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Asger Jorn (* 3. März 1914 in Vejrum, Jütland; † 1. Mai 1973 in Århus; eigentlich Oluf Jørgensen) war ein dänischer Künstler.

Leben


Als Oluf Jørgensen in Vejrum, Jütland, geboren, begann Asger Jorn 1932 zu malen und ging 1936 nach Paris, um in Fernand Légers Académie Contemporaine einzutreten. Während der deutschen Besatzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg kehrte Jorn als aktiver Kommunist und Widerstandskämpfer nach Dänemark zurück. Er war Mitglied der Künstlergruppe Høst.

Nachdem die Besatzung vorüber war, wurde der Freiraum für kritisches Denken aufgrund einer stärker zentralisierten politischen Kontrolle durch die kommunistische Partei von vielen Kommunisten als immer enger und eingeschränkter empfunden. Jorn konnte das nicht akzeptieren und brach mit der Partei, blieb jedoch sein Leben lang Kommunist. Er war ein Gründungsmitglied der aus den Gruppen Høst, Belgische Revolutionäre Surrealistengruppe und Reflex verschmolzenen Gruppe CoBrA.

Ebenso war er Begründer der Bewegung für ein Imaginäres Bauhaus. Mouvement pour un Bauhaus Imaginiste. Er war ein führender Kopf des späteren Zusammengehens beider Organisationen mit der Lettristischen Internationale und der London Psychogeographical Association zur Situationistischen Internationale (S.I.). Hier verwendete er sein naturwissenschaftliches und mathematisches Wissen, das er von Henri Poincaré und Niels Bohr bezog, zur Entwicklung seiner situlogischen Technik.

Nach einem fast anderthalbjährigen Aufenthalt in einem Sanatorium zog Asger Jorn 1952 in die Schweiz. Ab 1955 waren abwechselnd Paris und Albisola Marina bei Genua seine Wohnorte.

1961 verließ er die S.I., um das Skandinavische Institut für Vergleichenden Vandalismus zu gründen. Er finanzierte jedoch weiterhin die Aktivitäten der Gruppe.

Werk


Seine Malerei ist hauptsächlich mit dem Informel verbunden, sie variiert zwischen Resten figurativer und abstrakter Malerei. Bekannt sind seine Umgestaltungen alter Bilder, die er auf Flohmärkten erwarb. Sein Frühwerk zeigt sich von Le Corbusier beeinflusst. Später werden die Figuren unscharf und der Bildaufbau und die Maltechnik dynamischer.

Daneben arbeitet Jorn umfassende Theorien der Kunst und der Gestaltung aus, die vor der Politik und der Wirtschaft nicht halt machen.

Heute ist Jorn ein hochgehandelter Künstler, Werke von ihm besitzen u.a. die Kunsthalle Bremen, die Kunsthalle in Emden, und die Städtische Galerie im Lenbachhaus (Kunstbau), München. Die Kunsthalle Kiel widmete ihm 2003 eine Retrospektive.

Dreiseitiger Fußball


Durch die Erfindung der Sportart "Dreiseitiger Fußball" gab er eine seinem philosophischen System der Triolektik eine praktische Anwendung und Veranschaulichung (im Gegensatz zur Dialektik gibt es drei gegensätzliche Positionen, von denen sich aber z.B. zwei temporär zu Lasten der jeweils Dritten zusammenschließen können). Die Triolektik war eine Form der Dekonstruktion des Konzepts der Dialektik und knüpfte wieder an Vorstellungen von Heraklit an.

Literatur


  • Asger Jorn: Open Creation and It's Enemies. Unpopular Books, 1994

Weblinks


Mann Dänischer Maler Däne | geboren 1914 | gestorben 1973 | Widerstand gegen den Nationalsozialismus | Documenta 2 | Documenta 3

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