eine digitale Vertriebsplattform namens Dolphin errichten. Während die Abonnementabrechnung und Kundenverwaltung kostenpflichtiger Kanäle direkt über Astra erfolgen soll, würde künftig auch für bisher kostenlose Programme (Free-TV) eine Grundgebühr erhoben. SES Präsident Ferdinand Kayser begründet diese Maßnahme mit höherem technischen Aufwand, Kritiker sehen in diesen Plänen jedoch eine Strategie zur Gewinnmaximierung; auf diesem Wege solle "durch die Hintertür" eine Rundfunkgebühr für kommerzielle Fernsehprogramme eingeführt werden, die sich Satelliten-, Fernseh-, und Kabelbetreiber untereinander aufteilen.
Außerdem trafen die Betreiber von RTL und Pro7/Sat1 mit den führenden deutschen Kabelgesellschaften eine Übereinkunft über die Einspeisung ihrer Programme ins digitale Kabelnetz. Dies wäre mit einer "Grundverschlüsselung" aller werbefinanzierten, bisher frei empfangbaren Fernsehkanäle verbunden. Um eine Abwanderung von Kabelkunden zum Satellitendirektempfang zu verhindern, planen die kommerziellen Fernsehanbieter schon seit längerem, ihre Fernsehprogramme auch über Satellit nur noch verschlüsselt auszustrahlen. Die zentrale Vermarktung der Kanäle würde dann über die Astra-Tochtergesellschaft APS erfolgen, dem früheren Playout-Center von Premiere.
Die Übernahme dieser ehemaligen Betriebssparte von Premiere durch Astra wird derzeit vom Satelliten-Konkurrenzunternehmen Eutelsat bei der Kartellbehörde angefochten. Sollte der Dienstleister wieder an Premiere zurückfallen, könnten die Dolphin-Pläne schnell Makulatur werden. Das Bundeskartellamt ermittelt seit Februar gegen die Teilnehmer des Dolphin-Projektes, wegen des begründeten "Anfangsverdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung". In diesem Zusammenhang wird auch die Verwertung der Bundesliga-Erstausstrahlungsrechte durch das Kabelkonsortium Arena genau beobachtet.
Überdies planen RTL und Pro7/Sat1 mehrere kostenpflichtige Zusatzkanäle, die digital über Kabel und Satellit übertragen werden sollen. Daher dürften sich die über Astra und Kabel empfangbaren Angebote (Fernsehbouquets) zunehmend angleichen und nach ähnlichen Tarifmodellen abgerechnet werden. Die mit den Kabelgesellschaften getroffenen Vereinbarungen sehen die Einspeisung von Bezahl-Angeboten vor, die von Fernsehanbietern und Kabelbetreibern gemeinsam vermarktet werden und vor allem den Fernsehgesellschaften als zusätzliche Einnahmequelle dienen sollen. Noch ist unklar, wie die von Astra als "Infrastruktur-Gebühr" ausgegebene Monatspauschale den Empfang öffentlich-rechtlicher, also gebührenfinanzierter Kanäle, berührt. Die Sendeverantwortlichen von ARD und ZDF haben sich bereits klar gegen eine verschlüsselte Ausstrahlung über Satellit ausgesprochen.
Anfang März gab Astra bekannt, mit dem Schweizer Unternehmen Kudelski über die Entwicklung eines neuen Verschlüsselungssystems der Gattung Nagravision handelseinig geworden zu sein (auch Premiere nutzt bislang eine spezielle Variante von Nagravision). Mitte März einigten sich Arena und Astra über die Anmietung eines gesamten Satellitentransponders für die Übertragung der Bundesliga-Begegnungen, an denen Arena die Erstrechte hält. Arena ist auf die Reichweite von Astra angewiesen, da ungefähr 16 Millionen Haushalte ihr Fernsehsignal über den Satellitendirektempfang beziehen.
Die führenden Elektronikhersteller protestierten indessen gegen den von Astra vorgegebenen Dolphin-Standard, weil er anderen Vermarktungsplattformen oder frei empfangbaren Kanälen den technischen Zugang zu den nach den Spezifikationen von Astra gefertigten Empfangsgeräten verwehren oder erschweren könnte. Sie schlossen sich am 11. März zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, um künftig mit einer Stimme sprechen zu können. Astra machte in einer Ausschreibung konkrete Preisangaben für die herzustellenden Geräte (99 Euro) und will diese nach exakten technischen Vorgaben produzieren lassen. Durch die schon heute marktbeherrschende Stellung Astras beim Satellitenempfang werden bei Herstellern und Politikern zunehmen Befürchtungen laut, Astra betreibe Marktabschottung und wolle seine einzigartige Stellung finanziell ausschöpfen.
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"Astra (Satellit)".
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