Arsène Lupin, der fiktive Meisterdieb, ist eine in Frankreich äußerst populäre Romanfigur von Maurice Leblanc.
Charakterisierung
Arsène Raoul Lupin ist ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, halb
Robin Hood, halb
Don Juan. Geboren
1874 in
Blois als Sohn von Henriette d'Andrésy und Théophraste Lupin, genoß Lupin eine hervorragende Ausbildung in Jura und Medizin, wobei er sich auf die
Dermatologie spezialisierte. Neben
Latein und Griechisch beherrscht er mehrere moderne Sprachen fließend. Er ist Meister der Verkleidungskunst sowie verschiedener Kampfsportarten und ein ausgesprochener Kunstkenner – in der hohlen Nadel in
Étretat hortet er auserlesene Kunstschätze, darunter die
Mona Lisa von
Leonardo da Vinci.
Lupin ist formvollendet im Umgang mit dem schönen Geschlecht. Gewalt verabscheut er. Sie verträgt sich nicht mit seinem Gespür für Eleganz. Dementsprechend tötet er nur in Notwehr. Er genießt in den Romanen - wie auch in der realen Welt – die Sympathien der breiten Allgemeinheit, da seine Opfer stets auf fragwürdige Weise zu ihrem Reichtum gekommen sind. Im Laufe der Zeit steigt Lupin vom Gegner der Behörden zu ihrem Helfer auf - was sicherlich auch durch die Karriere seines Schöpfers bedingt ist.
Entstehung
Die Abenteuer von Arsène Lupin wurden von Maurice Leblanc zwischen
1905 und
1935 in 20 Romanen, zwei Theaterstücken und etlichen Kurzgeschichten beschrieben. Seine ersten Schritte unternahm Lupin in Fortsetzungsgeschichten, die im dem Magazin „Je Sais Tout“ erschienen. Leblanc soll den Meisterdieb als Gegenstück zum sehr erfolgreichen
Sherlock Holmes von
Arthur Conan Doyle geschaffen haben – einer der Romane Leblancs heißt
Arsène Lupin kontra Herlock Sholmes.
Auch andere Autoren, vor allem dem Autoren-Kollektiv Boileau-Narcejac, von dem fünf Romane vorliegen, veröffentlichten Geschichten um den Meisterdieb Arsène Lupin. Es existieren zahlreiche Verfilmungen für Kino und Fernsehen. Die jüngste Verfilmung („Arsène Lupin“ von Jean-Paul Salomé) ist eine französische Produktion aus dem Jahre 2004. Der erste Hollywoodfilm mit Arsène Lupin stammt aus dem Jahr 1932, bereits 1910 gab es den ersten Stummfilm. Nicht zu vergessen verschiedene Trickfilm- und Comicserien, die auf Geschichten um Arsène Lupin basieren.
Bücher
Von Maurice LeBlanc erschienen auf deutsch folgende Bücher über Arsene Lupin
- Arsene Lupin - Der Gentleman Gauner (Zürich, 1971; original: Arsène Lupin, Gentleman Cambrioleur, 1905/07)
- Arsene Lupin contra Herlock Sholmes (Zürich, 1983; original: Arsène Lupin contre Herlock Sholmes, 1907)
- Die hohle Nadel oder Die Konkurrenten des Arsene Lupin (Berlin, 1930; Zürich, 1976; original: L'Aiguille Creuse, 1909)
- 813 - Das Doppelleben des Arsène Lupin (original: 813, 1910)
- Der Kristallstöpsel oder die Missgeschicke des Arsène Lupin (Frankfurt, 1973; Berlin, 1979; original: Le Bouchon de Cristal, 1912)
- Die Insel der 30 Särge (Zürich, 1927; original: L'Île aux Trente Cercueils, 1919)
- Die Uhr schlägt achtmal (original: Les Huit Coups de l'Horloge, 1922-23)
- Die Gräfin von Cagliostro oder die Jugend des Arsène Lupin (original: La Comtesse de Cagliostro, 1923-24)
- Die Dame mit den grünen Augen (Berlin, 1930; original: La Demoiselle aux Yeux Verts, 1926-27)
Weitere Medien
Neben einer bisher nicht in Deutschland veröffentlichten
Manga-Serie existiert unter dem Titel
Lupin III eine bisher in Deutschland nur teilweise publizierte
Anime-Serie, die die Abenteuer eines ebenso diebischen Nachfahren von Lupin zeigt.
Weblinks
Literarische Figur
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