| Wappen | Karte |
|---|---|
| Stadtwappen der Stadt Arnsberg.png | Lage der Stadt Arnsberg in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Arnsberg |
| Landkreis: | Hochsauerlandkreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 212 m ü. NN |
| Fläche: | 193,43 km² |
| Einwohner: | 76.330 (Hauptwohnsitze) (30. Juni 2005)'' |
| Bevölkerungsdichte: | 396,2 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 59755, 59757, 59759, 59821, 59823 |
| Vorwahl: | 02931 02932 Neheim-Hüsten 02935 Wennigloh 02937 Oeventrop |
| Kfz-Kennzeichen: | HSK |
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 58 004 |
| Stadtgliederung: | 15 Ortsteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 59759 Arnsberg |
| Website: | www.arnsberg.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Hans-Josef Vogel (CDU) |
| Lage des Regierungsbezirks mit Stadt Arnsberg in NRW | |
In den ersten Jahrhunderten der kurkölner Herrschaft blieb auch die Residenzfunktion relativ schwach ausgeprägt. Das änderte sich erst als am Ende des 16.Jahrhunderts die Burg in mehreren Bauschritten in ein repräsentatives Schloss umgewandelt wurde. In der Zeit der Hexenverfolgungen ab 1621 leitete Hexenkommissar Heinrich Schultheiß die Hexenprozesse in Arnsberg. Er war in Arnsberg an der Gründung des heute noch bestehenden Gymnasiums Laurentianum beteiligt.
Von den Hexenprozessen war auch der Arnsberger Bürgermeister Henneke von Essen betroffen, der unter der Folter nicht gestand und am 14. August 1631 im Gefängnis starb.
Im Zuge der Auflösung des "Alten Reiches" und dem Ende der geistlichen Staaten fiel die Stadt im Jahr 1802 an Hessen-Darmstadt. In dieser Zeit war Arnsberg Granisons- und Regierungstadt. Zusammen mit dem ehemaligen Herzogtum Westfalen fiel die Stadt 1816 an Preußen. Seither war sie Kreisstadt und Sitz des Regierungspräsidenten von Arnsberg.
Erste Veränderungen zeichneten sich bereits am Ende der kurfürstlichen Ära ab. (1784 Bau eines Zuchthauses aus den Steinen des zerstörten Schlosses - später diente das Gebäude als Sitz des Regierungspräsidenten und heute ist es Verwaltungsgericht). Im Zusammenhang mit dem Zuzug preußischer Beamter entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein gänzlich neuer Stadtteil im Stile des an Schinkel orientierten "preußischen Klassizismus". Dazu gehörte neben einer protestantischen Kirche ein Casino als Treffpunkt der neuen städtischen Elite. In einem weiteren Ausbauschritt überschritt die Stadt noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Ruhr und um das Landgericht herum wurde eine weitere Stadterweiterung angelegt. Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung kam es zu weiteren Stadterweiterungen. Dazu zählten die Wohngebäude der Eisenbahner, sowie Häuser für Angestellte und Beamte sowie für die Arbeiter der Papierindustrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das Stadtwachstum fort. Teilweise entstanden aus ehemaligen Flüchtlingslagern ("Gierskämpen") oder Siedlungsgebieten ("Schreppenberg") neue Stadtviertel mit einem eigenständigen Charakter.
(Geschichte und städtebauliche Entwicklung bezieht sich ausschließlich auf die "alte Stadt Arnsberg" zur Entwicklung der übrigen Ortsteile s. die entsprechenden Artikel)
Etwas später wuchs auch in den dynamischen Industrieorten wie Neheim, Hüsten oder Oeventrop die Zahl der nichtkatholischen Einwohner. Freilich dominierte auch in diesen Gemeinden weiterhin die katholische Konfession. In Arnsberg lebten 1912 neben 82% Katholiken fast 17% Protestanten, in Neheim zählte man etwas mehr als 87% Katholiken und fast 12% Protestanten, in Hüsten gab es 90% Katholiken und knapp 8% Protestanten. In anderen Orten ohne größere Zuwanderung wie Voßwinkel gab es 1912 noch immer 100% Katholiken.
