article

aspekte ist ein 30-minütiges wöchentliches Kulturmagazin im Zweiten Deutschen Fernsehen, das seit 1993 von Luzia Braun moderiert wird und unter der Redaktion von Wolfgang Herles neben Kunst auch Hintergründe der Politik thematisiert. Die Reichweite beträgt -je nach Sendeplatz- zwischen 1,3 Millionen Zuschauern zum 22 Uhr-Sendetermin und 700.000 für den 23Uhr-Termin. (Stand 10/2005)

Geschichte


  • 1965 werden ab dem 17. Oktober von Walther Schmieding unter dem Titel "Kulturbericht" 3 Sendungen ausgestrahlt.
  • ab dem 01. Januar 1966 läuft die Sendung im zweiwöchigen Rhythmus unter dem nach wie vor aktuellen Namen "aspekte - Informationen aus dem Kulturleben". Für die Vermittlung eines allgemeinverständlichen Zugangs zu Theater, Musik, Kunst, Literatur, Kino und Kultur-Politik wird Schmieding 1967 von der Hörzu mit der "Goldenen Kamera" ausgezeichnet.

  • 1969 wird der vormalige Spiegel- und Stern-Redakteur Reinhart Hoffmeister Chefredakteur und Moderator der Sendung, die sich unter seiner Leitung vom eher konservativen Kunstverständnis löst und zum politisierten Magazin wandelt, dem von Kritikern Schmähungen von "linkem Kulturkampf" bis "Rote Zelle Aspekte" entgegengebracht werden. Hoffmeister behandelt Themen, die bislang nicht ins Ressort "Kultur" eingeordnet wurden: Antiautoritäre Erziehung, Badesport, Jugend-Rebellion, Medienkritik, Sexwelle und -damals übel beleumdet- Denkmalschutz. Die später sehr erfolgreiche ZDF-Kampagne "Bürger rettet Eure Städte" wird von apekte ins Leben gerufen. Ein Leitfaden zur Gründung von Bürgerinitiativen erzeugt bei den ZDF-Programmverantwortlichen Missfallen.

  • Zum Eklat kommt es am 27. Februar 1974, als der Schriftsteller und spätere Bundestagsabgeordnete Gerhard Zwerenz behauptet, in Verbindung mit dem Frankfurter Häuserkampf sei es seitens der Polizei zu Folterungen von Inhaftierten gekommen; in Folge wird Hoffmeister zunächst fristlos gekündigt und mit Hausverbot im ZDF belegt, dann aber auf Druck des PEN-Clubs und der breiten Öffentlichkeit wieder eingestellt. Die von Zwerenz unterstellten Menschenrechtsverletzungen erweisen sich dahingegend als haltbar, als dass die beteiligten Beamten gerichtlich verurteilt werden.

  • 1975 bis 1977 wird das Magazin im Wechsel von Monika Meynert, Wiltrud Mannfeld und Wolfgang M. Ebert gestaltet. Während Mannfeld ihre Schwerpunkte im Bereich Jugendprotest setzt, bringt Ebert Aktionskunst und moderne Architektur ein. Meynert, die es versteht, dem Publikum moderne E-Musik näher zu bringen, verunfallt im April 1976 tödlich.

  • 1978 folgt als Chefredakteur Dieter Schwarzenau, der den seitens der ZDF-Programmdirektion gewünschten Umbau der Sendung zu einer publikumsfreundlicheren Sendung durchsetzt, die nun wöchentlich mit wechselndem Sendetermin ausgestrahlt wird. Eine Trennung von Redaktion und Moderation führt zu einem für aspekte untypisch häufigen Wechsel der Moderatoren Alexander U. Martens, Christina von Braun, Manuela Reichart, Anne Linsel und Hannes Keil. Keils besonderes Augenmerk galt der visuellen Gestaltung der Sendung, wobei er minimalistischen Ansatz verfolgt. Der von Schwarzenau als Kino-Kritiker berufene Peter W. Jansen wird mit seiner "Kino-Notiz" zur anerkannten Instanz im deutschen Filmgeschäft, die 10 Jahre später Commedians wie Olli Dittrich als Vorlage für Parodien dient. Darüber hinaus wird Literatur ein neuer Schwerpunkt des Magazins bei dem insbesondere Ostblock-Autoren und Dissidenten zu Wort kommen. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki unternimmt bei aspekte erste Gehversuche, um "Das Literarische Quartett" als eigenständige Sendung weiterzuführen. Schwarzenau wird Mitte 1988 als Pressesprecher des ZDF abberufen.

  • Es folgt September 1988 Johannes Willms, der die Zeit des kulturellen Umbruchs in West und Ost begleitet und sich dabei nicht auf die Beobachtung der Kunst beschränkt, sondern selbst Kunstfilm schaffen lässt. Nach der Perestroika wird auch der Einzug des Kapitalismus in Russland thematisiert.

  • Als August 1992 Willms Chef des SZ-Feuilletons wird, übernimmt der NDR-Kulturredakteur Manfred Eichel die Verantwortung für die nun nur noch 14tägige 45-Minuten ausgestrahlte Sendung.

  • Unter dem Quotendruck läuft das Magazin ab 1993 wieder wöchentlich 30-minütig, ohne dabei Themen wie zeitgenössische Komponisten, experimentelles Theater und Ballett zu vernachlässigen.

  • 2000 zieht die Sendung nach Berlin um; Wolfgang Herles wird Chef der aspekte-Redaktion. Der Fokus der Sendung vom Kultur-Magazin erweitert sich auf einen Blick, der nun auch Hintergrund-Politik abseits des Tagesgeschehens mit solider Recherche thematisiert. Neu hinzu kommen Rubriken wie die aspekte Beitragsreihe zum Thema Zukunft unter dem Titel aspekte über.morgen sowie Sondersendungen wie die Interview-Reihe "Blaues Sofa" auf der Frankfurter Buchmesse. In mittlerweile 25 Beiträgen seit dem Jahre 2000 widmen sich die Autoren Themen wie Künstliche Intelligenz, Gentechnik, Ernährung der Zukunft, Identität, Überwachung, Nano-Technologie oder auch der Überalterung der Gesellschaft unter dem Titel "Die glücklichen Alten".

Kultursendung

Weblinks


 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Aspekte".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld