-- 790 03:30, 24. Apr 2006 (CEST)
Als Astigmatismus (griech. "Punktlosigkeit") bezeichnet man
Astigmatismus (Zylinder, Zyl) ist in der Bevölkerung auch als Hornhautverkrümmung bekannt, die meist bei Kurzsichtigkeit (Myopie) auftritt. Man unterscheidet zwischen dem regulären Astigmatismus, dabei ist die Hornhaut des Auges entweder stärker gekrümmt oder schwächer als bei einer "normalen" Hornhaut, und dem irregulären Astigmatismus. Beim irregulären Astigmatismus ist die Oberfläche der Hornhaut an mehreren Stellen erhöht und vertieft (wie eine Berglandschaft). Ursachen sind zum Beispiel eine Operation oder ein Unfall, die Narben entstehen lassen. Eine besondere Form des irregulären Astigmatismus ist der Keratokonus und der Keratoglobus.
Astigmatismus ist eine Brennpunktlosigkeit / Stabsichtigkeit infolge nicht rotationssymmetrischer Brechkraft von Hornhaut oder Linse. Dies bedeutet, dass die Linse auf ihrer Oberfläche unterschiedliche Radien (Krümmungen) aufweist.
Strahlen, die von einem Punkt des betrachteten Objektes in die Linse und damit in das Auge gelangen, werden von dieser in einem Bildpunkt vereinigt. Entfernt sich das Objekt unendlich weit, werden parallele Strahlen vereinigt, und zwar in der für Linsen optischer System angegebenen Brennweite. Andernfalls unterscheiden sich die Strahlen beim Eintritt in die Linse in ihrer Richtung, und werden in einer anderen Entfernung im Bildpunkt vereinigt, der einen Teil des verkleinerten Bildes bildet. Dieser Bildpunkt ist der Brennpunkt dieser Strahlen, und sollte auf der Netzhaut liegen, um einen scharfen, von den Netzhautzellen wahrnehmbaren Bildreiz zu erzeugen.
Schaerfentiefe1.png | Schaerfentiefe2.png Die Brennweite der Augenlinse kann variiert werden, so dass genau Punkte einer bestimmten Entfernung vom Beobachter Bildpunkte auf der Netzhaut erzeugen. Werden die Strahlen in der Netzhautebene nicht in einem Punkt vereinigt, ist der Punkt und damit das Bild unscharf. Deshalb können wir stets nur Objekte einer best. Entfernung scharf wahrnehmen, und weiter entfernte oder nähere Objekte sind unscharf abgebildet.
Beim Auftreten von Astigmatismus treffen sich die Strahlen nicht in einem, sondern in mehreren Brennpunkten, bedingt durch die unterschiedliche Krümmung der Linsenoberfläche. Es treten deshalb mehrere Bildpunkte und somit mehrere Bilder auf, von denen nur eines fokussiert werden kann und deshalb das oder die übrigen auf der Netzhaut unscharf sind. Die Summe der Bilder ist daher immer unscharf.
Durch Zusammenkneifen der Augen (was bei einer Fotokamera dem Abblenden entspricht) kann die Schärfentiefe und damit der Schärfebereich vergrößert werden. Gleichzeitig nimmt die Menge des durchgelassenen Lichtes ab, das Bild wird dunkler.
Die astigmatische Wirkung von Linsen war bereits in der Maya-Kultur und bei den Griechen bekannt und wurde von geistlichen Gelehrten zur Verwirrung der einfachen Bevölkerung benutzt. Beim "Orakel von Delphi" sollen die Priester bereits Lochkameras benutzt haben, die durch das Zwischenschalten von Wasser Zerrbilder erzeugten.
Eine Korrektur dieser Fehlsichtigkeit ist durch die Verwendung von Sehhilfen (Brille, Kontaktlinsen) oder operativ möglich. Die unterschiedlichen Brennweiten der Linse werden z.B. bei Brillen mit "Zylindergläsern" ausgeglichen. Bei Kontaktlinsen ist dies schwieriger, da diese nicht exakt auf dem Auge plaziert und fixiert werden können. Werden die Linsen leicht gedreht oder drehen sie sich bei Bewegung des Trägers, so wird die Funnktion reduziert.
www.naturheilkundethemen.de - Astigmatismus aus psychosomatischer Sicht
Augenoptik | Augenkrankheit | Fototechnik | Technische Optik Der Astigmatismus ist in der Optik unter der Kategorie Abbildungsfehler einzuordnen. Er tritt auf wenn die objektseitigen Strahlen schräg auf eine Optik/Linse fallen. Hierbei wird zwischen Meridional- und Sagittalebene unterschieden, wobei ersteres wie y-Achse und zweiteres wie x-Achse angesehen werden kann.
Der unterschiedliche Einfallswinkel entsteht auffrund der sphärischen Linsenfläche auf der die Strahlen unterschiedliche Winkel mit dem Grenzflächenlot einschließen. Dadurch wird jeder Strahl mit anderem Einfallswinkel auch anders gebrochen, da der Ausfallswinkel von der Brechzahl und dem Einfallwinkel abhängt. Hierdurch resultiert nun das die beiden Ebenen unterschiedliche Brennweiten haben, wobei die Sagittale die weiter entfernte von der Linse ist. Hinzu kommt das in den Brennpunkten keine Punkte sonder Brennlinien in der jeweils anderen Ebene zu sehen sind. Somit entsteht vor und hinter den Brennpunkten statt eines Kreises ein Oval, da jedes Strahlenbündel einer Ebene zu Ellipse wird und in fast jedem Punkt einen anderen Öffnungswinkel hat. Wird jetzt ein Schirm hinter den sagittalen Brennpunkt gehalten ist ein Oval mit länger Halbachse in y-Richtung zu sehen. Analog dazu ist das Oval vor dem meridionalen Brennpunkt mit längerer Halbachse in x-Richtung. Es muß aber gesagt werden das sich in einem Punkt ein Kreis abbilden lässt, der sich Unschärfekreis nennt.
Charakterisiert wird der Astigmatismus durch die astigmatische Differenz, dem Abstand zwischen den Brennlinien und dem Unschärfekreis. Diese wachsen mit stärkerer Neigung des einfallenden Bündels zur optischen Achse.
Quelle: D.Kühlke, Optik - Grundlagen und Anwendungen Astigmatisme | Astigmatism | Astigmatismo | Astigmatisme | אסטיגמציה | Astigmatismo | 乱視 | Astigmatisme | Astygmatyzm | Astigmatismo | Astigmatism | 散光
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