Aston martin db4.jpg Aston Martin Lagonda Ltd. ist ein britisches Unternehmen, das exklusive Sportwagen herstellt.
Die Firma Aston Martin wurde 1914 von Lionel Martin und Robert Bamford gegründet. Durch den Ersten Weltkrieg und wegen fehlender finanzieller Mittel entstanden die ersten Autos erst neun Jahre später. Die Marke erhob den Anspruch Rennwagen für die Straße zu bauen und beteiligte sich daher intensiv am Autorennsport. Bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs entstanden nur wenige Hundert Aston Martins.
Im Jahr 1947 übernahm der britische Unternehmer David Brown die Firma Aston Martin. Seine Initialen DB finden sich in den Modellnamen bis 1972. Obwohl seine Ära von Rennsporthöhepunkten und einer erfolgreichen Modellpolitik begleitet war, musste Brown die Firma 1972 wegen finanzieller Probleme verkaufen.
Einige Jahre später wurde Aston Martin von Ford übernommen. Da bis heute überwiegend in Handarbeit gefertigt wird, stellte die Firma bis zu ihrem 90-jährigen Bestehen nur rund 16.000 Autos her. Berühmt wurde die Sportwagenmarke aus Newport Pagnell vor allem durch die James-Bond-Filme. Das erste Mal fuhr der Geheimagent ihrer Majestät in Goldfinger mit einem Aston Martin, dem DB5.
Die junge Firma fand ein neues Domizil am Henniker Place in West Kensington. Im März 1915 wurde der erste Aston Martin zugelassen, ein Prototyp, der den Spitznamen „Coal Scuttle“ (Kohlenkasten) erhielt. Ein zweiter Prototyp entstand erst Ende 1920 am kurz zuvor bezogenen Standort in der Kensingtoner Abingdon Road. Robert Bamford hatte die Firma zu dieser Zeit gerade verlassen, da er wenig Interesse an der geplanten Serienfertigung von Automobilen hatte. Seine Stelle nahm inzwischen der amerikanische Millionärssohn Graf Louis Vorow Zborowski (1895–1924) ein, der auch so manche Finanzspritze für das Unternehmen bereitstellte. Als Rennfahrer verdiente Zborowski im Mai 1922 für Aston Martin die ersten Rennmeriten, als er im Oval von Brooklands mit einem Schnitt von 122 km/h zehn Weltrekorde brach. Doch im Oktober 1924 kam der Graf beim Großen Preis von Italien in Monza ums Leben und Lionel Martin rutschte immer mehr in eine finanzielle Schieflage. Auch neue Geldgeber konnten die Konkurs
Lord Charnwood hatte bereits mehrmals Aston Martin finanziell unter die Arme gegriffen und übernahm jetzt das Regiment. Gemeinsam mit Domenico Augustus Cesare Bertelli und William Somerville Renwick begann er im Oktober 1926 an einem neuen Firmenstandort an der Victoria Road in Feltenham, Middlesex, mit der Aston Martin Motors Ltd. neue Modelle zu bauen. Bertelli und Renwick brachten in die Firma einen selbst entwickelten 1,5-Liter-Motor mit vier Zylindern ein. Lord Charnwood steuerte zumindest einen guten Namen bei. Auf dieser Basis entstanden ab 1927 nacheinander Aston Martins unter den Typenbezeichnungen „International“, „Le Mans“, „Mark II“ und „Ulster“. Fortan sammelten Aston Martin-Rennfahrzeuge Siegpunkte bei allen bekannten Autorennen, von der Tourist Trophy über die Mille Miglia bis zu den 24-Stunden-Rennen von Le Mans und Spa.
