Aschersleben ist eine mitteldeutsche Kreisstadt im Landkreis Aschersleben-Staßfurt in Sachsen-Anhalt. Es ist die älteste Stadt in Sachsen-Anhalt mit dem längsten noch erhaltenen Befestigungsring (Stadtmauer), welcher heutzutage als Promenadenring zum Spazieren gehen einlädt.
Geografie
Aschersleben liegt zwischen dem Harz und der Magdeburger Börde, südwestlich von Magdeburg. Eine Nachbarstadt ist Quedlinburg. Aufgrund der geografischen Lage wird Aschersleben auch als das 'Tor zum Harz' bezeichnet. Drei Bundesstraßen (B 6, B 180, B 185) kreuzen sich in Aschersleben
753 wurde Aschersleben als "Ascegereslebe" im Codex Eberhardi erstmals erwähnt. Die Quelle war eine Schenkung des Madalwin, der seine Besitzung in Aschersleben "samt den Hörigen" dem Heiligen Bonifatius (Kloster Fulda) überträgt.
Im 11. Jahrhundert geht die Stadt in den Besitz des Geschlechtes der Ascanier unter Albrecht dem Bären über.
Während dieser Zeit fand 1120 der Bau der Askanierburg statt. Erwähnenswert ist die Erschlagung Udos von Freckleben1130 durch die Mannen Albrecht dem Bären während einer Fehde.
1170 stirbt Albrechts der Bär. Sein Sohn Bernhard begründet im 12. Jahrhundert die Grafschaft Aschersleben. Die Stadt wird als Grafschaftssitz Verwaltungs- sowie Gerichtsort.
Im Jahre 1175 lässt Heinrich der Löwe die Stadt niederbrennen.
1250 wurde das Marienkloster gegründet.
Von 1406 bis 1507 wurde die Stephanikirche erbaut.
1415 trat zum ersten Mal die Pest in Aschersleben auf.
Aschersleben war von 1426 bis 1518 Mitglied der Hanse.
1440 - 1470 wurden große Teile der Stadtbefestigung/Stadtmauer errichtet. Hierfür fand vor allem auch Baumaterial der alten Stadtburg Wiederverwendung.
Thomas Müntzer wirkte 1512 bis 1513 an der Lateinschule.
1528 und 1566 kam es zu einer erneuten Pestepedemie. Die Opferzahl für 1566 belief sich bei ca. 1.400 Stadtbürgern.
Die Krankheit grassierte nochmals 1625. An die 2.800 Menschen fielen ihr zum Opfer.
Im Jahre 1644 wird die Stadtbefestigung verstärkt, die Stadtgräben wurden bewässert.
Wie in vielen deutschen Städten kam es auch in Aschersleben während des Dreißigjährigen Krieges zu Plünderungen. Im Westfälischer Friede von 1648 fällt Aschersleben nach dem Krieg an Brandenburg.
In den Jahren 1698 und 1717 besucht Zar Peter I. zwei mal die Stadt.
2003 konnte die Aschersleben sein 1250 jähriges Bestehen feiern, 2004 trug sie den 8. Sachsen-Anhalt-Tag aus.
Aschersleben im Zweiten Weltkrieg
In der Nähe befand sich von Juli 1944 bis April 1945 eine Außenstelle des KZ Buchenwald. Nachdem die Ernst Heinkel Flugzeugwerke in Oranienburg die Produktion der Bomberflugzeuge vom Typ He 117 eingestellt hatte, überstellte die SS die Häftlinge, die dort zur Zwangsarbeit eingesetzt waren, aus dem KZ Sachsenhausen nach Aschersleben. Bei der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG leisteten ca. 450 Männer sowie 500 Frauen - zum überwiegenden Teil Jüdinnen - im Rahmen des Jägerprogramms Zwangsarbeit. Sie stellten in den Hallen IV und V Flugzeugrümpfe her, waren in der Zuschneiderei, der Zurichterei und im Teilebau beschäftigt.
