Astana (
kasachisch Астана=
Hauptstadt) ist seit 1997 die Hauptstadt
Kasachstans. Bis 1997 war die Stadt im Herzen
Kasachstans nicht sehr bedeutend, bis sie vom kasachischen Präsidenten
Nursultan Nasarbajew zur Hauptstadt erklärt wurde. Die Einwohnerzahl beträgt 538.000 (Schätzung von
2005, die Stadt wächst sehr schnell).
Name
Astana bedeutet zu deutsch "die Hauptstadt". Angeblich wurde dieser Name gewählt, weil er historisch bzw. politisch unbelastet ist, gut klingt und auch in seiner grafischen Darstellung ansprechend ist – und das nicht nur in der Staatssprache, sondern in vielen Sprachen der Welt. Zudem bedeutete der frühere Name
Aqmola zu Deutsch "Weißes Grab" - was als eher unpassend empfunden wurde. Frühere Namen waren
Akmolinsk (
1824–
1961),
Zelinograd (
1961–
1991) und
Aqmola (
1991–
1997).
Geografie
Astana liegt in einer großräumigen
Steppenlandschaft im Übergangsbereich zwischen dem russisch geprägten Norden
Kasachstans und dem extrem dünn besiedelten Landeszentrum am Fluss
Ischim. Die älteren Stadtviertel liegen nördlich des Flusses, während die neuen Stadtviertel vor allem südlich des Ischim angelegt wurden.
Astana_panorama.jpg
Klima
Astana wird von
Kontinentalklima geprägt - es gibt kaum eine Stadt auf der Welt, die weiter im Landesinneren liegt als Astana. Klimatisch hat Astana den Ruf als eine der zugigsten und kältesten Hauptstädte der Welt, da die Winde aus Nordsibirien besonders im Herbst nahezu ungebremst nach Nordkasachstan gelangen. Im Spätherbst herrschen dort zwischen -35 bis -40 Grad.
Landsat_astana.jpg
Geschichte
Gründung und Zarenzeit
Die Stadt am
Ischim wurde
1824 als russische Festung namens Akmolinsk gegründet.
Lange Zeit fungierte sie nur als
Fort in der kasachischen Steppe. Die Bedeutung der Stadt wuchs Ende des
19./Anfang des
20. Jahrhunderts, als Akmolinsk ein
Eisenbahnknotenpunkt an der
Turksib wurde. Dies führte zu einer ersten wirtschaftlichen Blüte der Stadt, die bis zum
Russischen Bürgerkrieg anhielt. Dieser betraf auch das Gebiet des heutigen Nordkasachstan und damit auch Akmolinsk.
333541.jpg | Astana_Ministerium_nach_Brand.jpg | Astana_Regierungsviertel.JPG | Astana_Geschaeftsstr.JPG | Astana_Wohnstr.JPG
Stadterweiterung im 20. Jahrhundert
Als Nikita Chruschtschow in den 50er Jahren ein Mammutprojekt startete, um die nordkasachische Steppe in eine zweite Kornkammer der Sowjetunion zu verwandeln, wurde die Stadt zur Hauptstadt dieses so genannten Neuland-Territoriums (Zelini Kraj) und 1961 in Zelinograd umbenannt. Der hohe Anteil an russischer Bevölkerung in dieser Gegend, der zu ethnischen Spannungen geführt hat, lässt sich auf den Zuzug von Landarbeitern in dieser Zeit zurückführen. In der Umgebung der Stadt wurden daneben viele Russlanddeutsche angesiedelt, die vorher unter der Herrschaft Josef Stalins deportiert worden waren.
Hauptstadt
Als Kasachstan nach dem Zusammenbruch der
UdSSR seine Unabhängigkeit erlangte, wurden die Stadt und ihre Region
1991 in
Aqmola (zu deutsch "Weißes Grab") umbenannt und
1994 als zukünftige Hauptstadt des wieder unabhängigen Landes nominiert. Als man die Hauptstadt dann
1997 von
Almaty dorthin verlegte, wurde die Stadt abermals umbenannt. Der Grund für die Verlegung der Hauptstadt bestand neben der hohen Erdbebengefahr in Almaty vor allem darin, dass die kasachische Regierung unter
Nursultan Nasarbajew die russischsprachigen Gebiete im Nordosten des Landes vom zentral gelegenen Astana aus besser kontrollieren konnte. Umgedreht wollte sich Präsident Nasarbajew auch von traditionell einflussreichen Kasachen- und Kirgisen-Clans in Alma Ata lösen. Außerdem wurden Astana die besten Entwicklungsmöglichkeiten - resultierend aus möglichen Bebauungsflächen und Verkehrsinfrastruktur - prognostiziert. Seit Astana als Hauptstadt fungiert, erlebt die Stadt ein starkes Bevölkerungswachstum.
