Arsene Wenger.JPG Arsène Wenger (* 22. Oktober 1949 in Straßburg) ist ein französischer Fußballtrainer. Momentan ist er Trainer des englischen Erstligisten FC Arsenal.
Nach einer erfolglosen Zeit in Nancy, in der der Verein in die Relegation musste, bekam Wengers Trainerkarriere einen Schub, als er Trainer des AS Monaco wurde. Er war sofort mit dem Verein erfolgreich, gewann 1988 die Liga und 1991 den französischen Pokal. Er konnte höchst talentierte Spieler wie Glenn Hoddle und Jürgen Klinsmann verpflichten. 1994 wurde er jedoch von Monaco entlassen, da man lediglich Neunter in der Liga wurde. Wenger, der aus Treue zum AS Monaco ein Angebot des FC Bayern München ausgeschlagen hatte, unterschrieb einen 18-Monats-Vertrag mit dem japanischen J. League-Verein Nagoya Grampus Eight, mit dem er den Emperor's Cup gewann.
Am 30. September 1996 holte Arsenal Wenger als Nachfolger für den entlassenen Bruce Rioch. Wenger war in England ziemlich unbekannt (obwohl er als möglicher Technischer Direktor der Football Association gehandelt worden war), führte den Verein aber bald zu Erfolgen. In seinem zweiten Jahr bei den „Gunners“ gewann er sowohl die Premiership als auch den FA Cup (das erste von zwei Doubles, das zweite sollte 2002 folgen). Unter Wenger gewann Arsenal weiterhin zwei Mal den FA Cup (2003 und 2005) und gewann die Liga 2004 ohne auch nur ein Spiel zu verlieren, das erste Team, das dieses Kunststück von Preston North End in der ersten Saison 1888/89 wiederholen konnte. Die Preston-Spieler wurden damals 'The Invincibles' (Die Unbesiegbaren) betitelt, Wengers Mannschaft wurden 'The Untouchables' (Die Unberührbaren). Ein Jahr zuvor wurde Wenger verspottet, weil er gesagt hatte, dass er „nach wie vor hofft, dass Arsenal die Saison ungeschlagen absolvieren“ kann. Insgesamt gewann Arsenal unter Wenger vier Mal den FA Cup und drei Mal die Premier League und war seit 1998 immer einer der besten Klubs. Jedoch gelang noch kein Champions-League-Erfolg.
Wenger hat den Ruf eines schlauen Talent-Scouts und Förderer der Fähigkeiten junger Spieler. Wenger hat Spieler wie Thierry Henry, Robert Pirès und Patrick Vieira geholt und sie zu Weltklassespielern gemacht. Laut Peter Hill-Wood, Arsenals Präsident, gibt Wenger, seitdem er dort ist im Grunde genommen £4.000.000 bis £5.000.000 netto jährlich aus, was im Vergleich zu den Ausgaben anderer Premier-League-Klubs verhältnismäßig wenig ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Verpflichtung von Nicolas Anelka von Paris Saint-Germain, der £500.000 kostete. Zwei Jahre später wurde er für £22.300.000 zu Real Madrid transferiert. Weiterhin musste die Abwehr kürzlich während der zwei Spiele in der ersten KO-Runde der Champions League 2005/06 gegen die „Galaktischen“ von Real Madrid kein Tor hinnehmen. Diese Abwehr kostete Arsenal weniger als £5.000.000 - weniger als die Hälfte von dem, was Real für den zentralen Verteidiger Jonathan Woodgate bezahlte.
Neben neuen Spielern und Taktik veränderte Wenger auch das Training und die Ernährung der Spieler, damit diese sich von ihrer Trink- und Junkfood-Kultur verabschieden. Er hatte außerdem einen Einfluss auf die Gestaltung von Arsenals neuem Stadion, dem Emirates Stadium, und den Umzug in das neue Trainingsgelände in London Colney, von dem man sich erzählt, dass Wenger jedes noch so kleine Detail überwacht hätte, bis hin zur Form der Löffel im Spieler-Restaurant. David Dein, Arsenals stellvertretender Präsident, beschrieb Wenger als den wichtigsten Manager der Vereinsgeschichte, jemand der „Wunder wahr macht“. Ohne die erhöhten Fernseh- und Preisgelder (vor allem aus der Champions League), die aufgrund von Wengers Erfolgen verbucht werden konnten, wäre es unwahrscheinlich, dass man das neue Stadion hätte bauen können. Wenger, den man „der Professor“ nennt, repräsentiert die neue Generation von ausgebildeten Managern und ist hinsichtlich der gewonnenen Titel Arsenals erfolgreichster Trainer.
