ArtemisFromVersailles.png Artemis (Aρτεμις) ist in der griechischen Mythologie (ihr Ursprung liegt weit vor der griechischen Kultur) eine der zwölf großen olympischen Gottheiten, die Göttin der Jagd, des Wachstums und der Geburt und gleichzeitig die Beschützerin der Schwachen und Kinder. Sie ist die Tochter der Leto und des Zeus und die Zwillingsschwester von Apollon, bei dessen Entbindung sie Leto bereits geholfen haben soll.
Die Römer setzen sie mit der Diana gleich.
Artemis ist eine mädchenhaft-grausame Göttin, eine Göttin der Fülle und der Fruchtbarkeit und eine Göttin des Tötens und der Verwandlung.
Das klassische Bild der Artemis ist das einer jungfräulichen Jägerin, die allein oder von anderen Jungfrauen oder Hunden begleitet, durch die Wälder streift. Dieses Bild scheint auf den zweiten Blick vereinfachend naiv, enthält aber auf den dritten Blick alle ihre wesentlichen Aspekte und ist darum von einer großen poetischen Tiefe und Wahrhaftigkeit.
Der Bereich des Waldes ist der der ungezähmten Natur, der Wildheit (auf dem ganzen Peloponnes wurden ihr zur Ehre orgiastische Tänze beider Geschlechter veranstaltet), und Artemis wurde nie gezähmt. Sie wurde von den Mythologen nie verheiratet, war keinem Manne untertan, sondern frei, kinderlos und mehr dem eigenen Geschlecht zugeneigt. Deshalb galt sie als Jungfrau, die sie begleitenden Jungfrauen sind historisch belegt als die 9jährigen "Bärinnen", die ihr in Brauron bei Athen dienten, bis sie das Brautalter erreichten.
Die Jägerin jagt überwiegend bei Nacht. Der silberne Bogen, der ihre Waffe ist, ist die Sichel des Mondes. Der Wald ist dunkel, die Nacht des gerade zunehmenden Mondes ist es auch. Ihre Waffe ist tödlich für Menschen und Tiere. In der Ilias wird sie "Herrin der Tiere" genannt. Ihre Begleiter sind die Hunde. Hunde sind traditionelle Wächter des Tores zur Unterwelt, und hier erkennen wir Artemis auch als Unterweltsgöttin. Artemis trägt auch den Beinamen Hekate. Ihre Pfeile treffen immer. Artemis Ephesos.JPG
Ihre Statue in Ephesos stellt sie über und über bedeckt mit Brüsten dar, was sie als Ernährerin aller Lebewesen verkörpert. Nach anderer Deutung handelt es sich um Stierhoden, die für Fruchtbarkeit stehen. Sie schützt die schwangeren Frauen und Kinder beiderlei Geschlechts.
Ihr dorischer Name in Sparta lautete "Artamis", was soviel bedeutet wie "Schlächterin". Auf Tauris opferten die Frauen unter der Hohepriesterin Iphigenie alle Männer, die sich an die Küste verirrten. In Hierapolis wurden Männer durch Hängen am Artemis-Tempel geopfert. In Attika besänftigte man Artemis durch symbolische Enthauptungen (bei denen der Hals eines Mannes mit dem Opferschwert geritzt wurde, bis Blut floss). Der zerstörerische Aspekt der Artemis wurde vor allem bei abnehmendem Mond geehrt. Artemis war eine wilde, unzähmbare Göttin, die Leben nicht nur gibt, sondern auch nimmt.
In der Realität wurde diese Jagd von Artemis-Priesterinnen nachgespielt, die mit Hundekopf-Masken bedeckt waren und einen als Hirsch verkleideten Mann jagten.
Eine andere Erzählung berichtet allerdings davon, dass Orion versucht habe, Artemis zu vergewaltigen, wonach sie ihn getötet habe.
Eine andere Geschichte sieht Orion als den Jäger, der alle wilden Tiere des Erdkreises töten wollte. Die Erde oder Artemis selbst brachte daraufhin einen Skorpion hervor, gegen den Orion nichts ausrichten konnte und der ihn schließlich tötete, wonach beide als Sternbild in den Himmel versetzt wurden.
Die Königin Niobe hatte 14 Kinder, sieben Jungen und sieben Mädchen - die Niobiden - und versuchte das Volk zu überreden, der Göttin Leto keine Opfer mehr zu bringen, schließlich habe sie nur zwei Kinder, Artemis und Apollon, sie hingegen 14! Dieses erzürnte die Göttin, so dass deren Kinder Artemis und Apollon auszogen, um die Niobiden mit Pfeil und Bogen zu erlegen. Apollon tötete die Jungen, Artemis die Mädchen (ein Motiv zahlreicher antiker Plastiken). Anschließend verwandelten sie die Mutter Niobe in einen Felsen, der ständig Tränen vergoss.
Im Neuen Testament wird der Tempel der Artemis in Ephesus erwähnt,eines der sieben Weltwunder. Die dort ansässige Devotionalienindustrie befürchtete, durch das Christentum Nachteile zu erleiden. (Apostelgeschichte 19,23-41). Bemerkenswert ist, dass in Ephesos Kyrill von Alexandria, aus dem Land der in ganz Europa populären Göttin Isis, auf dem Konzil von Ephesos die Verehrung von Maria als Gottesgebärerin durchsetzte, was der Beginn des christlichen Marienkultes war.
Siehe auch: Potnia theron, Mythologie, Skorpion (Sternbild)
Artemis (Mythologie) | Artemisa | Артемида | Àrtemis | Artemis | Artemis | Άρτεμις (μυθολογία) | Artemis | Artemisa | Artemis | Artémis | ארטמיס | आर्टेमिस | Artemisz (mitológia) | Artemide | アルテミス | 아르테미스 | Diana | Artemis (Mythologie) | Artemidė | Artemīda | Artemis | Artemis | Artemida | Artemis | Artemis | Артемида | Artemis | Artemida (mitologija) | Артемида | Artemis | Artemis | Артеміда | 阿尔忒弥斯
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Artemis (Mythologie)".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world