| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Arnstadt.png | Karte_arnstadt_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Landkreis: | Ilm-Kreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 288 m ü. NN |
| Fläche: | 55,29 km² |
| Einwohner: | 25.828 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 467 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 99301 - 99310 |
| Vorwahl: | 03628 |
| Kfz-Kennzeichen: | IK |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 70 004 |
| Stadtgliederung: | 6 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 99310 Arnstadt |
| Website: | www.arnstadt.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Hans-Christian Köllmer (FWG Pro Arnstadt) |
| Lage der Stadt Arnstadt im Ilm-Kreis | |
| IK_Arnstadt.PNG | |
Arnstadt_um_1900.jpg Am 1. Mai 704 wird Arnstadt (als Arnestati) in einer Schenkungsurkunde des Thüringer Herzogs Hedan II. an den angelsächsischen Bischof Willibrord von Utrecht erstmals urkundlich erwähnt. Damit ist die Stadt der älteste urkundlich erwähnte Ort Thüringens und des mittleren und östlichen Deutschlands und wurde deshalb bis 1990 als älteste Stadt der DDR präsentiert. Archäologische Funde belegen, dass der Ort schon in der Jungsteinzeit ein bevorzugter Siedlungsplatz war.
726 geht Arnstadt an die Abtei Echternach und später durch Tausch an die Abtei Hersfeld über. Am 17. Dezember 954 hält König Otto I. in Arnstadt eine Reichsversammlung ab, bei der er Frieden mit seinem aufständischen Sohn Liudolf von Schwaben schließt und Wilhelm von Käfernburg zum Erzbischof von Mainz ernennt. Dieser beschließt zugleich die Gründung der Liebfrauenkirche zu Arnstadt. Im 12. Jahrhundert fällt schließlich ein Teil Arnstadts unter die Herrschaft der Grafen von Käfernburg. 1198 versammeln sich die Reichsfürsten in Arnstadt und wählen am 8. März Philipp von Schwaben zum deutschen König. 1220 wird Arnstadt erstmalig als "civitas", also als Stadt bezeichnet. Das Stadtrecht wird dem Ort aber erst am 21. April 1266 vom Abt der Abtei Hersfeld verliehen. Danach entwickelt sich Arnstadt zum Umschlagsplatz für Holz, Getreide, Wein und Färberwaid.
Nach dem Aussterben der Käfernburger 1302 gelangt bis 1306 zunächst deren Besitz in Arnstadt, 1332 dann auch der hersfeldische an die Grafen von Schwarzburg. Versuche von Erfurter Seite, sich 1342 und 1345 der reichen Stadt zu bemächtigen, scheiterten an der starken Befestigung. Der Wohlstand gründete sich auf das Mühlengewerbe, das Tuchmacherhandwerk, auf Gerbereien und den Handel mit Wein und Waid, Holz, Getreide, Wolle und Gemüse.
Am 30. Januar 1349 wird mit Graf Günther XXI. von Schwarzburg der Arnstädter Landesherr in Frankfurt a. M. zum Gegenkönig Karls IV. gewählt und gekrönt. Er entsagt aber bereits am 26. Mai gegen 20.000 Mark Silber der Krone. 1496 wird der schwarzburgische Besitz in die Oberherrschaft Arnstadt und die Unterherrschaft Sondershausen geteilt. Während des deutschen Bauernkrieges werden am 17. Juni und 2. August neun bzw. fünf Teilnehmer am Aufstand als "Rädelsführer" auf dem Arnstädter Marktplatz enthauptet. Die Stadt muss wegen Unterstützung der Aufständischen eine "empfindliche Buße" (3000 Gulden) zahlen. 1531 wird in Arnstadt die Reformation (Auflösung der Klöster) eingeführt, ab 1553 beginnen die Bauarbeiten an der gräflichen Residenz Schloss Neideck. Das Wasserschloss wird 1560 fertig gestellt.