Die Aston Martin Motors Ltd. fand Ende 1932 einen neuen Eigentümer, Sir Arthur Sutherland, der seinen Sohn Gordon mit der Geschäftsführung betraute. Ende 1935 hatte der 1,5-Liter-Motor ausgedient und man begann mit der Entwicklung einer 2-Liter-Maschine. Außerdem entschied man sich ab 1936 auch „zivilere“ Fahrzeuge zu bauen. Auf Basis des neuen Modells 15/98 entstanden offene Viersitzer, Drophead Coupés und Saloons. Der Imagetransfer von der Rennstrecke auf die Straße gelang so vorbildlich, dass sich schon im Mai 1935 im The Grafton Hotel an Londons Tottenham Court Road eine kleine Fangemeinde zum ersten automobilen Markenclub der Welt zusammenschloss: Der Aston Martin Owners Club (AMOC) zählt heute weltweit knapp 5.000 Mitglieder.
Aus dem Rennsport zog sich Aston Martin nunmehr zurück und überließ Privatfahrern das Feld. 1936 schied Bertelli, den man intern „Our Bertie“ nannte, aus der Firma aus. Er hatte der frühen Rennära von Aston Martin maßgeblich seinen Stempel aufgedrückt. Aston Martin machte sich in den 20er- und 30er-Jahren auf den Rennstrecken der Welt einen guten Namen und hatte trotz finanzieller Engpässe überlebt. Doch nun wurde das letzte Kapitel vor dem Krieg aufgeschlagen.
Mit der Entwicklung des „Atom“ wollte Aston Martin zukunftsweisende Technik mit modernem Stromliniendesign auf die Straße bringen. Doch als der Prototyp im Frühjahr 1939 entstand, hatte Gordon Sutherland mit seinem Konstrukteur Claude Hill keine Zeit mehr, das Fahrzeug zur Serienreife zu entwickeln. Von 1941 bis 1946 wurde am „Atom“ nicht mehr weitergearbeitet. Seit der Unternehmensgründung bis 1945 wurden lediglich rund 700 Fahrzeuge der Marke Aston Martin gebaut. Im Schnitt entstand seit 1919 nur alle zwei Wochen ein neuer „Aston“.
Der ehemalige Aston Martin-Besitzer Gordon Sutherland und Konstrukteur Claude Hill blieben im Vorstand der Firma, und schon 1948 begann man mit der Produktion des neuen Modells 2-Litre Sports als Drophead Coupé. Inoffiziell wird das Modell auch DB 1 genannt, wobei DB für David Brown steht.
Auch der Rennsport wurde wieder aufgenommen. 1949 startete Aston Martin in Le Mans und holte mit den Piloten „Jock“ St. John Horsefall und Leslie Johnson auch gleich einen Klassensieg. Doch Horsefall verunglückte bei einem späteren Rennen tödlich. Kurz darauf wurde David Brown auf den begabten Mechaniker und Rennstrategen John Wyer aufmerksam und holte ihn 1950 in seinen Rennstall. Bis 1963 wurden die beiden zu einem überaus erfolgreichen Duo im Rennsport.
Nun wollte sich Brown allerdings möglichst bald von dem noch aus Vorkriegszeit stammenden Bertelli-Zweilitermotor verabschieden. Zwei wesentliche Komponenten für ein Erfolg versprechendes neues Modell waren bereits vorhanden: das Fahrwerk aus dem „Atom“ und der Motor von Lagonda. Der in Grauguss gefertigte 2,6-Liter-Sechszylinder leistete 105 PS. Im April 1950 wurde der DB 2 angekündigt. Dieses neue Fahrzeug holte bereits im Juni, wieder einmal in Le Mans, den Sieg in der Klasse bis 3 Liter und den fünften Platz in der Gesamtwertung. Im Jahr darauf wiederholte John Wyer den Erfolg.
Der Österreicher Eberan von Eberhorst, der früher mit Professor Ferdinand Porsche für die Auto Union konstruierte, brachte 1951 den DB 3 auf die Räder. Daher finden sich bei diesem Wagen auch Porsche-typische Konstruktionsmerkmale: Doppelrohr-Leiterrahmen, Torsionsstabfederung und Längslenkervorderachse. Doch trotz technischer Finessen und einer Hubraumerhöhung auf 3 Liter war dem DB 3 kein sportlicher Erfolg beschieden. Von Eberhorst kehrte bald nach Deutschland zurück, um seine Arbeit bei der im Westen neu gegründeten Auto Union wieder aufzunehmen.
