| Asiatische Riesenhornisse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| : | Taillenwespen (Apocrita) |
| : | Vespoidea |
| : | Faltenwespen (Vespidae) |
| : | Echte Wespen (Vespinae) |
| : | Hornissen (Vespa) |
Zu Beginn der kälteren Jahreszeit sterben Hornissenkolonien ab - lediglich die Königinnen überleben in einem geschützten Winterquartier mit geeignetem Mikroklima. Im darauffolgenden Frühjahr fliegen sie aus, um ein Platz für ein neues Nest zu suchen. Vespa mandarinia nistet üblicherweise in Hohlräumen, und zwar vorwiegend unterirdisch. Wenn gelegentlich oberirdische Nistplätze (Baumhöhlen o.ä.) bezogen werden, dann befinden sich diese selten mehr als 1-2 m über dem Boden.
Aus den Eiern der Königin bilden sich nach zirka einer Woche mehrere Larven. Mit ihren Mundwerkzeugen schaben die Larven an den Zellenwänden, um der Königin das Signal für die Nahrungssuche zu geben. Erspäht sie mit ihren Facettenaugen ein geeignetes Insekt, so attackiert sie es und köpft ihr Opfer mit den scharfen Oberkieferzangen, den Mandibeln. Die Beute wird daraufhin zu einer weichen Masse zerkaut und größtenteils an die Nachkommen verfüttert.
Auf dieser Grundlage gehen die Larven in das Puppenstadium über, woraus wenig später voll entwickelte Arbeiterinnen hervorgehen. Im Herbst eines jeden Jahres schlüpfen auch männliche Tiere, die Drohnen, die kurze Zeit nach der Begattung der Jungköniginnen sterben.
Riesenhornissen müssen ständig nach Proteinquellen suchen, um ihren Nachwuchs zu ernähren. Auffällig sind die kräftigen Wangen der Vespa mandarinia. Dahinter verbirgt sich eine äußerst gut ausgebildete Kaumuskulatur, die es der Hornisse erlaubt, als Hauptbeute große bis mittelgroße Käfer zu jagen und anschließend für ihre Brut zu zerlegen. Mit fortschreitender Jahreszeit jedoch, in Japan meist ab Ende August, wenn solche Käfer immer spärlicher erbeutet werden und zur Versorgen der wachsenden Kolonie nicht mehr ausreichen, stellt sich die Vespa mandarinia auf neue Eiweißquellen um. Es kommt dann zu koordinierten Massenangriffen auf Bienen-, Wespen- und andere Hornissenvölker, wie beispielsweise auf die kleineren Arten Vespa affinis oder Vespa dybowskii. Dafür macht eine Späherin ein geeignetes Nest ausfindig und markiert die Stelle mit Duftstoffen, den Pheromonen. Nachdem auch andere Hornissenarbeiterinnen vom Nest hierher geführt wurden, starten sie nun eine abgestimmte Attacke auf das fremde Nest. Zu diesem Zeitpunkt hat das angegriffene Wespen- oder Bienenvolk keine Chance mehr, sich wirkungsvoll zu verteidigen. Die Verluste der angegriffenen Völker sind dabei extrem hoch (durchschnittlich 40 Tiere in einer Minute) und können sogar die Auslöschung ganzer Populationen zur Folge haben. Das macht die asiatische Riesenhornisse bei den ansässigen Imkern verständlicherweise recht unbeliebt.
Die Östliche Honigbiene (Apis cerana) hat - anders als die eingeführte Westliche Honigbiene (Apis mellifera) - eine wirksame Verteidigungstaktik gegen solche Angriffe entwickelt. Entdecken die Bienen eine Hornissenspäherin, so signalisieren sie mit einem Zittern ihres Hinterteils, dass eine Gegenmaßnahme eingeleitet werden soll. Mehrere hundert Bienen stürzen sich dann blitzartig auf die Hornisse und erzeugen eine Art Ball um die Hornisse. Im Inneren des Gedränges herrscht eine Temperatur von über 45 Grad Celsius. Bei dieser Hitze stirbt die Hornissenspäherin, während die Bienen Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius ertragen können.
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