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Als Artamanen bezeichneten sich die Mitglieder des 1923 in München gegründeten "Artam e. V.", einer Jugendorganisation auf dem rechtsnationalen Flügel der Deutschen Jugendbewegung . Der Name des Vereins geht wohl auf eine (angebliche) arische Gottheit namens Artam zurück; vielleicht war er auch zusammengesetzt aus den althochdeutschen Wörten 'art' (Ackerbau) und 'manen' (Männer). Die Gruppe hatte ca. 2.000 Mitglieder.

Sie vertrat eine "Blut und Boden"-Ideologie und propagierte einen Arbeitsdienst in der Landwirtschaft. Zu ihren Zielen gehörte die Schaffung eines neuen arischen Bauerntums im Osten. Dazu sollten die slawischen Völker mit brutaler Gewalt bis zum Völkermord unterworfen werden.

Zu den Mitgliedern der Artamanen gehörten einige später prominente Nazis, wie z.B. der spätere Reichsbauernführer Richard Walther Darré, der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß und der SS-Chef Heinrich Himmler.

Nach der Auflösung und dem Verbot aller übrigen Organisationen der bündischen Jugend und freien Jugendbewegung im Zuge der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten wurde der "Bund der Artamanen" als einzige Ausnahme im Oktober 1934 korporativ in die Hitler-Jugend übernommen und bildete später den Kern des Landdienstes der HJ.

Literatur


  • Walter Dietrich: Artam Siedler, Siedlungen, Bauernhöfe. Versuch einer Dokumentation über die Siedlungsgebiete der Artamanen in den Jahren 1926-1945, Selbstverl., Witzenhausen, 1982
  • Alwiß Rosenberg: Bäuerliche Siedlungsarbeit des Bundes Artam. Ein agrarpolitischer Versuch bündischer Jugend, in: Jahrbuch des Archivs der Deutschen Jungendbewegung, 9 (1977), S. 199-229

Nationalsozialismus | Politischer Jugendverband | Jugendbewegung

 

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