Das Asthma bronchiale (v. griech. ' „Enge“, oft auch vereinfachend nur Asthma' genannt), ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Bei entsprechend veranlagten Personen führt die Entzündung zu anfallsweiser Luftnot infolge Verengung der Atemwege (Bronchialobstruktion, Definition des international consensus report''). Diese Atemwegsverengung wird durch vermehrte Sekretion von Schleim, Spasmus der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der Bronchialschleimhaut verursacht, sie ist durch Behandlung rückbildungsfähig (reversibel). Eine Vielzahl von Reizen verursacht die Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreaktivität) und die damit verbundene Entzündung. Fünf Prozent der Erwachsenen und sieben bis zehn Prozent der Kinder leiden an Asthma bronchiale.
Das allergische Asthma wird durch eine entsprechende genetische Veranlagung zur Atopie und äußere Reize (allergisierende Stoffe in der Umwelt, sogenanntes Allergen) ausgelöst. Dabei werden Immunglobuline vom Typ E (IgE) gebildet, die in Wechselwirkung mit spezifischen Allergenen die Ausschüttung von allergieauslösenden Botenstoffen wie Histamin, Leukotriene und Bradykinine aus Mastzellen bewirken. Diese Stoffe lösen dann die Atemwegsverengung aus. Neben dieser Sofortreaktion vom Typ I nach Einatmen des Allergens kann es nach 6-12 Stunden zu einer Spätreaktion kommen, diese wird über Immunglobuline vom Typ G (IgG) ausgelöst. Oft treten beide Reaktionen auf (dual reaction).
Für eine polygen vererbte Anlage spricht die Beobachtung, dass Kinder von Eltern, die beide an allergischem Asthma leiden, ein Erkrankungsrisiko von 60-80 % haben. Auf der Insel Tristan da Cunha leiden die Hälfte der Einwohner an Asthma infolge familiärer VererbungGerd Herold, Innere Medizin 2005, S. 301.
Heuschnupfen, der wie das Asthma eine allergisch bedingte entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums ist, kann auf die unteren Atemwege übergreifen und dort zu Asthma führen („Etagenwechsel“). Fast ein Viertel dieser Patienten entwickeln dadurch nach mehr als 10 Jahren ein Pollenasthma. Zudem steht am Anfang meist ein bestimmtes Allergen im Mittelpunkt, über die Jahre kommt es jedoch oft zur Ausweitung des Auslöserspektrums, so dass die Allergenvermeidung für den Patienten immer schwieriger oder sogar unmöglich wird.
Das nicht-allergische Asthma wird hingegen durch andere Reize verursacht: Infektionen, meist der Atemwege, Medikamentenunverträglichkeiten (Analgetika-Asthma, eine pseudoallergische Reaktion auf Schmerzmittel, meist nichtsteroidale Antiphlogistika wie Aspirin), Einwirkung von giftigen (toxischen) oder irritierenden Stoffen (Lösungsmittel, Weichmacher, Zusatzstoffe und anderem), besondere Anstrengungen sowie die Refluxerkrankung (Rückfluss von Magensäure) sind typische Auslöser dieser Form.
Peak_Flow_Meter.JPG Zur Therapieüberwachung dient auch der PEF-Wert (peak expiratory flow). Damit ist der Maximalwert des Luftflussvolumens (Durchfluss) beim Ausatmen gemeint. Er dient als Indikator für den freien Querschnitt in der Luftröhre beim Ausatmen. Dieser Wert sinkt meist schon vor einem Asthmaanfall. Er wird mit einem „Peak-Flow“-Messgerät gemessen, welches in verschiedenen altersabhängigen Bauformen erhältlich ist.
Wichtig bei der Diagnose des Asthma bronchiale ist es, zu erkennen, ob eine allergische Empfindlichkeit gegen ein oder verschiedene Allergene der Umgebung als Auslöser für das Asthma verantwortlich ist. Hierzu bedient man sich verschiedener Allergietests.