Diese Konfessionsstruktur änderte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg in nennenswerter Weise, als auch kleinere Orte Zuwanderung durch Flüchtlinge und Vertriebene erfuhren.
Heute sind 65,5% katholisch, 18,7% evangelisch. 15,8% sind konfessionslos oder gehören anderen Glauensgemeinschaften an.
Arnsberg hatte im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur wenige hundert Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So starben beim Ausbruch der Pest 1472 und 1635/36 sowie während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zahlreiche Bewohner. Erst mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1900 erst 8.500 Menschen in dem Ort, so waren es 1965 bereits 23.000. Verwaltungsgericht.JPG Am 1. Januar 1975 kam es zum Zusammenschluss der Städte Arnsberg (22.112 Einwohner 1974) und Neheim-Hüsten (35.535 Einwohner 1974) sowie von zwölf Landgemeinden zur neuen Stadt Arnsberg mit 81.049 Einwohnern - historischer Höchststand. Seit 1976 liegt die Bevölkerungszahl unter der Grenze von 80.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Arnsberg nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 76.303 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Arnsberg nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1835 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner | - | 1802 | 1.843 | - | 1808 | 2.415 | - | 1816 | 2.590 | - | 1825 | 3.130 | - | 1835 | 3.711 | - | 1. Dezember 1840 ¹ | 4.170 | - | 3. Dezember 1843 ¹ | 4.295 | - | 3. Dezember 1855 ¹ | 4.612 | - | 1. Dezember 1871 ¹ | 4.784 | - | 1. Dezember 1875 ¹ | 5.500 | - | 1. Dezember 1885 ¹ | 6.733 | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 7.400 | - |
|---|
| Jahr | Einwohner | - | 2. Dezember 1895 ¹ | 7.786 | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 8.500 | - | 1. Dezember 1905 ¹ | 9.195 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 10.247 | - | 1. Dezember 1916 ¹ | 9.416 | - | 5. Dezember 1917 ¹ | 9.608 | - | 8. Oktober 1919 ¹ | 11.181 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 11.697 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 12.079 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 14.683 | - | 29. Oktober 1946 ¹ | 16.675 | - | 13. September 1950 ¹ | 18.884 | - |
|---|
| Jahr | Einwohner | - | 25. September 1956 ¹ | 20.420 | - | 6. Juni 1961 ¹ | 22.432 | - | 31. Dezember 1965 | 23.369 | - | 27. Mai 1970 ¹ | 22.386 | - | 31. Dezember 1975 | 80.287 | - | 31. Dezember 1980 | 78.056 | - | 31. Dezember 1985 | 74.970 | - | 25. Mai 1987 ¹ | 74.091 | - | 31. Dezember 1990 | 75.864 | - | 31. Dezember 1995 | 78.972 | - | 31. Dezember 2000 | 77.473 | - | 30. Juni 2005 | 76.303 |
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Die demographische Entwicklung der Gemeinden und Städte im Gebiet der heutigen Stadt Arnsberg hing im 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor allem von den nichtlandwirtschaftlichen Erwerbsmöglichkeiten ab. Neben der Behördenentwicklung in der alten Stadt Arnsberg spielten dabei vor allem die gewerblichen Betriebe eine entscheidende Rolle. Vor allem in Neheim und Hüsten sorgte die industrielle Entwicklung während des Kaiserreichs für erhebliche Zuwanderungsbewegungen.
