Aschura / ʿāšūrāʾ ( von aschara "zehn"), teils auch Ashura, nennt man den zehnten Tag des islamischen Monats Muharram. Meist bezeichnet es das jährliche, zehn Tage dauernde, schiitische Trauer- und Bußritual um Husain, den Sohn Alis und Fatimas, der Tochter des Propheten Mohammed. Daneben ist Aschura auch bei manchen Sunniten ein Fastentag, der vermutlich in Medina durch die Übernahme des jüdischen Jom Kippur von den dort lebenden Juden entstand, bei anderen (etwa in Marokko) ein Freudentag.
Die Aschura-Riten bilden den Höhepunkt des islamischen Monats Muharram. Während Aschura gedenken die Schiiten öffentlich der Schlacht von Kerbela im heutigen Irak. In dieser Schlacht wurden am 10. Tag des Monats Muharram Husain, der dritte Imam der Schiiten, sowie fast alle männlichen Verwandten im Krieg getötet. Die Rituale des Aschura enthalten Erzählungen (Rouza-chwani), Trauerprozessionen in Trauerkleidung und mit Selbstgeißelung (Sinazani) oder auch die kultische Inszenierung des Martyriums Husains (Taziya). Dabei steht an jedem Tag ein anderes Ereignis der Schlacht im Mittelpunkt der rituellen Handlungen. Die öffentliche Trauer ermöglicht es den Gläubigen, am Leiden Husain teilzuhaben und somit einen Teil ihrer individuellen Sünden abzubüßen.
Als Höhepunkt dieser Rituale ritzen sich manche Gläubige die Stirn mit Rasierklingen auf oder verletzen sich mit Schwertern. Diese exzessive Form wird jedoch längst nicht von allen schiitischen Religionsgelehrten gutgeheißen.
Frauen haben ihre eigenen Veranstaltungen und hüllen sich dabei als äußeres Zeichen in dunkle Gewänder.
Siehe auch: schiitische Passionsspiele, Arba'in
عاشوراء | Day of Ashura | Achoura | עשוראא | Hari Asyura | アーシューラー | Hari Asyura | Asjoera | Aashura | วันอาชูรออ์ | Aşure Günü | Ğaşura bäyräme