Asthma wird in folgende Schweregrade eingeteilt:
| Bezeichnung | Symptome | FEV1 beziehungsweise PEF% Sollwert | - | 4, persistierend, schwer | Tag: ständig, Nacht: häufig | ≤60% | - | 3, persistierend, mittelgradig | Tag: täglich, Nacht: 1x pro Woche | >60% - <80% | - | 2, persistierend, leicht | Tag: <1x tägl., Nacht: >2x pro Monat | ≥80% | - | 1, intermittierend | Tag: ≤2x pro Woche, Nacht: ≤2x pro Monat | ≥80% |
|---|
Die Deutsche Atemwegsliga empfiehlt folgendes Behandlungskonzept:
Bei allen Schweregraden können bei Bedarf kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika inhaliert werden („Reliever“).
Beim allergischen Asthma wird häufig zuerst auf Cromoglicinsäure oder Nedocromil zurückgegriffen. Wenn mit diesen schwach entzündungshemmenden Mitteln nach etwa vier Wochen Therapie keine Änderung der Symptomatik eingetreten ist, muss auf ein inhalatives Corticosteroid umgestellt werden. Diese Medikamente werden hauptsächlich zur Vorbeugung von Asthmaanfällen eingesetzt („Controller“), sie müssen also, um eine ausreichende entzündungshemmende Wirkung zu erzielen, langfristig, wenn nicht dauerhaft eingesetzt werden.
Eine Asthmatherapie sollte ursachenorientiert vorgehen. Da oft eine psychosomatische Komponente vorliegt, können Psychotherapien teilweise auch eine Besserung der Beschwerden bewirken.
In der „Ganzheitsmedizin“ wird zudem auch eine Ernährungsumstellung zu Vollwertkost unter Vermeidung von Nahrungsmittelallergenen empfohlen. Andererseits bekommen viele Menschen dadurch Verdauungsprobleme und die Vollwertkost kann ihrerseits ein Auslöser für Allergien sein oder ist nicht für alle Allergiker geeignet.
Hinsichtlich der Voraussetzungen für die Entstehung von Asthma hielt man bislang die T-Helfer-2-Lymphozyten (TH2-Zellen) des Immunsystems für entscheidend. Diese produzieren Entzündungsfaktoren, welche die oberen Luftwege überempfindlich machen können. Ein Forscherteam vom Children's Hospital in Boston stellte aber fest, Akbari O, Faul JL, Hoyte EG, Berry GJ, Wahlstrom J, Kronenberg M, DeKruyff RH, Umetsu DT: CD4+ invariant T-cell-receptor+ natural killer T cells in bronchial asthma. N Engl J Med. 2006 Mar 16;354(11):1117-29. PMID 16540612 dass sich in den Lungen von Asthmapatienten eine große Zahl einer erst kürzlich entdeckten Art von Immunzellen befinden, welche bei gesunden Menschen dort nicht feststellbar waren. Dabei handelte es sich um die sogenannten natürlichen Killer T-Zellen. Da die Forscher in den Lungen von asthmakranken Menschen einerseits zwar zu etwa einem Drittel TH2-Zellen, andererseits aber auch zu zwei Dritteln die natürlichen Killer T-Zellen fanden, schließen sie, dass die letzteren Immunzellen wichtiger für die Entstehung von Asthma sind als die TH2-Zellen.
Krankheit | Pneumonologie | Autoimmunerkrankung | Notfallmedizin
ربو | Asma | Asthma | Astma | Asthma | Astmo | Asma | Bronhiaalastma | Astma | Asthme | Asma | אסתמה | Asztma | Asthma | Asma | 喘息 | 천식 | Astma | Astma | Astma | Astma oskrzelowa | Asma | Бронхиальная астма | Asthma | Astma | Asma | Astma | Astım | Астма | Bệnh suyễn | Coûtresse d' alinne | 哮喘 | He-ku
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Asthma bronchiale".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world