In etwas geringeren Umfang gilt dies auch für kleinere Industriegemeinden wie Oeventrop. Auch in Orten, in denen die Möglichkeit zu Pendelarbeit bestand (wie etwa Herdringen), nahm die Bevölkerung zu. Wo diese Möglichkeit (wie etwa in Niedereimer) nur eingeschränkt bestand, blieb die Bevölkerungsentwicklung begrenzt. Insgesamt aber gehörte das Gebiet der heutigen Stadt Arnsberg (dank der dortigen industriellen Entwicklung) für ein für das (katholische) Sauerland vergleichsweise starken Zunahme der Bevölkerungszahlen.
| Jahr | Arnsberg | Bruchhausen | Herdringen | Hüsten | Müschede | Neheim | Niedereimer | Oeventrop |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1871 | 4.784 | 288 | 573 | 1.578 | 434 | 2.947 | 252 | k.A. |
| 1885 | 6.733 | 326 | 619 | 2.584 | 501 | 4.910 | 325 | 787 |
| 1895 | 7.786 | 590 | 766 | 3.875 | 611 | 7.454 | 387 | 1.015 |
| 1905 | 9.195 | 782 | 802 | 5.086 | 641 | 10.074 | 441 | 1.454 |
| 1925 | 11.791 | 964 | 922 | 7.459 | 801 | 12.309 | 497 | 1.684 |
| 1933 | 12.079 | 1.335 | 1.077 | 7.840 | 1.013 | 13.542 | 636 | 2.213 |
| 1939 | 14.683 | 1.458 | 1.134 | 8.326 | 1.061 | 15.063 | 675 | 2.920 |
Quelle: Statistisches Landesamt NRW: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen. Bevölkerungsentwicklung 1871-1964. Düsseldorf, 1964.
Nach der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975 beschloss der Rat der neuen Stadt Arnsberg mit Rücksicht auf die historische Bedeutung am 14. Januar 1976 die Beibehaltung des bisherigen Arnsberger Stadtwappens. Es stellt in Blau einen silbernen goldbewehrten rechtsblickenden Adler dar.
Kurkölnische Zeit
Bundesrepublik
Erste Konflikte zwischen beiden Lagern lassen sich bereits im Vormärz nachweisen. Während der Revolution von 1848/49 standen die katholischen Einheimischen der unteren Schichten (neben der protestantischen Jugend) zu einem Großteil auf Seiten der Demokraten. Die Gebildeten und staatsnahen Gruppen waren konservativ oder vertraten einen gemäßigten Liberalismus.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und insbesondere seit dem Kulturkampf ging die überwiegende Zahl der katholischen Einwohner zum politischen Katholizismus (Zentrumspartei) über. Dagegen stimmte das protestantische Bürgertum je nach Situation entweder für die Liberalen oder Konservativen. Auch wenn einer der bedeutendsten frühen Sozialdemokraten (Wilhelm Hasenclever) in Arnsberg geboren wurde, konnte die SPD bis zum Ende des Kaiserreichs nicht Fuß fassen. Gründe waren u. a. die antisozialdemokratische Haltung der Eisenbahnverwaltung, der relativ geringe Industrialisierungsgrad und die enge Verflechtung der katholischen Arbeiter ins katholische Milieu.
Erst im Zuge der Revolution von 1918/19 ("Novemberrevolution") konnte sich auch ein sozialistisches Lager etablieren - dass sich während der Krisenjahre der Weimarer Republik in Anhänger der SPD und KPD spaltete. Zusammengenommen war es im Vergleich mit anderen Sauerländer Gemeinden gerade angesichts der Wirtschafts- und Sozialstruktur erstaunlich stark. Diese Entwicklung ging in einem starken Maße zu Lasten der Zentrumspartei.