Stadtplanung
Astana kann städteplanerisch in verschiedene Gebiete eingeteilt werden. Nördlich der Eisenbahn, welche Astanas Norden in ost-westlicher Richtung durchquert, befinden sich
Industrie- und ärmere Wohnviertel. Zwischen der Eisenbahnlinie und dem Fluss
Ischim befindet sich die Innenstadt, in der zur Zeit eine rege Bautätigkeit herrscht. Westlich und östlich davon schließen sich gehobenere Wohnviertel an. Südlich des Ischim befinden sich Parks und das neue Regierungsviertel. Hier sind ebenfalls viele große Bauprojekte in Arbeit, so zum Beispiel der Bau eines Diplomatenviertels, verschiedener Regierungsgebäude und einer repräsentativen Uferpromenade. Bis 2030 sollen diese Stadtteile vollendet sein. Astanas Chefplaner, Wladimir Laptew, will ein
Berlin in eurasischer Version erbauen. Gelegentlich wird auch eine Parallele zu
Ankara gezogen, welches nach Gründung der modernen Türkei Hauptstadt wurde. Eine reine
Verwaltungs-Hauptstadt wie
Bras%C3%ADlia oder
Canberra ist nicht das Ziel der Stadtplaner.
Wirtschaft
Astana lebt vor Allem von seiner Hauptstadtfunktion und den damit zusammen hängenden Wirtschaftszweigen. Durch die rege Bautätigkeit besitzt der Bausektor eine wichtige Bedeutung in der Stadt. Ein weiterer wichtiger Industriezweig ist die
Lederverarbeitung. Das Stadtgebiet stellt eine
Sonderwirtschaftszone dar. Die Umgebung wird großräumig
landwirtschaftlich genutzt.
Bildungseinrichtungen
Astana ist Sitz der staatlichen kasachischen
Gumeljow-Universität und der
Agrartechnischen Universität S. Seifullin. Daneben befinden sich hier verschiedene weitere
Hochschulen.
Verkehr
Astana liegt in der Mitte
Kasachstan und hat dadurch eine Sonderstellung als Verkehrsknotenpunkt. In den nächsten Jahren sind weitere Schnellstrassen geplant.
Eisenbahn
Astana ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im
Eisenbahnverkehr sowohl in Nord-Süd- (von
Petropawl nach
Almaty und
Taschkent) als auch in Ost-West-Richtung (von
Moskau nach
China).
Straße
Parallel zu den Eisenbahnstrecken verlaufen Hauptstraßen. Auf Grund der enormen Ausdehnung des Landes besitzt das Straßennetz nur Bedeutung für den regionalen Verkehr.
Flugverkehr
Bei Astana befindet sich ein internationaler
Flughafen (
Rosa Flamingo), u.a. mit Verbindungen in die
Europäische Union. Von Deutschland aus fliegen
Air Astana und
Lufthansa non-stop nach Astana.
In den nächsten Jahren soll etwa 15 km westlich von Astana ein neuer internationaler Flughafen gebaut werden.
Öffentlicher Personennahverkehr
Dem öffentlichen Personennahverkehr dienen
Omnibuslinien und
Trolleybusse sowie eine Unzahl
Marschrutkas. Für die fernere Zukunft wird eine
Straßenbahn und/oder eine
U-Bahn geplant - möglicherweise auch eine Kombination aus beidem.
Sehenswürdigkeiten
Alte Gebäude wird man in Astana vergeblich suchen. Astana wird zum einen von Gebäuden der
Sowjetzeit geprägt - hier herrscht der Baustil der
1960er und
1970er Jahre vor, andere Stadtviertel sind entweder in den letzten Jahren entstanden oder in den letzten Jahren umgebaut worden. Dies betrifft die Viertel südlich des Ischim, die im Rahmen des Regierungsumzuges entstanden sind.
Söhne und Töchter der Stadt
Partnerstädte
Weblinks
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