Das Aromunische (auch als Makedorumänisch bekannt) ist die von Aromunen auf dem südlichen Balkan gesprochene romanische Sprache. Sie ist eng verwandt mit dem Rumänischen. Sie wird je nach Land im lateinischen oder griechischen Alphabet geschrieben, eine standardisierte Rechtschreibung existiert aber nur für das erstere. Von einigen Linguisten wird die Sprache als rumänischer Dialekt bezeichnet. Sie wird gesprochen in:
Lange Zeit betrieben die Aromunen Transhumanz. Der Kern des aromunischen Siedlungsgebietes liegt heute im Pindosgebirge in Zentralgriechenland um die Stadt Metsovón.
Um 1900 hatte der rumänische Staat versucht, in verschiedenen Balkanländern ein aromunisches Schulsystem aufzubauen und zu fördern, das jedoch stark rumänisch geprägt war. Zwischenzeitlich existierten 120 solcher Schulen. Das Aromunische enthält viele Elemente des Griechischen, aus der Zeit der rumänisch geförderten Schulen auch viele rumänische Elemente.
Insgesamt gibt es auf der Balkanhalbinsel etwa 1.000.000 Menschen aromunischer Abstammung, von denen nur noch 300.000 Menschen Aromunisch sprechen (ihre Anzahl ist sehr schwer zu bestimmen, deshalb weichen die Quellen sehr stark voneinander ab: Manche sprechen sogar von bis zu 3,5 Millionen Aromunen auf dem Balkan). Allgemein haben es die Aromunen sehr schwer, ihre Sprache zu bewahren, da es keine Schulen gibt, die in dieser Sprache unterrichten. Nur in Mazedonien (8.467 Sprecher, nach der Volkszählung im Jahre 1994) werden sie als Minderheit anerkannt. In Rumänien bezeichnen sich manche der sogenannten Aromunen als Rumänen. Die Zahl der Sprecher nimmt ab.
In Griechenland gibt es heutzutage noch etwa 200.000 Sprecher (nach Schätzung der griechischen Regierung im Jahr 1995). Dort ist die aromunische Sprache nicht als Minderheitensprache anerkannt. Politisches Eintreten für diese Sprache wurde lange Zeit durch gerichtliche Verfahren erschwert. Noch in den 1980er Jahren wurde eine Gruppe deutscher Linguisten, die in Griechenland Aufnahmen für einen aromunischen Sprachatlas machte, von der griechischen Polizei drangsaliert.
Eine größere Gruppe von Aromunisch-Sprechern, wahrscheinlich in der Größenordnung von 50.000 (T. J. Winnifrith, im Jahre 1995), lebt in Albanien.
1997 hat der Europarat das Aromunische als "schützenswerte Minderheitensprache" anerkannt.
Der ISO-639-2 Kode für Aromunisch ist roa, der SIL-Code ist RUP.
In einigen Quellen und teilweise in der Sprachwissenschaft werden die Aromunen auch als Vlachen (alte Bezeichnung der Nachbarvölker für die Rumänen) bezeichnet.
Unten befindet sich das Gebet Vater Unser auf Aromunisch:
Vater Unser auf Rumänisch:
In anderen Versionen werden Wörter ersetzt wie: "fie" durch "facă-se"; "greşelile" durch "greşalele"; "mântuieşte" durch "izbăveşte"; "Că a Ta este împărăţia şi puterea şi mărirea, acum şi pururea şi în vecii vecilor." durch "Că a Ta este împărăţia şi puterea şi slava, a Tătălui şi a Fiului şi a Sfântului Duh, acum şi pururea şi în vecii vecilor.".
Vater Unser auf Lateinisch:
Vater Unser auf Griechisch:
Das viersprachige Wörterverzeichnis von Theodoros Anastasiu Kavalliotis aus Moschopolis, gedruckt 1770 in Venedig, albanisch - deutsch - neugriechisch - aromunisch. Neu bearbeitet, mit dem heutigen Zustande der albanischen Schriftsprache verglichen, sowie mit Einführung u. Register versehen von Armin Hetzer. Hamburg 1981.
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