Arthur Andersen LLP, hatte seinen Sitz in Chicago, Illinois und war eine der Big-Five-Prüfungsgesellschaften und verrichtete Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung. Als Ergebnis der Verstrickung im Enron-Skandal 2002 stellte die Gesellschaft für die Zeitdauer des Strafverfahrens freiwillig den Betrieb ein. Aufgrund der Anweisungen von Firmenjuristin Nancy Temple und David Duncan (Chef des Andersen-Büros in Houston), wurden Unterlagen des Enron-Konzerns vernichtet, obwohl die Mitarbeiter von Arthur Andersen bereits von der Aufnahme einer SEC-Untersuchung gegen Enron informiert waren. Von einer Jury in Houston wurde die Firma deshalb der Behinderung der Justiz schuldig gesprochen. Dieser Schuldspruch hätte einen Entzug der CPA-Lizenzen nach sich gezogen. Dieses Urteil wurde allerdings am 1. Juni 2005 vom Obersten US-Gerichtshof in Washington wieder aufgehoben. Dennoch trennten sich die einzelnen Landesgesellschaften kurz nach dem Urteil von der weltweiten Andersen-Organisation und fusionierten mit unterschiedlichen Unternehmen, die meistens zu den heutigen Big Four gehörten. In Deutschland fusionierte der größte Teil des Unternehmens mit Ernst & Young, nur der Bereich Business Consulting wurde an Deloitte Touche Tohmatsu Consulting verkauft. Weltweit erfolgte der Zusammenschluss v.a. mit Hitachi Consulting und KPMG Consulting (die spätere BearingPoint); in Südafrika erfolgte eine komplette Angliederung an KPMG.
Arthur Andersen wurde 1913 von Arthur Andersen und Clarence DeLany als Andersen, DeLany & Co gegründet. Andersen war damals Professor für Unternehmensrechnung an der Northwestern University. Das Unternehmen wechselte 1918 den Namen zu Arthur Andersen & Co. Arthur Andersen's erster Client war die Schlitz Beer Company of Milwaukee.
Arthur Andersen und Andersen Consulting waren unabhängige Gesellschaften unter der gemeinsamen Holding Andersen Worldwide Société Coopérative (AWSC). Im Jahr 2000 erreichte Andersen Consulting die gewünschte Trennung von Andersen Worldwide und Arthur Andersen durch gewonnenen Schiedsspruch der Internationalen Handelskammer (International Chamber of Commerce). Als Resultat der Trennung war Andersen Consulting gezwungen, die Verwendung des Namensanteils Andersen zu beenden, was sie am 1. Januar 2001 taten. Das neue Unternehmen nennt sich seitdem Accenture.
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