Im Vergleich zu anderen Gemeinden des Sauerlandes zeigten sich Arnsberg früh Ansätze und bald auch kommunalpolitische Erfolge der extremen Rechten, die sich seit Mitte der 1920er Jahre in der NSDAP sammelten. Diese Gruppierung profitierte zwar teilweise von der nachlassenden Bindefähigkeit des katholischen und sozialistischen Lagers. Besonders förderlich war aber der Zusammenbruch des von den relativ zahlreichen Protestanten getragenen bürgerlichen Lagers.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es faktisch zur Wiederherstellung der politischen Landschaft der ersten Hälfte der 1920er Jahre (Bürgerliche, dass sich der CDU sammelnde katholische Milieu und Sozialdemokratie). Bis zum Ende der alten Stadt Arnsberg dominierte dabei eindeutig die Union. Erst nach dem Zusammenschluss zur neuen Stadt Arnsberg haben sich zeitweise die politischen Gewichte verschoben. In den 1980 und 1990 Jahren wurde mit Hilfe der Grünen der Sozialdemokrat Alex Paust mehrfach zum Bürgermeister gewählt. Nicht zuletzt aus überlokalen Gründen schwang das Pendel zur Union zurück, die seither mit Hans-Josef Vogel den Bürgermeister stellt.
Gänzlich anders geprägt sind die seit 1973 mit Arnsberg vereinigten Stadtteile. Neheim, Hüsten und teilweise Oeventrop waren bereits im 19. Jahrhundert industriell geprägt. In Hüsten bestand seit den 1840er Jahren bis in die 1960er Jahre zunächst ein Puddel-, dann ein Walzwerk und schließlich ein montaner Großbetrieb ("Hüstener Gewerkschaft"). Ein Tochterunternehmen befand sich im Ortsteil Bruchhausen. Dazu gehörte auch ein chemischer Betrieb der schließlich in den Besitz der Degussa (seit einiger Zeit Perstorp) überging. Die Stadt Neheim war ein Zentrum der metallverarbeitenden Industrie ("Leuchtenstadt). In Oeventrop gab es Glasindustrie und holzverarbeitende Betriebe. In Müschede hat der frühindustrielle Sophienhammer die Herausforderung durch die Industrialisierung überstanden und sich zu einem bedeutenden eisenverarbeitenden Betrieb im Besitz der Familie Cronenberg entwickelt. Hinzu kam mit der WEPA ein bedeutendendes papierverarbeitender Unternehmen.
Andere Orte waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch stark agrarisch geprägt oder wie Herdringen, Voßwinkel oder Rumbeck als Pendlerorte mit der industriegesellschaftlichen Entwicklung verbunden.
Heute haben sich einige dieser wirtschaftsstrukturellen Unterschiede der Ortsteile abgeschliffen. Für die Gesamtstadt charakteristisch ist eine mittelständisch vielfach metallindustrielle Struktur. Dazu zählen Unternehmen wie BJB, Wesco, Schrothgurte, Cascades und zahlreiche andere Betriebe.
Die seit den 1970er Jahren entstandene neue Stadt Arnsberg ist heute nicht nur ein Verwaltungszentrum sondern auch das wirtschaftliche Zentrum des Hochsauerlandkreises.
Daneben existieren eine Reihe von Anzeigenblätter mit Redaktionen oder Lokalredaktionen im Stadtgebiet (Arnsberger Post, Wochenanzeiger und Sauerlandkurier).
Für Rundfunk und Fernsehen aus der Region berichtet das WDR-Studio Arnsberg.
Es bestehen zahlreiche Grundschulen in vielen Ortsteilen, in den größeren auch Hauptschulen; in Arnsberg, Neheim und Hüsten darüber hinaus Realschulen und Gymnasien. Das traditionsreichste ist das im 17. Jahrhundert gegründete Gymnasium Laurentianum. Ergänzt wird das schulische Bildungsangebot durch ein Abendgymnasium. Daneben bestehen eine Reihe von Förderschulen und Einrichtungen für Kinder mit Behinderungen. Hinzu kommen mehrere öffentliche Berufsschulen und die Schule der Handwerkskammer Arnsberg. Auch die IHK tritt als Bildungsträger für berufliche Bildung- und Weiterbildung auf. Außerdem besitzt Arnsberg eine Nebenstelle der Fernuniversität Hagen. Für die Erwachsenenbildung ist eine städtische VHS zuständig.
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