In den folgenden hundert Jahren stagnierte die Entwicklung der Stadt: 1581 fallen über 380 Häuser, darunter das Rathaus, einem Großbrand zum Opfer, die Pest fordert 1582 über 1700 und 1625 über 1200 Opfer. Auch der Dreißigjährige Krieg verschont Arnstadt nicht: Auf 80.000 Gulden beläuft sich der Gesamtschaden, den durchziehende Einheiten aller Kriegsparteien verursachen. 1670 werden wiederum 170 Häuser im Südosten der Stadt durch ein weiteres Großfeuer vernichtet.
1703 kam der 18-jährige Johann Sebastian Bach in die Stadt. Nach einem Probevorspiel fand er als Organist der Neuen Kirche eine Anstellung und wirkte vier Jahre in der Stadt. Wegen eines Zerwürfnisses mit dem Landesherrn, Graf Anton Günther II., übersiedelte er im Sommer 1707 nach Mühlhausen. Im Oktober des gleichen Jahres heiratete er im drei Kilometer östlich von Arnstadt gelegenen Dornheim seine Cousine Barbara Bach. Am gleichen Ort trafen sich im Herbst 1813 die Herrscher von Russland, Österreich und Preußen, um den Feldzugsplan gegen Kaiser Napoléon Bonaparte zu besprechen.
Das Jahr 1709 bringt dem Grafen die Erhebung in den Reichsfürstenstand, die der Herzog von Sachsen-Weimar allerdings nicht anerkennt. Vorübergehend wird Arnstadt von seinen Truppen besetzt, doch kann sich die Stadt mit der Zahlung von 3.500 Talern die Anerkennung erkaufen. Fürstin Auguste Dorothea, die prachtliebende und verschwenderische Frau Anton Günthers, lässt das Schloss Augustenburg errichten und schafft eine Attraktion, die bis heute in Arnstadt zu bewundern ist: In jahrzehntelanger Arbeit des Hofstaats und der Bürgerschaft entsteht Montplaisir (Mein Vergnügen), eine Puppenstadt in 82 Räumen mit rund 400 Wachsfiguren samt der zugehörigen Ausstattung, die ein detailgetreues Abbild des Hofstaats darstellt. Die Ausstellung befindet sich im Neuen Palais, das 1728-1732 als Witwensitz der Fürstin gebaut wurde. Die Arnstädter hatten damals freilich nichts von ihrer Mitwirkung als Arbeit und Kosten, die die Stadt weiter verarmen ließen.
Nach dem Thronverzicht des Schwarzburger Fürsten Günther Victor im November 1918 gehört Arnstadt zum Freistaat Schwarzburg-Sondershausen, der 1920 im Land Thüringen aufgeht.
Heute ist die Kreisstadt das wichtigste Industriezentrum der Region. Durch die Entwicklung Ilmenaus als Universitätsstadt bei gleichzeitigem Rückgang der Einwohnerzahl Arnstadts ist die Stadt aber inzwischen nur noch die zweitgrößte des Ilm-Kreises.
2003 gewinnt die Stadt Silber, 2004 Gold beim Bundeswettbewerb: Unsere Stadt blüht auf.
Einwohnerzahlen der Ortsteile (30. Juni 2005):
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1981 31. Dezember):
| 1814 bis 1939 1946 bis 1996 1997 bis 2003 |
Der Arnstädter Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl 2004 folgendermaßen zusammen:
Arnstadt liegt an der ehemaligen B 4. Es gibt Eisenbahnverbindungen nach Erfurt und Ilmenau (Erfurt-Ilmenauer Eisenbahn) sowie nach Saalfeld und Suhl (Bahnstrecke Erfurt–Schweinfurt).
Ort in Thüringen | Ilm-Kreis | Ehemaliger Residenzort in Thüringen
Arnstadt | Arnstadt | Arnstadt | Arnstadt | Arnstadt | Arnstadt | Arnstadt | Arnstadt
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