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Arousal ist ein Begriff der Psychologie und der Physiologie, welcher einen erregten Zustand beim Menschen beschreibt. Arousal erkennt man im Labor im EEG, welches desynchronisiert ist, d.h. es treten verschiedene Spannungsfrequenzen mit geringen Ausschlägen auf. Ein starkes Maß an Arousal findet man bei durch Ärger, Angst oder sexuelles Verlangen erregten Menschen.

Ausgelöst wird Arousal durch sensorische Impulse auf einen bestimmten Teil des Gehirns (Formatio reticularis), durch Stimulation aus der Hirnrinde und durch den Spiegel des Hormons Adrenalin. Über den Formatio reticularis beeinflusst Arousal den ganzen Organismus, namentlich Gehirn, vegetatives Nervensystem und damit den Stoffwechsel.

Arousal kann gemessen werden, man spricht vom Niveau oder Level des Arousal. Als Maß dient die im EEG gemessene elektrische Spannung und deren Frequenz.

Im Zustand zu starken Arousals sind wir übermäßig empfänglich für externe Gefahrenreize, sehr wach und reaktionsbereit. Die mentale und physische Leistung ist jedoch nicht mehr maximal. Deshalb können wir z.B. in verärgertem Zustand Wissensinhalte nicht so gut aufnehmen. Auch Sportler erbringen keine Spitzenleistungen bei Übernervosität. Wir kennen dieses erhöhte Arousal auch wenn wir z.B. eine Rede halten und in den Zustand der "Objektiven Selbstaufmerksamkeit" verfallen - wir sind schlicht und ergreifend aufgeregt.

Den Zusammenhang zwischen Leistung und Arousal zeigt das Gesetz von Yerkes-Dodson von 1908. Demnach können schwere Aufgaben bis zu einem gewissen Level von Arousal bewältigt werden. Mit zunehmenden Anstieg des A. sinkt das Leistungsvermögen bezüglich der Lösung von schweren Aufgaben. Leichte Aufgaben können aber auch über diesem Punkt hinaus noch gut bewältigt werden. Jedoch ist auch diesem Leistungsvermögen Grenzen gesetzt. Bei einem weiteren Ansteigen des Erregungszustandes können dann auch leichte Aufgaben nicht mehr bewältigt werden. Yerks & Dodson legen damit dar:

  • dass es ein optimales Arousalniveau gibt, in dem sowohl schwere als auch leichte Aufgaben noch gut bewältigt werden können,
  • dass ein gewisses Aurousalniveau nötig ist, um überhaupt Leistung zu erbringen.

Grundsätzlich gilt, dass die höchste Leistungsfähigkeit bei einem mittleren Arousalniveau erbracht wird. Danach kommt es zu einem Abfall der Leistungsfähigkeit vom Zustand der Ermüdung über Erschöpfung und Erkrankung zum Zusammenbruch. Siehe auch Stress.

Schlafapnoe


Von einem Arousal spricht man auch beim Schlafapnoe-Syndrom. Dabei kommt es im Schlaf zu Atemaussetzern, die vom Gehirn registriert werden und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden werden.

Neuropsychologie


"Arousal ist eine durch ankommende sensorische Impulse ausgelöste, auf den Bahnen der Formatio reticularis des Hirnstamms vermittelte, allgemeine Aktivierung des Cortex mit dem Effekt gesteigerter Aufmerksamkeit oder Wachheit." (nach Fröhlich, 1987)

siehe auch Stress - Stressreaktion

Literatur


  • E. Grandjean: Physiologische Arbeitsgestaltung. Ott Verlag Thun, 1991, ISBN 3-7225-6651-7
  • L. Deckers: Motivation - Biological, Psychological, and Environmental. Pearson Boston, 2nd 2005, ISBN 0-205-40455-3
Allgemeine Psychologie | Neuropsychologie | Physiologie

Arousal

 

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