ab 2002 Wahlkreis 70 (Börde) bestehend aus den Landkreisen Aschersleben-Staßfurt, Schönebeck und Bördekreis
!Wahlperiode
!Zeit
!Direktmandat
!colspan=2 align=center |Landesliste
|-
|12. Wahlperiode
|1990-1994
|Reiner Krziskewitz (CDU)
|colspan=2 align=center |Dr. Eberhard Brecht (SPD)
|-
|13. Wahlperiode
|1994-1998
|Reiner Krziskewitz (CDU)
|Dr. Eberhard Brecht (SPD)
|Dr. Heidi Knake-Werner (PDS)
|-
|14. Wahlperiode
|1998-2002
|Dr. Eberhard Brecht (SPD, bis 30. Juni 2001, danach Bürgermeister von Quedlinburg)
|colspan=2 align=center |Dr. Heidi Knake-Werner (PDS, bis 17. Februar 2002, danach Sozialsenatorin in Berlin); Gudrun Serowicki (FDP, 3. Juni 2002-22. September 2002, eingetreten für Cornelia Pieper)
|-
|15. Wahlperiode
|2002-2005
|Ulrich Kasparick (SPD)
|colspan=2 align=center |Hartmut Büttner (CDU)
|-
|16. Wahlperiode
|ab 2005
|Ulrich Kasparick (SPD)
|colspan=2 align=center |Elke Reinke (WASG über Liste der Linkspartei.PDS); Jens Ackermann (FDP)
|}
Parteien/Wählerinitiativen in Aschersleben:
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Christlich-Demokratische Union (CDU)
Wählerinitiative Die Aschersleber Bürger (WIDAB)
Die Linkspartei.PDS
Deutsch-Soziale Union (DSU)
Freie Demokratische Partei (FDP)
Initiative Aschersleben (InitAs)
Wirtschaft
Die Stadt Aschersleben hatte schon seit dem Mittelalter über ihre Stadtgrenzen hinweg wirtschaftliche Bedeutung. Aus Reparaturwerkstätten für landwirtschaftliche Maschinen entwickelte sich in den letzten 150 Jahren eine große Werkzeugmaschinenfabrik, die über Jahrzehnte der Garant wirtschaftlicher Stärke war.
Das Bild heute ist geprägt von klein- und mittelständischen Unternehmen. Die Großbetriebe sind, wenn überhaupt, nur noch in Teilen vorhanden.
Der Bahnhof Aschersleben liegt an der DB-Stecke Hannover - Halle (Saale).
Bei Aschersleben liegt der Flugplatz Aschersleben und nicht weit entfernt der Flugplatz Cochstedt für den momentan(Stand April2006) neue Nutzungsmöglichkeiten gesucht werden. Aschersleben besitzt eine partielle Umgehungsstraße (B6n).In Aschersleben kreuzen sich 3 Bundesstraßen (B6, B180, B185)und etwa 20 (Auto)Minuten entfernt ist die Autobahn A14 zu erreichen.
Paul Michaelis Oberbürgermeister bis 1912 (02.10.1929)
Am 4. April 1933 wurde Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich die DDR nicht als Rechtsnachfolger des nationalsozialistischen Staates verstanden und daher die Ehrenbürgerschaft ignoriert. Erst 2006 wurde diese dann vom Stadtrat formal aufgehoben. http://www.n-tv.de/664683.html
Augenzeugenberichte: Die Teilnahme des Besatzungs-Bataillons Aschersleben - 2. Magdeburgischen Landwehr-Regiments Nr. 27 - an dem achttägigen Feldzuge gegen das Hannöversche Armee-Korps im Juni 1866, Schlacht bei Langensalza 1866 - Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1866/2001, ISBN 3-934748-74-0
Frank Thieß: Das Tor zur Welt, 1926, beschreibt das Leben von Gymnasiasten in Aschersleben, interessant sind in diesem Werk die detaillierten Ortsangaben, Aschersleben heißt im Buch Annenstedt, aber die Straßennamen sind original