Aus Geldmangel dauerte es bis 1954, bis die Konstruktionstätigkeiten am Nachfolger DB 4 begannen. Im selben Jahr bezog David Brown mit Aston Martin einen neuen Firmensitz in Newport Pagnell, bis heute die Heimat der Marke. Als der DB 4 im Jahr 1958 auf der London Motor Show präsentiert wurde, besaß er elegante Linien aus dem Hause Carrozzeria Touring und einen überarbeiteten Sechszylinder-Aluminiummotor mit 3,7 Litern Hubraum von Tadek Marek.
In den Jahren 1954 bis 1957 waren die Rennerfolge angesichts der scharfen Konkurrenz durch Ferrari, Mercedes, Jaguar und Maserati ausgeblieben. Zwischen 1957 und 1959 holten Aston Martins jedoch wieder zahlreiche Siege, unter anderem als Höhepunkt die Markenweltmeisterschaft 1959, und festigten ein für alle Mal das Image vom Rennwagen für die Straße.
Das nächste Modell, der DB 5, erschien im Oktober 1963 mit Vierlitermotor und optionalem Dreistufen-Automatikgetriebe, anstatt des serienmäßigen manuellen Fünfganggetriebes. Mit diesem Wagen legte Aston Martin erstmals wieder den Schwerpunkt von der Rennpiste auf die Serienproduktion. Die Nachfrage stieg, Aston Martin war endgültig in der feinen Riege der exklusiven Sportwagen-Serienhersteller angekommen. Die Produktion wurde verdoppelt und eines der 1021 produzierten Exemplare festigte noch mehr den „Ruhm der Marke“: In den James-Bond-Spielfilmen Goldfinger von 1964 und Thunderball von 1965 war ein DB 5 der Dienstwagen von 007, von Q dezent mit Sonderausstattungen versehen. Als Spielzeugmodell mit funktionsfähigem Schleudersitz im Maßstab 1:43 von Corgi eroberte dieser Aston Martin damals auch unzählige Kinderzimmer.
Schon 1965 folgte der DB 6, der in der weiterentwickelten Form als Mk II bis 1970 im Angebot blieb. Erstmals unter der Ägide von David Brown bot man unter der Bezeichnung „Volante“ auch eine Cabrioletversion an, immerhin mit elektrisch betätigtem Verdeck – eine Premiere in einem europäischen Serienfahrzeug. Der DB 6 präsentierte sich auch neuerdings als echter Viersitzer.
1967 brach der DBS mit den bis dahin stark „italienisch“ geprägten Linien: Das neue, hausintern gestaltete Design stammte von William Towns. Doch erst 1969 war Tadek Mareks neuer 5,3-Liter-V8-Motor fertig. Die Typenbezeichnung wurde daraufhin in DBS V8 geändert. Ab 1971 wurde die finanzielle Lage bei Aston Martin abermals prekär: David Brown machte immer weniger Gewinne mit seinen Landmaschinen, die bis dahin das Engagement bei Aston Martin und Lagonda gestützt hatten. Die Aston Martin Lagonda Ltd. verursachte trotz 3,2 Millionen Pfund Umsatz jährlich ca. 1,2 Millionen Verlust. Bald schrieb man rote Zahlen und David Brown entschied sich 1972 zum Verkauf.
Damit endete, zumindest für die meisten Enthusiasten der Marke, die „glanzvollste Epoche“ von Aston Martin. Die ersten 25 Nachkriegsjahre brachten der Marke große Rennerfolge und ein erstklassiges Renommee als Sportwagenhersteller. Für nur 100 Pfund ging die Aston Martin Lagonda Ltd. Anfang 1973 an die Company Developments, einen Zusammenschluss von Geschäftsleuten aus Birmingham.