Arsène Wenger ist außerdem bei den Arsenal-Fans äußerst beliebt. Die Fans bemerken, dass all die Erfolge der letzten Zeit seinen Stempel tragen und würdigen seine Treue zum und Identifikation mit dem Verein. Die Fans vertrauen ihm und schenken seinen langfristigen Vorstellungen Glauben, auch während den weniger erfolgreichen Phasen seiner Amtszeit, was bei anderen Fußballvereinen eher selten der Fall ist. Bei Arsenal-Fans bekannt ist der Spruch „Arsene knows“ („Arsene weiß es/kennt sich aus“), der nachdrücklich viele Male auf den Fahnen, die bei im Arsenal-Block zu sehen sind, wiederholt wird. Für die Abschieds-Aktion von Highbury zeigten die Fans ihre Anerkennung für den Manager, indem sie den „Wenger Day“ als einen von verschiedenen „Themed Matchdays“ (etwa „Spieltagen mit Thema“), die der Verein anlässlich der Feier zum Auszug aus ihrer historischen Spielstätte vorgeschlagen hatte, auswählten. Der „Wenger Day“ wurde an Wengers 56. Geburtstag am 22. Oktober 2005 bei einem Spiel gegen Manchester City begangen.
Nach dem Rücktritt von Rudi Völler als DFB-Teamchef war der deutschsprechende Elsässer auch als Nachfolger im Gespräch. 2004 war er auch als Trainer beim Nationalteam Frankreichs im Gespräch. Im Juni 2006 versprach Juan Miguel Villar Mir während des Wahlkampfes um das Präsidentenamt bei Real Madrid, Wenger als neuen Trainer zu den "Galaktischen" zu lotsen, wenn Villar Mir zum neuen Präsidenten gewählt werden sollte. Laut eigenen Angaben wären der 74-jährige Bauunternehmer und der Elsässer bereits über einen Vierjahresvertrag handelseinig.
Im Oktober und November 2005 wurde Wenger in eine Wortschlacht mit dem Chelsea-Trainer José Mourinho verwickelt. Mourinho beschuldigte Wenger, eine unprofessionelle Beziehung zum FC Chelsea zu pflegen, er ging sogar so weit, Wenger als einen „Voyeur“ zu betiteln und wurde folgendermaßen zitiert: „He's worried about us, he's always talking about us - it's Chelsea, Chelsea, Chelsea, Chelsea“ („Er ist besorgt um uns, er spricht ständig von uns - es geht nur Chelsea, Chelsea, Chelsea, Chelsea.“). Wenger antwortete, dass er nur auf Fragen von Journalisten, die sich um Chelsea drehten, eingegangen sei und beschrieb Mourinhos Haltung als respektlos. Wenger dachte außerdem laut darüber nach, sich bei der FIFA deswegen zu beschweren, letztendlich tat er jedoch nichts dergleichen.
Wenger wurde von mehreren Premier-League-Trainern deswegen kritisiert, weil er nur wenige englische Feldspieler aufstellte, besonders in der Champions League. West Ham Uniteds Manager Alan Pardew erklärte, dass Arsenals Champions-League-Erfolge nicht unbedingt Erfolge für den britischen Fußball seien. Wenger betrachtete die Nationalität der Spieler als irrelevant und antwortete: „Wenn du einen Verein repräsentierst, dann geht es um Werte und Qualität, und nicht um Ausweise.“ Andere Experten, unter anderem Sir Trevor Brooking, eine Legende in West Ham und einer der höchsten Offiziellen der FA verteidigten Wenger. Brooking erklärte, dass das Fehlen von englischen Spielern in einem der erfolgreichsten Vereine Englands mehr eine Diskussion über die Talente in England als eine Diskussion über Wenger auslösen solle.
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