Rettung kam in letzter Minute Mitte 1975 durch zwei Geschäftsmänner aus Übersee: Peter Sprague, ein US-amerikanischer Unternehmenssanierer, und George Minden, ein kanadischer Restaurantbesitzer und Rolls-Royce-Händler, übernahmen die Führung. Ab 1976 kamen die Geschäfte langsam wieder in Gang. Durch die scharfen US-Abgasnormen konnten Aston Martins bereits seit einiger Zeit nicht mehr in Nordamerika verkauft werden. Technische Optimierungen und Änderungen an den Vergasern halfen, bessere Werte zu erhalten, und der Export in die USA wurde wieder aufgenommen. Trotzdem blieb das wirtschaftliche Umfeld für Luxussportwagen eher ungünstig. Unter dem Namen Lagonda kam 1978 ein sehr modern gezeichneter Wagen auf den Markt, diese neue, viertürige Luxuslimousine mit der Technik der V8-Sportwagen sollte dem Unternehmen den Weg in die Zukunft bereiten. Doch der Wagen floppte am Markt. Sprague und Minden verließen das Unternehmen und überließen die Führung ihren Teilhabern Victor Gauntlett und Tim Hearley. Bis 1984 gab es nochmals eilige Besitzerwechsel, und schließlich, 1985, hießen die Eigentümer von Aston Martin Victor Gauntlett und Peter Livanos. Durch diese Ereignisse litt die Fahrzeugentwicklung in Newport Pagnell. Bis Mitte der 80er-Jahre stand immer noch lediglich der V8 in seinen Varianten Saloon (Coupé), Volante (Cabriolet) und Vantage (Saloon mit modifizierter Karosserie und höherer Leistung) im Angebot.
| 1914–1921 | „Coal Scuttle“, verschiedene Renn- und Testwagen |
| 1923–1925 | Lionel Martin Series |
| 1927–1932 | 1.5-litre Tourer & Sports, International (ab 1929) |
| 1932–1933 | Le Mans |
| 1934–1935 | Mark II, Ulster |
| 1936–1939 | Open Sports Tourer |
| 1936–1940 | 2-litre Speed, 15/98, C-Type |
| 1939–1946 | Atom |
| 1948–1950 | 2-litre Sports (DB 1) |
| 1950–1953 | DB 2 |
| 1951–1953 | DB 3 |
| 1953–1955 | DB 2/4 |
| 1953–1956 | DB 3S |
| 1955–1957 | DB 2/4 Mark II |
| 1957–1959 | DB Mark III |
| 1958–1963 | DB 4 |
| 1959–1963 | DB 4 GT |
| 1963–1965 | DB 5 |
| 1965–1970 | DB 6 |
| 1967–1972 | DB S, DB S V8 (ab 1970) |
| 1972–1989 | V8 Saloon, V8 Vantage (ab 1977), V8 Volante (ab 1979), V8 Vantage Zagato (ab 1986) |
| 1976–1990 | Lagonda (4-türige Luxuslimousine, in drei Serien) Es gab auch einen Lagonda auf DBS-Basis.|
| 1989–1994 | Virage |
| 1992 4-türige Limousine auf Virage-Basis (quasi der Lagonda-Nachfolger, | auch ein Shooting Brake ist entstanden)|
| 1993 Lagonda Vignale by Ghia | |
| 1992–2000 | Virage Vantage |
| 1996–2000 | V8 Coupé |
| 1994–2000 | DB7 |
| 1999–2003 | DB7 Vantage V12 |
| 2000 Lagonda Shooting Brake - ein durch die Firma Roos Engineering zum Kombi umgebauter Lagonda Serie III | mit dem Interieur eines Serie IV Lagondas. |
| 2001–2004 | V12 Vanquish |
| 2003–2004 | Zagato, AR1 |
| 2004 | DB9 als Coupé und Volante, Vanquish S |
| 2005 | V8 Vantage |
| 2006 | Rapide |
| 2006 | DBS (für den James Bond-Film Casino Royale produziert) |
Aston Martin | Automobilhersteller | Sportwagen | Markenname | Unternehmen (London)
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